Tops und Flops
Von Dresdens Höhenflug bis St. Paulis Absturz - das waren die Tops und Flops der Hinrunde © SPORT1-Grafik: Getty Images

Christian Beeck nimmt in seiner SPORT1-Kolumne die Hinrunde der Zweiten Liga unter die Lupe. Zwei Stürmer und Aufsteiger stechen heraus, zwei Traditionsklubs enttäuschen.

Hallo Zweitliga-Freunde,

die Hinrunde der Zweiten Liga ist vorbei. Wir konnten gute bis sehr gute spielerische Qualität erleben und spannende Fußballspiele sehen. Ein Traditionsverein wie St. Pauli steht mal wieder vor dem Abgrund, in Braunschweig spielt die Mannschaft tollen Fußball und steht auf Platz eins.

Trotzdem bleibt es im Keller wie auch an der Spitze spannend. Und eine so bewegende erste Saisonhälfte bringt noch viel mehr als die enge Tabelle.

Das sind meine Tops und Flops der Hinrunde:

Top: Dynamo Dresden

Es ist beeindruckend, wie dieser Aufsteiger sich bisher in der Zweiten Liga etabliert hat. Das muss man sehr hoch bewerten. Vereine wie zum Beispiel Arminia Bielefeld scheitern regelmäßig an dieser Herausforderung. Die Intensität in Dresden, in der Mannschaft und im Trainerteam von Uwe Neuhaus ist unvergleichbar.

Top: Würzburger Kickers

Noch so ein Aufsteiger, der für Aufsehen sorgt. Der Durchmarsch der Würzburger und ihre Leistung in Liga zwei beeindrucken kein Stück weniger im Vergleich zu Dynamo Dresden. Eine starke Leistung, vor allem seitens der sportlichen Verantwortlichen um Trainer Bernd Hollerbach.

Top: Guido Burgstaller und Simon Terodde

Es ist immer schwer in der Zweiten Liga Spieler herauszupicken, weil die mannschaftliche Geschlossenheit und taktische Disziplin das Elixier in dieser umkämpften Spielklasse sind. Aber Guido Burgstaller vom 1. FC Nürnberg und Simon Terodde vom VfB Stuttgart stechen mit ihren Offensivqualitäten heraus.

Top: Fans

Die Atmosphäre, als Dynamo Dresden im eigenen Stadion den VfB Stuttgart 5:0 weggefegt hat, das ist Fußball pur. Auch das kann Zweite Liga sein. Aber auch die Fans der Stuttgarter, die durchschnittlich mit 45.000 Leuten ihre Mannschaft im Stadion anfeuern, sind beeindruckend.

Ein deutscher Zweitligist ist europaweit eine Mannschaft mit dem größten Zuschauerschnitt. Das hat richtig was.

Flop: St. Pauli

Das war mit Sicherheit anders geplant. Natürlich gab es viele Spielerabgänge, aber wie sich der Verein dann präsentiert - das ist eine negative Überraschung in der Liga.

Die öffentlich ausgetragenen Diskussionen um die sportliche Situation des Klubs, die Entlassung von Sportdirektor Thomas Meggle sowie das Festhalten am Trainer Ewald Lienen trotz der sehr bescheidenen Leistungsperformance, sind sehr wundersame Entscheidungen auf St. Pauli. 

Flop: 1860 München

Die Löwen sorgen immer wieder für Spektakel, aber nur im negativen Sinne. Der Verein zeigt auch in der ersten Saisonhälfte, wie man es nicht machen soll. Aber es hat Reiz. Ich frage mich im Grunde täglich: Was passiert heute bei Sechzig? Man muss schon fast danke dafür sagen, dass man das alles erleben darf. Auf die Entwicklung mit dem neuen Cheftrainer Vitor Pereira freue ich mich schon jetzt.

Flop: Jos Luhukay in Stuttgart

Beim Thema Jos Luhukay in Stuttgart dachte ich mir: Was passiert hier? Man holt einen Trainer mit einer solchen Vita, mit Charakter, mit einer eigenen Art. Dann stellt man nach zwei, drei Monaten fest: Der Trainer passt doch nicht zu uns. Das war wie ein Foul von hinten. Die Lösung mit Hannes Wolf ist bisher gutgegangen, aber die letzten Spiele haben gezeigt, dass das alles noch nicht stabil ist.

Flop: Karlsruher SC

Von den Badenern hatte ich mir mehr versprochen. Besseren Fußball, fünf bis acht Punkte mehr und Ruhe im Verein. Es ist anders gekommen und der Verein hängt im Abstiegskampf. Es war nicht zu erwarten, dass der Klub so viele Probleme in der Hinrunde aufzeigt.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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