Theo Zwanziger - Court Appearance
Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger (links) scheitert mit seiner Klage im Zuge der WM-Affäre © Getty Images

Frankfurt am Main - Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger scheitert mit seiner Schmerzensgeld-Klage im Zuge der WM-Affäre, doch er wird wohl in Berufung gehen.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger ist mit seiner Schmerzensgeld-Klage im Zuge der WM-Affäre gescheitert. Das Landgericht Frankfurt/Main wies die Vorwürfe des 71-jährigen am Mittwoch zurück.

Zwanziger wollte vom Land Hessen 25.000 Euro Schadenersatz erstreiten, weil er die Ende 2015 durchgeführte Hausdurchsuchung für unbegründet hält und zudem das offensichtliche "Leck" im Steuerverfahren gegen ihn und andere frühere Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) anprangert.

Verdacht auf Mitwirkung bei Steuerhinterziehung

"Wir haben keine Anhaltspunkte, die uns annehmen lassen, dass das Ermittlungsverfahren (und damit die Durchsuchung, Anm. d. Red.) nicht vertretbar ist", sagte der Vorsitzende Richter Christoph Hefter nach der gut 45 Minuten andauernden mündlichen Verhandlung im Sitzungssaal 114: "Es gibt erhebliche Verdachtsmomente, dass der Kläger an einer schweren Steuerhinterziehung mitgewirkt hat."

Dass Zwischenergebnisse der Ermittler an die Öffentlichkeit gelangt waren, sei zwar ein "außerordentlich ärgerlicher, ein unmöglicher Zustand", sagte Hefter, der die Staatsanwaltschaft dafür deutlich kritisierte: "Wir sehen dadurch aber nicht, dass der Kläger so erheblich beeinträchtigt wird, dass sich dadurch ein Amtshaftungsanspruch ergeben würde".

Zwanziger geht wohl in Berufung

Zwanziger kündigte im Anschluss an, dass "alles dafür" spreche, Berufung einzulegen. Der frühere DFB-Chef ist im Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft wie sein inzwischen auch wieder abgelöster Nachfolger Wolfgang Niersbach und der frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt Beschuldigter.

Im Kern der Ermittlungen geht es um 6,7 Millionen Euro, die vom DFB im Jahr 2005 an den Weltverband FIFA überwiesen wurden. In der Steuererklärung deklariert worden war die Summe als Betriebsausgabe für eine Gala zur Heim-WM 2006, die aber nicht stattgefunden hatte. Das Geld diente mutmaßlich zur Rückzahlung eines Darlehens an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus.

Exakt diese Summe war drei Jahre zuvor offenkundig in Form von Vorleistungen von Franz Beckenbauer und Louis-Dreyfus an den früheren FIFA-Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam nach Katar geflossen. Deshalb vermuten die Ermittler einen anderen Zweck der Überweisung für 2005 und eine Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Auf den DFB könnten Strafzahlungen in Höhe von 25 Millionen Euro zukommen.

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