Frankfurt am Main - Vor dem "Champions for Charity"-Spiel spricht Dirk Nowitzki bei SPORT1 über soziales Engagement, seine fußballerischen Qualitäten und den deutschen Basketball.

Von Uwe Winter

Bereits zum zweiten Mal findet am Abend das "Champions for Charity"-Spiel zugunsten der "Keep Fighting"-Initiative von Michael Schumacher und der Dirk-Nowitzki-Stiftung statt (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Neben Nowitzki sind zahlreiche Prominente aus der Sportwelt mit von der Partie, unter anderem die Fußball-Weltmeister Miroslav Klose und Lukas Podolski.

SPORT1 hat Dirk Nowitzki vor dem Spiel getroffen und mit dem NBA-Superstar exklusiv über seine Charity-Aktivitäten, fußballerischen Qualitäten und Ziele sowie über die Zukunft des deutschen Basketballs gesprochen.

SPORT1: Herr Nowitzki, wie sind Ihre Erinnerungen an das letzte Jahr und was nehmen Sie sich für dieses Jahr vor?

Dirk Nowitzki: Ich hoffe, dass es wieder so wird wie im letzten Jahr. Es war ein rundum tolles Erlebnis für alle, egal ob für die Fans, die Leute die mitgespielt haben oder die, die anderweitig mitgewirkt haben. Man hat viele neue Leute kennen gelernt und natürlich für einen guten Zweck gekickt. Wir haben bereits im letzten Jahr gesagt, dass wir das gerne wieder machen würden und zum Glück hat das zeitlich wieder rein gepasst. Wir haben auch wieder tolle Granaten dabei, unter anderem Lukas Podolski und Miroslav Klose. Mick Schumacher ist natürlich auch dabei, er ist der Kapitän der anderen Truppe. Aber ich hoffe natürlich, dass Team Dirk am Ende gewinnt.

SPORT1: Wie bereiten Sie sich auf das Spiel vor?

Nowitzki: Fußballerisch habe ich wenig gemacht im letzten Jahr. Ich hatte jetzt viel Urlaub und habe natürlich selbst schon wieder angefangen zu trainieren. Von daher müsste ich eigentlich einigermaßen fit sein, aber kicken ist natürlich etwas ganz anderes für mich. Das mache ich einmal im Jahr und es wird wieder extrem schlecht werden von meiner Seite aus. Wir haben einige Profis dabei, die natürlich unglaublich sind, dann haben wir wieder ein paar Amateure dabei, die mit Fußball eigentlich überhaupt nichts am Hut haben und da kommt so ein bisschen der Spaßfaktor dazu.

SPORT1: Wie ist es fußballerisch um den Spielführer von Team Dirk bestellt? Da gab es doch einen Fallrückzieher im letzten Jahr.

Nowitzki: Eigentlich wollte ich köpfen, aber dann habe ich gesehen er kommt perfekt, das muss ich probieren. Und im Kopf hat das so gut ausgesehen, aber die Ausführung war dann eher mager. Ich habe mein Bein nicht so hoch bekommen, aber es war natürlich der Riesen-Lacher des Spiels und das schaue ich mir auch heute noch gerne an. Beim Fußball sind meine Künste natürlich sehr mau, aber es macht schon auch Spaß. Das Drumherum gehört bei solchen Veranstaltungen aber auch dazu, die Interaktion mit den Prominenten und die mit den Fans.

SPORT1: Kommen wir zu anderen Themen. Können Sie sich vorstellen den Mavericks lebenslang treu zu bleiben?

