Dani Alves (M.) fühlte sich ohne seine Ex-Kollegen in Zürich unwohl © Getty Images

München und Zürich - Lionel Messi und drei weitere Barca-Stars treten die Reise zur Weltfußballer-Gala nicht an. Es hagelt Kritik - sogar von einem Ex-Mitspieler. CR7 zeigt Verständnis.

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Dani Alves ist ein lebensfroher Mensch und bekanntlich für jeden Spaß zu haben.

Als Hollywood-Schauspielerin Eva Longoria den Rechtsverteidiger von Juventus Turin am Montagabend als Mitglied der "FIFA Weltelf 2016" auf die Bühne des Züricher Kongresshauses bat, musste er sich aber fast schon zu einem Lächeln zwingen.  

Schließlich erwarteten ihn dort fünf Spieler von Real Madrid. Und Manuel Neuer. Von den vier restlichen Mitgliedern des "Dream Teams", seinen ehemaligen Kollegen beim FC Barcelona, fehlte jede Spur.

"Fühlte mich nicht wohl"

"Ich habe zu viele 'Blancos' (Real-Spieler, Anm. d. Red.) gesehen, dadurch habe ich mich nicht wohlgefühlt", sagte ein enttäuschter Alves nach der Gala.

Lionel MessiAndres IniestaLuis Suarez und Gerard Pique hatten es vorgezogen, sich auf das Pokalspiel am Mittwoch gegen Athletic Bilbao vorzubereiten, anstatt ihrem Ex-Mitspieler beim Triumph des Erzrivalen beizustehen. 

Per Videobotschaft versuchte Barca-Kapitän Andres Iniesta das Fernbleiben der Barca-Spieler zu erklären, laut spanischen Medien entschuldigte er sich auch persönlich in einem Telefongespräch bei den Rivalen von Real.

Nur Präsident Josep Maria Bartomeu, Vizepräsident Jordi Mestre und weitere hochrangige Funktionäre waren nach Zürich gereist.

Kritik an Abwesenheit

"Natürlich muss man ihre Entscheidung respektieren, aber sie hätten kommen sollen. Sie sind mehr als vorbereitet, um am Mittwoch zu spielen", meinte Alves.

Nicht nur der Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft, der für Messi, Suarez und Neymar gestimmt hatte, hätte die Barca-Stars in der Schweiz begrüßt.

Der spanische Meister hatte bereits im Vorfeld der Gala eine Menge Kritik geerntet. Vor allem Messi. Der Argentinier komme nur deshalb nicht, weil Cristiano Ronaldo gewinne, lautete der Tenor. Brasiliens Ex-Nationalspieler Roberto Carlos etwa zeigte sich enttäuscht.

Ronaldo zeigt Verständnis

"Es ist ein wenig seltsam und traurig, dass kein Spieler von Barcelona zu einer solch wichtigen Gala kommt. Wenigstens Messi sollte hier sein. Viele hätten ihn gerne hier gesehen, auch ich", sagte der frühere Linksverteidiger. Diego Maradona pflichtete bei: "Ich bin enttäuscht von Leo. Vor dem Fernseher kann man nicht gegen eine Niederlage ankämpfen, hier schon."

Auch spanische Medien kritisierten das Fernbleiben der Katalanen. "Der Fußball ist weniger Fußball ohne Barca", titelte etwa die Marca.

Einzig der frischgebackene Weltfußballer Ronaldo brachte so etwas wie Verständnis auf: "Es ist schade, dass sie nicht gekommen sind, aber ich kann sie verstehen. Sie haben ein wichtiges Spiel vor sich."

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