Peter Neururer trainierte zuletzt in der Saison 2013/2014 den VfL Bochum

München - Die Trainersuche bei Zweitliga-Schlusslicht Arminia Bielefeld läuft. Bei SPORT1 zeigt Peter Neururer Interesse am Job, nennt aber auch ein Hindernis.

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Ein besonders glückliches Händchen hatte Samir Arabi bei seinen Trainer-Entscheidungen zuletzt nicht.

Der Sportdirektor von Arminia Bielefeld hat nach Rüdiger Rehm am Dienstag den zweiten Trainer in der laufenden Saison entlassen. Auch Jürgen Kramny musste seine Sachen packen. Nach nur rund vier Monaten Amtszeit.

Im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Freitag wird Interimstrainer Carsten Rump auf der Bank sitzen. Doch schon in der kommenden Woche soll der neue Cheftrainer präsentiert werden.

Die letzte Patrone von Arabi?

Neururer bekommt stündlich Anrufe

Einer, der in Bielefeld - wie schon nach der Rehm-Entlassung - wieder genannt wird und bei den Fans offenbar einen guten Ruf genießt, ist Trainer-Routinier Peter Neururer. "Ich bekomme stündlich Anrufe aus dem Umfeld von Arminia, ob ich Interesse hätte, den Klub zu trainieren. Klar hätte ich Interesse", sagt der 61-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Doch es gibt einen Haken an der Sache. Neururer und Arminias Sportchef Arabi sind nicht die besten Freunde.    

"Mit jungen Trainern hat es nicht geklappt. In der jetzigen Situation braucht der Klub einen erfahrenen Trainer", meint Neururer. "Aber in der Konstellation Neururer/Arabi wird es das nicht geben."

"Herr Arabi sollte mal in seine Vita schauen"

Und dann legt Neururer richtig los. "Herr Arabi sollte mal in seine Vita schauen. Wenn darin steht, dass er in kürzester Zeit zweimal einen Trainer erst verpflichtet und dann beurlaubt, dann sollte er sich selbst mal hinterfragen und nicht nur die Trainer, die er rauswirft."

Er könne natürlich nicht beurteilen, "ob Herr Kramny oder Herr Rehm gut oder schlecht waren", sagt Neururer. "Aber ich kann beurteilen, dass einer, der regelmäßig Trainer entlässt, mit Sicherheit nicht immer die richtige Entscheidung getroffen hat."

Eine Zusammenarbeit mit Arabi kann sich Neururer beim besten Willen nicht vorstellen. "Mit so einem Mann will ich nichts zu tun haben. Er ist für mich kein Gesprächspartner. Ich kann mir glücklicherweise aussuchen, mit wem ich rede und mit wem nicht."

Besonders eine Entscheidung von Arabi aus der Vergangenheit stört Neururer: "Er hat einen ehemaligen Co-Trainer von mir auf ganz linke Art beurlaubt (Uwe Speidel, Anm. d. Red.), einen durch und durch loyalen Mann.“ 

Kein Kontakt zu Arminias Chefetage

Topkandidat auf die Kramny-Nachfolge ist Neururer aus den genannten Gründen nicht, Arminia tendiert zu Uwe Grauer.

Der Ex-Profi ist aktuell Trainer der Bielefelder U-19-Bundesligamannschaft und leistet dort erfolgreiche Arbeit. Unter Grauer gab es in den vergangenen drei Spielen drei Siege.

"Ich konzentriere mich momentan voll und ganz auf die U19-Bundesliga. Falls der Verein mich an anderer Stelle braucht, werde ich natürlich helfen", sagt Grauer zu SPORT1.

Der frühere Uerdinger und Dortmunder war bereits vor der Kramny-Verpflichtung ein Kandidat auf den Cheftrainerposten. Jetzt könnte es klappen. 

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