FC St. Pauli v VfB Stuttgart - Second Bundesliga
Andreas Rettig ist Geschäftsführer beim FC St. Pauli © Getty Images

Der Geschäftsführer des FC St. Pauli steht Investoren kritisch gegenüber. Er befürchtet ein Wettrennen, um den reichsten Oligarchen.

Geschäftsführer Andreas Rettig vom Zweitligisten FC St. Pauli hat vor einer Öffnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) für Investoren durch den Wegfall der sogenannten 50+1-Regelung gewarnt.

"Wenn 50+1 fällt, geht das Wettrennen nach dem reichsten Oligarchen los. Dann haben wir keine Bundesliga-Tabelle, sondern die Forbes-Tabelle", sagte der 53-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Rettig verwies auf den WM-Titel 2014, den Deutschland trotz der 50+1-Regel geholt hatte, und erteilte Investoren bei St. Pauli eine klare Absage: "Niemals. Wir sind mit dem Prinzip, als mitgliedergeführter Verein Lasten auf viele Schultern zu verteilen, gut gefahren. Warum sollten wir uns einem Investor ausliefern, wenn wir Tausende haben können und haben?"

Zudem attestierte Rettig großen Sportverbänden wie dem Fußball-Weltverband FIFA oder dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein "Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsproblem". Der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) kritisierte diese "Männerbünde" und meinte mit Blick auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB): "Wir brauchen aber nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Es ist immer noch dasselbe: Großereignisse wie die EM 2024 zu bekommen und dafür viel Kreide fressen – diese Haltung hat sich nicht geändert."

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