LEGIJA hat den Bug berühmt gemacht © DreamHack / Jennika Ojala

Krakau - Nach dem Drama um die Entscheidung, den Bug beim PGL Major nicht mehr zu benutzen, steht BIG nun sogar noch besser da.

Von Yannic Hauske

Die große Kontroverse des PGL Majors in Krakau war dieses Jahr der "Jump-Bug". Eingeführt wurde er vom deutschen Sensationsteam BIG.

Mit BIG berühmt geworden

Der besondere Sprung, der einen Fehler im Spiel ausnutzt, hatte schon vor dem Major ein wenig Aufmerksamkeit erhalten.

LEGIJA von BIG setzte ihn häufig ein und als das Team nun auf dem Major die größte Bühne des internationalen Counter-Strike betrat, rückte auch der Bug mehr und mehr in den Mittelpunkt.

Überall wurde über die Legalität des Bugs und Sportsgeist diskutiert. Einige Spieler und Fans wurden mit ihren Beschwerden ausfallend, während die empörten deutschen Fans plötzlich die Legitimität des Erfolgs ihres Teams in Gefahr sahen –  der Twitter-Krieg lief auf Hochtouren.

Vor Ort schlossen einige Teams für einzelne Matches "Gentlemen's Agreements", welche die Benutzung des Bugs ausschlossen. Schließlich versammelten sich am zweiten Tag Vertreter aller teilnehmenden Teams, um das weitere Vorgehen bezüglich des Bugs auszuhandeln. Nur ein Team fehlte: BIG.

Zunächst hagelte es Anschuldigungen, BIG entziehe sich der Diskussion und wolle nicht fair spielen. Letztendlich stellte sich heraus, dass dem Team niemand Bescheid gesagt hatte.

In einer zweiten Sitzung erklärte sich dann auch BIG bereit, den Bug im Verlauf des Turniers nicht mehr zu benutzen.

Was ist der Jump-Bug?

Emotionen gab es also genug. Aber was bedeutet der Bug nüchtern betrachtet? Dazu muss geklärt werden, was der Bug eigentlich genau ist.

Wenn zwei Spieler sich gegenüberstehen und von einem Hindernis getrennt werden, kann gesprungen werden, um über das Hindernis zu schauen.

Geschieht dies mit einer bestimmten Tastenkombination, dann stimmen Animationen aus der First-Person-Sicht und der Third-Person-Sicht nicht mehr überein. Der springende Spieler kann den stehenden Spieler sehen, aber nicht umgekehrt.

Zwar kann der springende Spieler, dank der Ungenauigkeit im Sprung, seinem Gegner nur wenig bis keinen Schaden zufügen, aber er kann wichtige Informationen sammeln. Und das ist ein gewaltiger Vorteil.

Fair Play im eSports

Es kann ausgespäht werden, ob der spezielle Bereich der Karte frei ist, ob und wann der Angreifer kommt. Somit kann ein Spieler timen, wann er am besten hinter der Ecke hervorkommt, um das eventuelle Duell zu gewinnen.

Das muss nicht spielentscheidend sein, hat aber genug Potential, um einzelne Runden zu beeinflussen.

Besonders eSports-Titel profitieren schon lange von der Entdeckung und Integration unvorhergesehener Spielmechaniken. Man stelle sich beispielsweise ein Quake ohne Bunnyhopping vor.

Der Bug war legal und wurde auch von der PGL als solcher bestätigt. In einer Wettkampfumgebung wie dem Major gehört es dazu, dass sich die Teams jeden möglichen Vorteil verschaffen, um den Sieg davonzutragen.

BIG ist nun über alle Zweifel erhaben

Egal, ob der Bug nun sportlich fair, legal oder Teil des Spiels war – eines ist sicher: BIG hat mit der Zustimmung zur Unterlassung Klasse gezeigt.

Außerdem haben sie damit auch ihre Kritiker endgültig zum Schweigen gebracht: Nach dem sensationellen Sieg gegen SK Gaming, das wohl beste Team der Welt, der ohne den Bug errungen wurde, kann niemand mehr die Leistung von BIG infrage stellen.

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