Das Transfer-Theater um den abwanderungswilligen Julian Draxler ist beendet. Der Nationalspieler wechselt zu Paris Saint-Germain und erhält einen langfristigen Vertrag.

Der Wechsel von Nationalspieler Julian Draxler vom Bundesligisten VfL Wolfsburg zum französischen Meister Paris Saint-Germain ist perfekt.

Der VfL bestätigte den Wechsel am späten Freitagabend. Die letzten Formalitäten wurden am Samstag erledigt, nur die medizinische Untersuchung steht noch aus. 

Bei PSG erhält Draxler einen bis 2021 gültigen Vertrag. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen, Medienberichten zufolge soll sie aber bei rund 45 Millionen Euro plus Bonuszahlungen liegen. 

Ismael spricht vom richtigen Schritt

"Natürlich bedauere ich einerseits den Weggang von Julian, denn er ist ein herausragender Fußballer. Andererseits denke ich, dass dieser Schritt für alle Seiten der richtige ist", erklärte Wolfsburg Trainer Valerien Ismael. In den letzten beiden Spielen gegen Frankfurt und Gladbach habe Draxler gezeigt, dass ihm der VfL keinesfalls egal gewesen sei. 

Auch der Sportliche Leiter Olaf Rebbe gab sich nach dem langen Wechel-Theater versöhnlich: "Wir haben mit Julian Draxler und seinem Management sowie mit Paris St. Germain in den letzten Tagen intensive und konstruktive Gespräche geführt und am Ende ein für alle Seiten sehr gutes Ergebnis erzielt. Wir freuen uns, dass uns dies so schnell gelungen ist, und wünschen Julian in Paris privat wie sportlich alles Gute."

Schalke verdient mit

Der VfL, der im Sommer 2015 rund 36 Millionen für Draxler in Richtung Gelsenkirchen überwiesen hatte, kommt letztlich aber nicht ganz ohne Verlust aus der Sache heraus - Draxlers Berater der Agentur ROGON um Roger Wittmann verdienen wohl ebenso ordentlich mit wie Ex-Klub Schalke. Nach Informationen der Sport Bild erhalten die Königsblauen sieben Millionen Euro, unabhängig von der exakten Ablöse.

Am 31. August 2015 war Draxler als großer Hoffnungsträger zu den Wölfen gekommen, 16 Monate später verabschiedet er sich als Sündenbock. Charakterschwäche, fehlende Motivation und Unprofessionalität wurden ihm vorgeworfen, Draxler selbst fühlte sich stets missverstanden.

Einstiger Hoffnungsträger ausgepfiffen

Vor allem die Fans ließen kein gutes Haar an dem einstigen Heilsbringer in spe. Bei seinem letzten Heimspiel am 17. Dezember gegen Frankfurt (1:0) pfiffen ihn die Zuschauer nicht mal mehr gnadenlos aus - die meisten ignorierten ihn schlichtweg.

Dafür fand Mario Gomez deutliche Worte. "Wer nicht hier sein will, soll gehen. Es hätte schon im Sommer passieren sollen", sagte Gomez bei Sky auf die allgemeine Frage zur Situation des Klubs.

Das war damals auch Draxlers Plan. In der Bild-Zeitung hatte er Anfang August ungeachtet seines noch bis 2020 laufenden Vertrages lauthals verkündet: "Bei mir ist es so, dass ich mich nach der EM gegenüber Trainer Dieter Hecking klar geäußert habe, dass ich den VfL Wolfsburg verlassen möchte."

Der damalige Geschäftsführer Klaus Allofs schob dem Wechselwunsch jedoch einen Riegel vor. Doch dann war erst Hecking, dann Allofs weg - und der Weg für Draxler frei.

Draxler am Scheideweg

Nachtrauern wird ihm in Wolfsburg niemand, zu selten waren große Auftritte wie beim 2:0 im Champions-League-Viertelfinale im April 2016 gegen Real Madrid.

Draxlers 34 Bundesliga-Spiele (fünf Tore) für die Wölfe waren zumeist bestenfalls Durchschnittsware.

Bei PSG, wo er auf Torwart Kevin Trapp trifft, steht Draxler nun am Scheideweg seiner Karriere: Landet er in der Weltklasse wie Toni Kroos bei Real Madrid? Oder in der Bedeutungslosigkeit wie Marko Marin in den Jahren nach Chelsea. 

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