Syndra ist im aktuellen Meta ein sehr beliebter Pick auf der Mid-Lane © Riot Games

In der Mitte der Karte finden sich oft die mechanisch besten Spieler wieder. Einen starken Carry auf der wichtigen Solo-Lane zu haben, ist unabdingbar.

Von Maximilian Eichgrün

Die Mid-Lane ist die kürzeste der drei Lanes in League of Legends und bietet als solche die schnellste Möglichkeit, zum gegnerischen Nexus zu gelangen und das Spiel zu gewinnen. Die Kontrolle der Mid-Lane ist für den Sieg extrem wichtig. Dementsprechend viel Einfluss haben Auswahl und Leistung des Mid-Laners auf den Erfolg des Teams.

Syndra und Orianna als Vorbilder

Syndra wurde mit überwältigender Häufigkeit immer wieder in den großen LoL-Profiligen ausgewählt. In der EU und NA LCS sowie in der LCK, der LPL und der LMS trat sie in 24,7% aller Spiele auf.

Syndra war dabei mit 55,8% Siegesrate (59,5% in der EU LCS) überragend stark und konnte ihre Beliebtheit durch häufige Erfolge immer wieder rechtfertigen. Die Championesse bringt einiges mit: Gute Skalierungen mit Fähigkeitsstärke, hohe Schadenswerte, Massenkontrolle und extremes Snowball-Potenzial machen aus ihr einen sehr starken Pick für die mittlere Lane.

Im Prinzip erfüllt die dunkle Herrscherin also alle Anforderungen für einen guten Mid-Laner und ist dementsprechend stark. Ähnlich verhält es sich mit Orianna, die ebenfalls im vergangenen Split sehr häufig gewählt wurde.

Mit 24,6% Pick-Rate in den genannten Profiligen folgt Orianna ihrer Konkurrentin auf Platz 2 der beliebtesten Mid-Laner des Spring Splits. Ähnlich wie Syndra kann Orianna sicher aus der Distanz farmen und Schaden austeilen, ohne sich selbst in eine schlechte Position zu begeben. Das und ihre enorme Utility sorgen dafür, dass die Aufziehpuppe in Teamkompositionen der Profis gern gesehen ist.

Sowohl Syndra als auch Orianna haben eine gute Laning-Phase und kaum Match-Ups, in denen sie machtlos sind. Dazu kommen die Ultimates der beiden, die, in Syndras Fall, enormen Schaden austeilen oder in Oriannas Fall ganze Team-Fights im Alleingang entscheiden können.

Hohes Carry-Potenzial ist die Devise

Der Mid-Laner sollte in erster Linie viel Schaden am Gegner verursachen. Das kann sowohl mit Kontrollmagiern wie Syndra, Vladimir oder Orianna als auch mit Assassinen wie LeBlanc, Talon oder Katarina erreicht werden. In Ausnahmefällen wählen die Profis Champions wie Karma oder Zilean für die Mid-Lane, um zum Beispiel AD-Carrys wie Kog'Maw besser unterstützen zu können.

Die beliebtesten Mid-Laner der EU LCS im Spring Split © Esportswikis.com

Neben dem Match-Up sollte also auch die eigene Teamkomposition in die Championauswahl mit einbezogen werden. Hat das Team bereits viel Schaden parat, aber es mangelt an Massenkontrolle für Team-Fights, ist Orianna eine gute Wahl. Ist das Team stark in Teamkämpfen und hat viel CC dabei, kann Syndra in den meisten Fällen bedenkenlos gewählt werden.

Wenn der Gegner über starke Carrys verfügt, die ausgeschaltet werden müssen, kann aber auch ein Assassine wie LeBlanc die beste Wahl sein. Viele Mid-Lane Champions passen in das aktuelle Meta und müssen je nach Situation und persönlichen Präferenzen ausgewählt werden.

Pocket-Picks

Neben den beliebten Champions gibt es auch einzelne Helden, die als starke Waffe in der Hinterhand behalten werden. Packen versierte Mid-Laner wie Caps einen Aurelion Sol oder eine Taliyah aus, die sehr viel Kommunikation mit dem eigenen Team erfordern, können sie Spiele alleine entscheiden. Auch Kassadin wird ab und zu als überraschender Pick herangezogen. Damit diese Picks auch Pocket-Picks bleiben, dürfen sie nicht überstrapaziert werden.

Die beliebtesten Mid-Laner beim MSI Play-In © stage.gg

Natürlich hat auch Riots Patchpolitik Einfluss auf die Championwahl: Ryze ist ein gutes Beispiel, da er wegen seiner hohen Utility und seinem Schadenspotenzial zu Beginn des Splits sehr häufig gepickt wurde. In den Patches 7.4 und 7.5 hat Riot Games ihn aus diesem Grund so sehr generft, dass er mittlerweile nur noch ein Pocket-Pick ist. Auch LeBlanc wurde im Laufe der Saison geschwächt. Ein gutes Gegenbeispiel ist Vladimir, der seit seinem Buff in Patch 7.3 viel häufiger zum Einsatz kommt.