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Felix Schütz (r.) hat sich ein sehr spezielles Ritual abgeschaut © Getty Images

Deutschlands Eishockey-Held Felix Schütz pflegt bei der Heim-WM ein seltsames Ritual, das nicht nur bei Trainer Marco Sturm für Verwunderung sorgt.

Felix Schütz hatte die Nase voll. "Es ist nicht wirklich so gelaufen, wie es sollte", sagte der Eishockey-Nationalspieler, "da habe ich den Schläger in die Mülltonne gesteckt."

Die ungewöhnliche Aktion half: Der Schweden-Legionär rettete die deutsche Nationalmannschaft beim 4:3 gegen Lettland mit seinem ersten Turniertor 32 Sekunden vor Schluss vor dem WM-Aus. (Die Eishockey-WM LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER)

Der 29-Jährige hatte sich das seltsame Ritual bei einem amerikanischen Teamkollegen in seinem schwedischen Klub Rögle BK abgeschaut. "Er hat den Schläger in die Tonne gehauen und gesagt: Jetzt mache ich ein 'Garbage Goal', ein dreckiges Tor auf Deutsch", erzählte Schütz. In jeder Drittelpause "parkte" er sein Arbeitsgerät im Müll und holte es wieder raus, wenn es aufs Eis ging.

Sturm: "Komische Rituale"

Bundestrainer Marco Sturm habe etwas irritiert dreingeschaut. "Manche Spieler haben komische Rituale", wunderte sich auch Torhüter Philipp Grubauer. "Ich habe den Jungs gesagt: 'Bitte nicht reinkotzen!' Es hat funktioniert", sagte Schütz.

Mit seinem Tor erzwang er die Verlängerung, im Penaltyschießen machte Collegespieler Frederik Tiffels doch noch den Viertelfinaleinzug perfekt. "Deswegen werde ich es bei den nächsten Spielen genauso machen", kündigte Schütz an: "Jetzt ist der Schläger richtig heiß geworden."

Es war nicht das erste wichtige Tor des Oberbayern für die Nationalmannschaft. Bei der grandiosen Heim-WM 2010 hatte er im Weltrekordspiel auf Schalke vor fast 80.000 Zuschauern in der Verlängerung das 2:1 gegen die USA erzielt und die riesige Euphoriewelle losgetreten, die das Team bis ins Halbfinale spülte. "Ich habe ein glückliches Händchen, wenn es darauf ankommt", sagte Schütz. 

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