Eishockey, DEL, Rick Goldmann
Rick Goldmann checkt alle vier Viertelfinal-Serien der DEL-Playoffs © SPORT1-Grafik: Imago

München - Mit den Playoff-Viertelfinals beginnt in der DEL (ab Mi. LIVE auf SPORT1) die heiße Phase im Titelkampf. SPORT1-Experte Rick Goldmann analysiert die Duelle.

Der Titelkampf in der DEL beginnt.

Die Pre-Playoffs sind vorbei und der unglaubliche Lauf der Bremerhavener geht in eine neue Runde. Nun wartet Meister München auf den frisch und frech aufspielenden Aufsteiger (Playoff-Auftakt ab 19.30 Uhr im LIVETICKER).

Ein echter DEL-Klassiker ist das zweite Duell: Adler gegen Eisbären, sechs Meisterschaften gegen sieben. Aber auch Köln gegen Wolfsburg und Nürnberg gegen Augsburg (Mi., ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) versprechen spannende Serien zu werden.

Für SPORT1 analysiert Experte Rick Goldmann vorab die vier Playoff-Duelle:

(1) EHC Red Bull München – (10) Fischtown Pinguins

EHC Red Bull München: Die Münchner Meistermaschinerie besteht aus einem so unglaublich tiefen, gut besetzten Kader. Kein Team schoss mehr Tore in der Hauptrunde. Aber es gibt immer ein Aber. Zwei der vier Duelle gingen an Bremerhaven. Beide Spiele in München. Und: Die Red Bulls waren gerade im neuen Jahr anfällig in der Defensive. Außerdem brauchen sie in den Playoffs einen Top-Goalie, so wie es David Leggio in der Saison war.

Fischtown Pinguins: Bei Bremerhaven kommt viel auf die erste Reihe mit Jack Combs, Jeremy Welsh und Rob Bordson an. Dieses Trio ist für ein Drittel aller Bremerhavener Tore verantwortlich. Aber beim Aufsteiger läuft es insgesamt in der Offensive rund. Zehn Tore in zwei Playoff-Spielen ist enorm. Wenn Bremerhaven gegen die Meister-erfahrenen Münchner eine Chance haben will, brauchen sie neben dieser Offensive allerdings auch eine Topleistung ihrer Torhüter.

(2) Adler Mannheim – (8) Eisbären Berlin

Adler Mannheim: Die Mannheimer sind neben den Münchnern das Powerhouse der Liga. Zwar vergaben sie am letzten Spieltag Platz eins durch die Niederlage gegen Straubing, das war aber ein Warnschuss zur rechten Zeit. Die Adler sind noch einmal geschärft und wissen durch ihre zwölf Siege am Stück zuvor, was sie zu leisten im Stande sind. Und das ist viel. Bestes Powerplay, für mich der qualitativ und quantitativ am besten besetzte Kader der DEL - mit 12 Spielern aus der Meistermannschaft 2015 - und dazu ein herausragendes Keeperduo mit Dennis Endras und Drew MacIntyre, die sich auch in den Playoffs abwechseln werden - was soll da noch schiefgehen?

Eisbären Berlin: Die Berliner nehmen den Schwung aus dem Erfolg aus den Pre-Playoffs gegen Straubing mit. Gerade dieser hart erkämpfte Drei-Verlängerungen-Sieg kann noch einmal Kräfte freisetzen, eine Mannschaft zusammenschweißen und sie ins Rollen bringen. Hinzu kommt: Die Eisbären gehen als Außenseiter in die Serie. Gerade diese Rolle könnte ihnen entgegenkommen. Großes Problem bleibt aber die schwache Torausbeute – nur 2,4 Tore pro Spiel in der Hauptrunde.

(3) Thomas Sabo Ice Tigers – (6) Augsburger Panther

Thomas Sabo Ice Tigers: Körperlich ist Nürnberg die stärkste Mannschaft, dazu hat das Team Spielwitz und vier der besten fünf Scorer der Liga - die Ice Tigers gehen vom Papier her als wahres Playoff-Monster in ihre Serie mit den Augsburgern. Die Stärke am Bullypunkt, die in den entscheidenden Momenten ausschlaggebend sein kann, und zwei bärenstarke Keeper, sind ein weiterer Bonus. Aber: Noch ist nicht klar, ob die Verteidiger-Bullen Milan Jurcina und Colten Teubert fit für das Franken-Schwaben-Duell sind.

Augsburger Panther: Die Panther vertrauen auf ihre Special Teams. Kein Team hat mehr Powerplay-Tore erzielt (50), kein Playoff-Team weniger Strafen genommen (180) – im Gegensatz zu Gegner Nürnberg (249). Das große Plus der Augsburger ist die Homogenität. Auf der Torhüter-Position hat Jonathan Boutin sein Spiel stabilisiert, zu Saisonbeginn zeigte der Keeper allerdings Schwächen. Und: Brady Lamb und Mark Cundari stehen als Top-Verteidiger sehr viele Minuten auf dem Eis. In intensiven Playoff-Spielen womöglich zu viele. Die Frage für Augsburg wird sein, ob sie Nürnbergs Topreihe um Patrick Reimer, Steven Reinprecht und Yasin Ehliz in den Griff bekommen.

(4) Kölner Haie – (5) Grizzlys Wolfsburg

Kölner Haie: Das Duell der besten Goalies der Saison: Kölns Gustaf Wesslau gegen Grizzly Felix Brückmann. Der eine mit einem Gegentorschnitt von unter 1,9 (Wesslau), der andere mit dem Shutout-Minuten-Rekord der DEL mit 315 (Brückmann). Ein Torfestival ist bei dem Duell der besten gegen die drittbeste Defensive nicht zu erwarten. Dafür Top-Eishockey auf vor allem schlittschuhläuferisch höchstem Niveau. Und Neu-Hai Alex Bolduc scheint Kölns X-Faktor in den Playoffs zu sein. Sein Spiel passt ideal zu dem der Kölner. Allerdings ist er noch kein Goalgetter, Kölns größtes Hauptrunden-Problem - mit nur 145 Toren die wenigsten der Top-6-Teams.

Grizzlys Wolfsburg: Bei den Grizzlys ist insbesondere Brent Aubin in sensationeller Form. Sieben Siege aus den letzten neun Spielen lassen die Wolfsburger mit reichlich Selbstvertrauen in die Duelle mit den Haien gehen. Aber: die Grizzlys haben reichlich angeschlagene Spieler in ihren Reihen, vergangene Saison ihr großes Problem in den Finals. Trotzdem hat Trainer Pavel Gross die Mannschaft über die vergangenen Jahre in den Playoffs jeweils auf ein höheres Niveau gehoben. Das muss ihm gegen Köln auch dieses Jahr gelingen.

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