Nowitzki: Ja, es sieht so aus. Mark Cuban (Eigentümer der Dallas Mavericks, Anm. d. R.) will sich mit mir zusammensetzen, wenn meine Karriere vorbei ist und klären, wie ich den Mavericks in der Zukunft erhalten bleiben kann. Aber das ist noch ein paar Jahre weg. Jetzt hoffe ich, dass meine Karriere gut zu Ende geht und dass ich noch ganz gut spielen kann. Dann brauche ich sowieso erst mal Abstand von dem Ganzen, von meiner Karriere, vom Basketball. Ich werde dann viel Zeit mit den Kindern verbringen, ein bisschen reisen und dann kann man sich gerne zusammen setzen und schauen, welche Mit- bzw. Zusammenarbeit möglich ist. Aber jetzt werde ich hoffentlich erst mal noch ein Jahr oder mehrere spielen und dann schauen wir weiter.

SPORT1: Was sind Ihre persönlichen Pläne? Wie klingt der Titel Bundestrainer Dirk Nowitzki?

Nowitzki: Das hört sich gut an. So richtig konkret habe ich noch keine Pläne gemacht. Wenn die Karriere einmal vorbei ist, steht zuerst die Familie im Vordergrund. Ich glaube, dass die zu meiner aktiven Zeit schon genug zurück gesteckt haben. Und danach kann man sich zusammen setzen und schauen was noch so kommt. Soziales Engagement wird bei mir immer im Vordergrund stehen – mit meiner Stiftung hier und meiner Stiftung in Amerika. Ansonsten werde ich viel mit der Familie machen und dann wird man sehen, was Dirk Nowitzki noch alles so anpackt.

SPORT1: Welchem Deutschen geben Sie irgendwann mal den Staffelstab in die Hand, wenn Sie aufhören?

Nowitzki: Es sieht so aus, dass Dennis Schröder eine richtig gute Karriere hinlegt. Er ist auf einem richtig guten Weg, hat jetzt auch wieder eine super Saison gespielt. Er hat auch in den Playoffs gegen Washington ganz toll gespielt, das habe ich natürlich gesehen. Dem drücke ich natürlich die Daumen, dass er ganz toll und weiterhin verletzungsfrei spielt. Für die Nationalmannschaft hat er auch zugesagt, dass er die nächsten Jahre spielen will. Das ist natürlich toll für den deutschen Basketball. Ich hoffe, sie erreichen mit der jungen und energischen Truppe, bei der es Spaß macht zuzuschauen, viel. Ich glaube Dennis Schröder ist die Zukunft des deutschen Basketballs.

Dennis Schröder
Dennis Schröder spielt in der NBA für die Atlanta Hawks © Getty Images

SPORT1: Wächst in Deutschland eine goldene Basketball-Generation heran?

Nowitzki: Das wäre natürlich toll. Wenn man Daniel Theis, Elias Harris und Maxi Kleber anschaut, die sind alle ungefähr gleich alt. Dennis Schröder ist noch ein bisschen jünger, aber die kennen sich natürlich alle. Es ist wie bei uns damals, bei dem 78er Jahrgang, wo wir teilweise schon in der Jugend zusammen gespielt haben und dann in die Nationalmannschaft hineingewachsen sind. Das ist jetzt auch so und es ist toll, dass sich die Jungs schon lange kennen und ihre Stärken und Schwächen ebenfalls. Ich hoffe, dass sie lange für Deutschland spielen werden.

SPORT1: Endet dieser Weg zwangsläufig in den USA?

Nowitzki: Ich glaube, dass es in Europa hervorragende Ligen gibt, egal ob in Spanien, in Italien, oder in der Türkei. Auch in Deutschland und in Frankreich gibt es eine gute Liga, Europa hat auf jeden Fall Potential. Aber ich glaube jeder, der einmal Basketball spielt oder angefangen hat als er klein war, der träumt von der NBA, schaut die NBA, schaut sich die Finals an, das All-Star Game und ich glaube schon, dass das der Traum von jedem Basketballer ist. Und ich hoffe natürlich, dass sich viele von den deutschen Jungs den Traum erfüllen können. Ich habe gesehen, dass Isaiah Hartenstein gedraftet wurde und ich hoffe, dass er sich den Traum erfüllen kann.

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