Hanns-Thomas Schamel kandidiert für den Aufsichtsrat des 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg kommt nicht zur Ruhe. Beim 3:2-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern konnte Trainer Valerien Ismael seinen Job vorerst retten.

Derweil tobt in der Vereinsführung bei den Franken ein Machtkampf.

Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag wird ein Großteil des Aufsichtrates der Franken neu gewählt. Fünf von insgesamt neun Aufsichtratsposten werden neu vergeben.

Im Mittelpunkt des Machtkampfes steht Hanns-Thomas Schamel. Der in den Medien als "Meerrettich-König" bezeichnete Unternehmer war erst am 25. August wegen Differenzen mit anderen Mitgliedern aus dem Gremium zurückgetreten. Nun will er mit seiner Initiative "Pro Club 2020" die Mehrheit im Aufsichtsrat übernehmen.

Setzt sich die Gruppe um Schamel durch, könnte Sportvorstand Martin Bader abgelöst werden, hieß es bisher.

Doch Schamel erklärte vor der Jahreshauptversammlung bei SPORT1: "Es geht mir nicht um einzelne Köpfe und ich habe auch nie gesagt, dass ich Martin Bader absägen will, es geht mir nur um den 1. FC Nürnberg. Jeder, der es mit dem FCN gut meint, ist mir recht."

Und weiter: "Wir müssen es hinbekommen, dass der Club wieder auf seine traditionellen Grundwerte hin zurückzuführen ist und er wieder ein grundsolider Bundesligaverein wird."

Nach SPORT1-Informationen ist das Verhältnis zwischen Schamel und Bader jedoch zerüttet.

Wolfgang Wolf, Leiter der Fußballabteilung in Nürnberg, will in dem Konflikt nicht klar Stellung beziehen: "Wir sollten nicht weiter Feuer schüren und eben heute Abend abwarten. Ich hoffe das die vernünftigen Leute überwiegen", sagte er bei SPORT1.

Sportvorstand Bader steht bei den Franken schon länger unter Beschuss. Aufsichtsrat Günther Koch, dessen Posten bei der Mitgliederversammlung nicht zur Disposition steht, forderte öffentlich den Rücktritt des Sportvorstandes.

"Wir sollten einen Weg finden, dass er sich verabschiedet und wir gemeinsam eine ruhige Mitgliederversammlung haben, in der er seinen Abschiedsbericht gibt", sagte der ehemalige Radio-Reporter bei SPORT1.fm.

Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr und dem schlechten Saisonstart in der Zweiten Liga ist die Stimmung beim FCN aufgeheizt. Die Mitglieder wollen mitbestimmen, wie es mit ihrem Club weitergeht.

Wegen des erwarteten Andrangs wurde die Mitgliederversammlung schon von der Meistersingerhalle in die weitaus größere Frankenhalle verlegt.

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