Michael Liendl (r., mit Stefan Aigner) entschied für 1860 München das Spiel gegen Würzburg
Michael Liendl (r., mit Stefan Aigner) entschied für 1860 München das Spiel gegen Würzburg © dpa Picture-Alliance

München - Gegen Würzburg bringt der eingewechselte Michael Liendl die Wende für 1860 München. Der Matchwinner ist trotzdem enttäuscht - und bekommt Kontra vom Coach.

1860 München hat zum Auftakt des 25. Spieltags einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg eingefahren und damit seinen Negativlauf gestoppt.

Hinterher allerdings knirschte es zwischen Matchwinner Michael Liendl und Trainer Vitor Pereira.

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge gewannen die Münchner vor heimischem Publikum gegen Aufsteiger Würzburger Kickers 2:1 (0:0) (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Abdoulaye Ba (67.) köpfte die Münchner nach einer Flanke des eingewechselten Michael Liendl in Führung, dieser erhöhte später selbst per Foulelfmeter auf 2:0 (78.) - Peter Kurzweg hatte Stefan Aigner im Strafraum zu Fall gebracht.

Liendl: "Habe genügend Argumente geliefert"

Liendl stand jedoch auch nach der Partie im Mittelpunkt: Der 31 Jahre alte Österreicher bekundete öffentlich seinen Unmut darüber, dass er nicht in der Startelf stand - und bekam Kontra vom Coach.

"Ich frage mich das auch", antwortete er SPORT1 auf die entsprechende Frage und führte aus: "Ich habe genügend Argumente geliefert, klar will ich von Anfang an spielen. Ich weiß, dass ich die Qualität habe, um der Mannschaft zu helfen. Unterm Strich entscheidet der Trainer und das ist zu akzeptieren."

Löwen-Trainer Vitor Pereira zeigte sich wenig beeindruckt von den Aussagen Liendls. "Er ist ein Spieler mit besonderer Qualität. Ich wünsche mir, dass er ab und an mehr Zwiekämpfe führt und mehr läuft. Dann wäre er ein Topspieler", sagte der Portugiese: "Ich freue mich, dass er unzufrieden ist, das zeigt seine Professionalität. Er soll weiter Gas geben."

Die Mannschaft von Pereira ist mit 28 Punkten nun 13. und vergrößerte den Vorsprung auf den Relegationsabstiegsplatz 16. zumindest vorübergehend auf fünf Punkte.

Würzburg muss Torwart wechseln

Die Kickers sind bereits im achten Ligaspiel 2017 ohne Sieg und mit 29 Zählern auf den zwölften Platz abgerutscht. Der Anschlusstreffer von Kurzweg in der zweiten Minute der Nachspielzeit nützte ihnen nichts mehr (Die Tabelle der 2. Bundesliga).

Zudem verletzte sich Kickers-Torwart Robert Wulnikowski am Knie und musste zur Pause ausgewechselt werden.

Trainer Bernd Hollerbach haderte mit den Schiedsrichterentscheidungen. "Bei uns hätte er auch einen Elfmeter pfeifen können. Der Pfiff ist bei den Kleinen ausgeblieben, der Schiedsrichter hat mit zweierlei Maß gemessen."

Erste Chancen durch Distanzschüsse

Vor 22.600 Zuschauern wirkten die Gäste zwar in der Anfangsphase aggressiver, beide Teams setzten aber in der Anfangsphase auf eine stabile Defensive. Die ersten guten Chancen hatten die Münchner durch Distanzschüsse von Maximilian Wittek (34.) und Sebastian Boenisch (35.).

Elia Soriano (45.) hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff die erste Möglichkeit für die Franken und auch in der Schlussphase (71./73.) ließ er mehrere gute Chancen für den zwischenzeitlichen Ausgleich für das Team von Hollerbach liegen.

1860-Offensivspieler Stefan Aigner will sich noch nicht zurücklehnen: "Wir sind immer noch unten drin. Bielefeld hat gewonnen, es wird eng bis zum Schluss", sagte der 29-Jährige zu SPORT1.

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