Hannover - Hannovers neuer Sportdirektor Horst Heldt bestätigt, dass Daniel Stendel vorerst Trainer bei 96 bleibt. Präsident Kind spricht von Neuausrichtung, Aufsichtsratschef Schröder lobt.

Horst Heldt ist als neuer starker Mann von Hannover 96 vorgestellt worden. Laut 96-Präsident Martin Kind unterschrieb der 47-Jährige am Sonntag einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020: "Horst Heldt bringt einen Haufen Erfahrung mit und ist der richtige Mann für eine Neuausrichtung.

Dieser Neuausrichtung wird Trainer Daniel Stendel vorerst nicht zum Opfer fallen. "Daniel Stendel wird am Samstag gegen 1860 auf der Bank sitzen und wir werden alles tun, um diese Woche sportlich voranzukommen", sagte der neue 96-Sportdirektor Heldt.

Gerüchte um Ex-Gladbach-Coach Schubert 

Das Gerücht, der ehemalige Mönchengladbacher Trainer Andre Schubert könne den Trainerposten bei den Niedersachsen übernehmen, bestätigte sich damit- zumindest vorerst - nicht. Sollte Hannover am Samstag gegen 1860 München verlieren, dürfte der Druck auf Stendel aber wohl wieder wachsen.

Personelle Konsequenzen für die nähere Zukunft schloss Heldt nämlich nicht aus: "Es geht für mich jetzt darum, schnell Eindrücke von den handelnden Personen zu gewinnen", sagte er.

Neben dem im Dezember in Gladbach entlassenen Schubert wurden zuletzt auch der einstige 96-Profi Andre Breitenreiter und Norbert Düwel, ehemals Co-Trainer bei Hannover unter Mirko Slomka, als Kandidaten gehandelt.

Wiederaufstieg und Stabilisierung als Ziele

Heldt ging nicht weiter auf die Trainersituation ein und schilderte seine Ziele mit dem Dritten der Zweiten Liga (Tabelle der Zweiten Bundesliga).

"Ich werde mich dafür einsetzen, Hannover 96 wieder in die erste Liga zu führen und zu stabilisieren. Es soll keine Achterbahnfahrt werden", kündigte er an: "Ich bin überzeugt, dass es eine intensive und gute Zusammenarbeit wird. Ich freue mich darauf."

Heldts Vertrag läuft bis 2020

Wie 96-Präsident Martin Kind präzisierte, unterschrieb Heldt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020: "Horst Heldt bringt einen Haufen Erfahrung mit und ist der richtige Mann für eine Neuausrichtung", sagte der 96-Boss.

Kind erklärte, man habe sich nach der 0:2-Niederlage in Karlsruhe "getroffen und intensive Gespräche geführt. Wir haben verantwortungsbewusst diskutiert, wie wir das Ziel direkter Wiederaufstieg erreichen."

Kind will "komplette Neuausrichtung"

Man sei "darüber übereingekommen, dass wir eine komplette Neuausrichtung brauchen", ergänzte Kind: "Ich habe am Sonnabend Kontakt zu Horst Heldt aufgenommen und ihn sehr direkt angesprochen. Er ist am Sonntag nach Großburgwedel gekommen, und ich freue mich, dass er bei uns ist."

Heldt begründete seine Entscheidung für 96: "Dass Hannover ein Traditionsverein ist, macht für mich den Reiz aus und ich will den Verein dahin führen, wo er hingehört - in die Bundesliga", sagte Heldt, der zuvor bei Schalke 04 und dem VfB Stuttgart als Sportchef gearbeitet hatte.

Und noch etwas habe den 47-Jährigen von Hannover überzeugt: "Wer hat schon die Möglichkeit, mit einem Alt-Bundeskanzler zusammenzuarbeiten?", fragte Heldt.

Schröder von Heldt begeistert

Aufsichtsratschef Gerhard Schröder sagte, Heldt habe ihn "fachlich und vor allem auch menschlich" überzeugt. "Mich hat von Anfang an überzeugt, dass Herr Heldt gesagt hat, er wolle seinen Beitrag im Team leisten", meinte der Ex-Kanzler.

Hannover hatte am Tag nach dem 0:2 bei Abstiegskandidat Karlsruhe Sport-Geschäftsführer Martin Bader und den Sportlichen Leiter Christian Möckel entlassen und Heldt als neuen starken Mann installiert.

"Es war der Tiefpunkt einer Entwicklung", hatte Kind dazu gesagt. "Intern gab es Diskussionen, es war ein längerer Prozess."

Offenbar sehen Kind und Schröder sahen das erklärte Saisonziel Aufstieg nach zwei Niederlagen gefährdet.

Weiterlesen