2. Bundesliga, Karim Matmour, TSV 1860 München
Karim Matmour zog zuletzt die Option auf Verlängerung seines Vertrags bis 2019 © SPORT1

Im Gerichtsstreit zwischen 1860 München und dem degradierten Spieler Karim Matmour kommt eine SMS ans Tageslicht, die Geschäftsführer Power in Bedrängnis bringt.

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Karim Matmour darf zwar vorerst nicht ins Profitraining von 1860 München zurückkehren, hat aber trotzdem gute Chancen, einen offenbar bevorstehenden Prozess gegen den Zweitligisten zu gewinnen.

Das Arbeitsgericht München verweigerte dem Algerier am Montag zwar eine einstweilige Verfügung, mittels der er seine Degradierung in die U21 der Löwen rückgängig machen wollte. Allerdings ließ der Richter keinen Zweifel daran, dass Matmour in einem anstehenden Hauptsacheverfahren gute Erfolgschancen hätte.

Der Berliner Anwalt des 31-Jährigen, Stefan Hagen, wertete die Verhandlung bei SPORT1 daher auch als Erfolg und kündigte an, ein Hauptsacheverfahren einleiten zu wollen.

Matmour hatte geklagt, weil er Ende Februar aus dem Profikader gestrichen und zur U21-Mannschaft geschickt worden war.

Belastende SMS von Power

Wie sich im Zuge der mündlichen Verhandlung herausstellte, liegt dem Gericht eine SMS von 1860-Geschäftsführer Anthony Power an Matmour vor, in der der Spieler aufgefordert wird, einem Wechsel nach China zuzustimmen - anderenfalls werde er zur U21 abgeschoben.

Dass sich zwischen der SMS und der Degradierung ein zeitlicher Zusammenhang erkennen lässt, "kann kein Zufall gewesen sein", wie Richter Werner Bader erklärte.

Vor allem deshalb bescheinigte er Matmour gute Erfolgsaussichten in einem möglichen Hauptverfahren - eine einstweilige Verfügung aber lehnte er mit der Begründung ab, dass Matmour durch das Training bei der U21 kein "irreparabler Schaden" drohe.

1860 wirft Matmour inzwischen vor, aus rein finanziellen Motiven zu handeln und deshalb auch jüngst von der vertraglich fest vereinbarten Klausel für eine Vertragsverlängerung Gebrauch gemacht zu haben.

Anwalt weist Vorwürfe zurück

Dies wies Hagen in aller Deutlichkeit zurück und erläuterte, weshalb seinem Mandanten gar keine andere Möglichkeit verblieb, als genau so zu handeln.

Dabei verwies er insbesondere auf die seiner Auffassung nach geschäftsschädigenden Äußerungen von 1860 über Matmour in der Öffentlichkeit. Auch deshalb ziehe er weitere gerichtliche Schritte in Erwägung.

Power war trotz Aufforderung am Montag nicht zur Verhandlung erschienen.

Der Verein gab zuletzt an, dass sich der Offensivakteur im Winter sportlich nicht empfehlen konnte und daher in den Plänen von Trainer Vitor Pereira keine Rolle spielte.

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