SV Darmstadt 98 v Bayern Muenchen - Bundesliga
Der Jubel des FC Bayern fiel trotz des Sieges in Darmstadt verhalten aus © Getty Images

Darmstadt und München - Der FC Bayern hakt den glücklichen Pflichterfolg in Darmstadt schnell ab. Doch die ideenlose Vorstellung gibt den Bayern mit Blick auf das Topspiel gegen Leipzig zu denken.

von , Martin Quast ,

Der Siegestanz vor den Fans war das Dynamischste, was die Spieler des FC Bayern an diesem Tag zu bieten hatten.

Ein Traumtor aus 25 Metern von Douglas Costa (71.) sicherte den Münchnern das 1:0 (0:0) bei Darmstadt 98 - täuschte aber nicht über eine weitgehend ideenlose Vorstellung hinweg.

Hinterher zählten für den Spitzenreiter aber nur die drei Punkte und die damit verbundene bessere Ausgangsposition für den Bundesliga-Gipfel am Mittwoch gegen das punktgleiche RB Leipzig (ab 19.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

"Unser Respekt ist riesig, alles andere wäre vermessen", sagte Weltmeister Mats Hummels bei Sky, "es wird eine verdammt harte Aufgabe und ein verdammt hartes Spiel. Ich glaube nicht, dass eine ordentliche Leistung gegen Leipzig in dieser Verfassung reicht."

Neuer: "Nicht der FC Bayern"

In der Tat muss der Rekordmeister gegen den Aufsteiger ein anderes Gesicht zeigen, wie Nationaltorhüter Manuel Neuer sofort nach dem Schlusspfiff anmahnte: "Wie wir hier aufgetreten sind - das war nicht der FC Bayern." 

Auf die Frage, ob eine solche Leistung im Duell am Mittwoch reiche, ist Neuer sicher: "Auf keinen Fall. Die haben einen Lauf, das wird ein Duell auf Augenhöhe."

Vor allem zu Beginn blieb die Mannschaft von Carlo Ancelotti vieles schuldig - Darmstadt-Keeper Michael Esser musste in der ersten Halbzeit nicht einen Schuss auf den Kasten parieren. Zudem gewannen die Bayern nur 39 Prozent der Zweikämpfe.

"Insbesondere in der ersten Halbzeit hat uns das Tempo gefehlt", sagte Ancelotti, der kurzfristig auf Kapitän Philipp Lahm (muskuläre Probleme) hatte verzichten müssen. Vor allem aber das Fehlen von Arjen Robben machte sich bemerkbar. Der Niederländer soll gegen Leipzig allerdings laut Ancelotti wieder "bereit sein".

Einzig die Tabellenführung zählt

Den glücklichen Pflichtsieg in Darmstadt wollte Ancelotti daher schnellstmöglich abhaken. "Am Ende war es wichtig, das Spiel zu gewinnen und an der Tabellenspitze zu bleiben", sagte der Italiener.

Costa
Douglas Costa war gegen Darmstadt der Matchwinner für die Bayern © SPORT1/iM-Football

Um wie in den vergangenen fünf Jahren auch über Weihnachten dort zu stehen, genügt den Bayern am Mittwoch im Topspiel ein Unentschieden. Denn Costas Geniestreich machte gegen tapfer kämpfende Darmstädter den Unterschied.

"Das - mit Verlaub - traumschöne Scheißtor hat uns das Genick gebrochen", haderte Interimstrainer Ramon Berndroth, auf dessen Nachfolge Holger Stanislawski als Favorit gilt.

Berndroth hätte lieber Punkte statt Komplimente

Fast hätten sich die Lilien dennoch für den großen Aufwand belohnt: Erst scheiterte Jerome Gondorf per Freistoß an Neuer, den Abpraller köpfte Peter Niemeyer dem Bayern-Keeper genau in die Arme (77.). "Von meiner Chance werde ich heute Nacht noch träumen. Ich hätte mich für die andere Ecke entscheiden sollen", sagte Niemeyer.

Die Südhessen zeigten sich auch im zweiten Spiel unter Berndroth stark verbessert, bleiben aber nach der siebten Niederlage in Serie Tabellenletzter. "Komplimente sind schön. Doch Punkte sind besser", sagte Berndroth.

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