München - Der FC Bayern lässt RB Leipzig im Spitzenspiel keine Chance. Die Stimmung in München ist blendend, Bayern-Boss Rummenigge tritt mit Champagner-Glas vor die Journalisten.

Die Münchner Bosse hatten es eilig. Präsident Uli Hoeneß, Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge marschierten entschlossen in Richtung Bayern-Kabine.

Schließlich gab es etwas zu feiern: Den souveränen 3:0-Sieg über Verfolger RB Leipzig, durch den die Münchner als Tabellenführer in die Winterpause gehen. 

Rummenigge machte später keinen Hehl daraus, dass es in der Umkleide einen Umtrunk mit den Spielern gegeben hatte. 

Als er sich den versammelten Journalisten stellte, hielt der 61-Jährige noch ein halb gefülltes Champagner-Glas in der Hand. 

"Demonstration der Klasse"

Rummenigge zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Jahresabschluss: "Wir haben super gespielt", analysierte er: "Der Trainer hat die Mannschaft großartig eingestellt. Ich glaube, der Sieg war nicht nur hochverdient, sondern fast schon eine Demonstration der Klasse." Sprach es, und nahm noch einen Schlückchen aus seinem Glas.

Bei den Bayern herrscht Champagner-Laune nach der Machtdemonstration. 

Als solche mochte Rummenigge den Sieg über die Sachsen auch unbedingt verstanden wissen: "Wenn wir so gereizt werden, ist es schwierig unsere Mannschaft zu stoppen. Das war ein wichtiges Zeichen."

Schon der entscheidende Schlag?

Der beeindruckende Lauf des Rekordaufsteigers aus Leipzig war also gut genug, um den Rekordmeister aus München zu seiner besten Saisonleistung zu reizen.  Ob die Sachsen aber weiter Jagd auf den FCB machen können?

Daran hat Rummenigge seine Zweifel: "Das wird jetzt sicherlich etwas schwieriger nach diesem Spiel. Das war natürlich ein Zeichen an die Bundesliga, dass sie schon auch verwundbar sind. Unter dem Strich ist RasenBallsport - so heißen sie ja - mit dem Ergebnis gut bedient. Das hätte auch ein Debakel für sie werden können." 

Aus Rummenigges Sicht hat Bayern dem Emporkömmling mit dem Kunstnamen womöglich also schon den entscheidenden Schlag im Titelkampf versetzt.

Bayern dominiert Leipzig

Auch der neuerdings erblondete Abwehrchef Mats Hummels ist nicht mehr unbedingt überzeugt davon, dass das Rückspiel am 33. Spieltag in Leipzig noch ein Spitzenspiel sein wird: "Es ist auf jeden Fall möglich, aber es spielen so viele Faktoren eine Rolle. Wir selber spielen natürlich eine große Rolle. Wir müssen einfach unsere Hausaufgaben machen."

Heißt: Leipzig ist nur noch ein Konkurrent, wenn Bayern sie lässt. Argumente dafür lieferten die Münchner auf dem Platz zu Genüge.

Die Hausherren dominierten den Gegner in allen Belangen. Besonders die sonst so gefährlichen schnellen Konter der Leipziger wurden im Keim erstickt, indem die Bayern bei Ballverlust sofort wieder attackierten. Exemplarisch dafür: Arturo Vidal mit zahlreichen wichtigen Balleroberungen. 

Ancelottis Plan geht auf

Trainer Carlo Ancelotti opferte zudem Thomas Müller und brachte dafür Thiago. Der Spanier tauchte immer wieder anspielbereit zwischen den Verteidigungslinien der Leipziger auf und wurde so zu einem Schlüssel zum Erfolg.

Ancelotti erhielt für seinen Matchplan Lob von allen Seiten - nicht nur von Boss Rummenigge.

Ancelotti selbst war nach dem Triumph bester Dinge: "Wir haben eine starke Leistung gezeigt", schwärmte der Nachfolger von Pep Guardiola: "Wir hatten eine hohe Intensität und haben guten Fußball gespielt. Wenn man Leipzig schlagen will, muss man gut spielen. Und wir haben wirklich gut gespielt."

Sieg-Champagner nach Robbens Geschmack

Arjen Robben schickte der Italiener nach der Halbzeitpause gar nicht mehr auf den Platz in der eisigen Allianz Arena. Vielleicht feierte der Niederländer in der Kabine ja schon ein wenig vor. 

Nach der Kabinen-Party wurde er jedenfalls gefragt, wie denn der Champagner geschmeckt habe. Robbens Antwort mit breitem Grinsen: "Sehr gut, sehr gut. Wenn man ein Spitzenspiel so klar gewinnt, dann darf man es genießen."

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