Ondrej Petrak (r.) wird für sein Siegtor gefeiert © Imago

Nürnberg - Nach dem Rauswurf von Alois Schwartz findet der 1. FC Nürnberg gegen Bielefeld in die Erfolgsspur zurück. Bei der Arminia herrscht Untergangsstimmung.

Der 1. FC Nürnberg hat unter dem neuen Trainer Michael Köllner seine Talfahrt in der 2. Bundesliga gestoppt.

Nach drei Niederlagen in Serie gelang dem Club durch den Treffer von Ondrej Petrak (35.) ein verdientes und weitgehend ungefährdetes 1:0 (1:0) gegen Arminia Bielefeld, das allerdings auch nicht mehr als ein Aufbaugegner war. 

"Der Sieg war heute extrem wichtig, damit die Fans erkennen, dass wir wirklich alles geben", sagte Köllner im Gespräch mit SPORT1. "Die Spieler merken, dass ich ihnen vertraue und dass sie mir vertrauen können. Ich bin seit einem Jahr im Verein, da ist es normal, dass ich helfe. Es wird sich zeigen, ob es zwischen der Mannschaft und mir passt. Diese Woche hat es ganz gut angefangen."

Die Gäste aus Ostwestfalen zeigten vor 24.324 Zuschauern eine miserable Leistung und fielen auf den letzten Tabellenplatz zurück. Bielefeld wartet noch immer auf den ersten Auswärtssieg der Saison und stellt mit 43 Gegentoren die Schießbude der Liga.

Schäfer gibt Comeback

Der 47 Jahre alte Köllner hatte nach der Niederlage im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:1), die letztlich zur Trennung von Alois Schwarz führte, sechs Wechsel vorgenommen. (Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Unter anderem stand Routinier Raphael Schäfer für den verletzten Thorsten Kirschbaum (Bauchmuskelzerrung) im Tor, im defensiven Mittelfeld kam wegen einiger Sperren Eduard Löwen zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz. Auch Bielefeld wechselte im Tor, Daniel Davari ersetzte Wolfgang Hesl.

"Kirschbaum hat eine tolle Saison gespielt. Es ist immer schade, wenn sich ein Leistungsträger verletzt. Es soll ja langfristig im Tor stehen, deswegen unterstütze ich ihn natürlich", meinte Schäfer.

Diskussionen nach Behrendt-Foul

Der Club war überlegen, zeigte sich auch spielerisch verbessert - mehr aber auch nicht. 

Die abstiegsbedrohten Bielefelder hatten Glück, dass Brian Behrendt von Schiedsrichter Lasse Koslowski nicht schon in der 20. Minute vom Platz gestellt wurde, sein hartes Foul als letzter Mann gegen Kevin Möhwald wurde nur mit Gelb geahndet. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)

"Ich denke, dass noch zwei Spieler hinter mir sind. Es war ein normales Foul aus meiner Sicht. Gelb ist in Ordnung, wir müssen da nicht über Rot sprechen", sagte Behrendt im Gespräch mit SPORT1. Köllner hatte eine andere Meinung: "Für mich war es eine klare Rote Karte, mehrere Spieler von uns laufen da alleine aufs Tor zu. Der Schiedsrichter wird heute Nacht wohl nicht gut schlafen."

Börner übt harsche Kritik

"Wenn du so eine erste Halbzeit spielst hast du im Profifußball nichts zu suchen. Die zweite Halbzeit war besser, aber für den Abstiegskampf ist das zu wenig", sagte Julian Börner, der in der 75. Minute die einzig nennenswerte Chance besaß, bei Sky.

Arminia-Coach Jürgen Kramny zeigte sich bei SPORT1 ratlos. "Wir müssen das jetzt erst einmal analysieren. In der ersten Halbzeit waren wir nicht in dern Zweikämpfen, zu weit weg und nicht aktiv genug. Danach war es besser, aber trotzdem zu wenig. Die Situation ist prekär, aber es sind noch zehn Spieltage."

Seinen Job sieht er trotz zwölf Punkten aus zwölf Spielen nicht gefährdet: "Ich arbeite so lange mit der Mannschaft, so lange mich der Verein lässt. Ich gehe davon aus, dass ich die Rückendeckung habe."

Petrak belohnt starken Club

Zehn Minuten vor der Pause bestätigte der gute Petrak die Überlegenheit der Gastgeber mit dem Führungstreffer, der Club versäumte es aber danach, den beruhigenden zweiten Treffer zu erzielen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

In der letzten Viertelstunde wurden die Nürnberger zunehmend zittriger, retteten die Führung aber über die Zeit.

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