Die Flash Wolves nach ihrem Erfolg über SK Telecom T1 © Riot Games

Rio de Janeiro - Die Flash Wolves haben das fast Unmögliche geschafft: Am vierten Tag der MSI-Gruppenphase schlugen sie verdient den Titelverteidiger SK Telecom T1.

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Das Mid-Season Invitational 2017 in Brasilien war an den ersten drei Tagen eine Zweiklassengesellschaft. SK Telecom T1 thronte über den restlichen fünf Regionen, die sich für die Gruppenphase qualifiziert hatten.

Am vierten Tag jedoch kassierte der Top-Favorit seine erste Niederlage – ausgerechnet gegen die Flash Wolves, die schon im Vorjahr beide Best-of-Ones gegen die Südkoreaner holten und auch bei der WM eines der beiden Spiele gewannen.

Betty mit großen Problemen

Das Spiel startete allerdings nicht schlecht für SK Telecom T1, denn nachdem Huni durch einen Gank von FW-Jungler Karsa aus dem Spiel genommen wurde, antwortete die südkoreanische Bot-Lane mit einem Kill gegen AD-Carry Betty.

Der Taiwanese hatte sichtlich Probleme mit Bang und Wolf, denn nur wenige Minuten später gelang es dem Duo, ihn erneut aus dem Spiel zu nehmen. Dies resultierte bereits früh in einem großen Farmunterschied von über 30 Minions.

Bang und sein Lane-Partner Wolf erspielten sich früh einen großen Vorteil © Riot Games

Nach einer Viertelstunde setzten die Flash Wolves ein erstes richtiges Statement: Wolf bewegte sich im gegnerischen Jungle etwas zu aggressiv und bezahlte dafür mit seinem Leben.

Ein Geistesblitz von MMD sorgte für einen Goldumschwung, denn die Taiwanesen sahen Faker an seinem Blue-Buff, sodass sich der Top-Laner in die Nähe teleportierte. Gemeinsam mit Karsa und Maple fing er den Superstar von SK Telecom T1 ab. Dieser machte daraufhin einen ungewohnten Fehler, indem er zu früh flashte und deswegen nicht über die Wand kam. Das FW-Trio eliminierte ihn auf der Stelle und zerstörte den ersten Tower in der Mid-Lane.

Flash Wolves üben weiter Druck aus

Die zweite wichtige Szene, die den Weg zum Sieg ebnete, geschah in der 23. Minute. Huni pushte die Bot-Lane und die Flash Wolves entschieden sich, ihn mit allen fünf Spielern anzugreifen. Drei Mitspieler des Südkoreaners kamen ihm zur Hilfe, doch dies führte nur dazu, dass die Taiwanesen drei Kills holten.

Im Anschluss konnten sie die gewonnenen Vorteile auf der Karte ausbauen und weiter Druck ausüben. Dies führte zur Vorentscheidung in der 29. Minute. Durch einen Teleport-Flank von MMD fanden die Flash Wolves ein Opening, um einen Team-Fight zu starten. Faker und Wolf wurden auf der Stelle eliminiert und Baron Nashor angepeilt.

Mit Verzögerung startete der LMS-Champion das neutrale Objective und täuschte damit den Favoriten. Durch perfekte Nutzung der Ultimates von Lee Sin und Fizz gelang es dem Team, Peanut von einem Steal abzuhalten.

Fehlerfreie Vorgehensweise bis zum Ende

Mithilfe des Buffs konnten die Taiwanesen ihren Vorsprung massiv ausbauen, ohne dabei Fehler zu begehen. Durch den großen Vorteil war es ihnen möglich, in der 37. Minute einen zweiten Baron zu holen.

Dies genügte für einen finalen Push, der den überraschenden Erfolg gegen SK Telecom T1 perfekt machte. Dass die Flash Wolves nur wenige Fehler begingen, zeigen die Fakten: Die beiden Kills, die die Südkoreaner gegen Betty in den ersten zehn Minuten holten, waren ihre einzigen im gesamten Spiel. Das ist ein Negativrekord für SKT beim MSI.

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