Die DEL Pre-Playoffs sind beendet. Dank eines Sieges in Spiel zwei ziehen die Eisbären Berlin ins Viertelfinale ein. Auch der DEL-Neuling Bremerhaven ist weiter.

Die Eisbären Berlin stehen nach einer Nervenschlacht im Viertelfinale der DEL-Playoffs.

Die Hauptstädter gewannen das zweite Spiel in der Best-of-three-Serie bei den Straubing Tigers mit 3:2 in der dreifachen Overtime  nach sage und schreibe 104 Minuten.

Dabei legten die Hausherren im Stadion am Pulverturm furios los. Gleich im ersten Powerplay schlug der einzige Tigers-Torschütze bei der 1:3-Niederlage im ersten Spiel, Sean Sullivan, erneut zu. Seinen Schlagschuss fälschte ein Berliner Verteidiger unhaltbar für Keeper Petri Vehanen ab (5.).

Die Antwort der Eisbären folgte prompt. Eine Minute später - quasi im Gegenzug - schlenzte Alexander Roach von der blauen Linie die Scheibe ins Straubinger Netz (6.). Tigers-Torhüter Matthew Climie hatte aufgrund der verdeckten Sicht keine Chance auf eine Parade.

Die Niederbayern konnten sich an diesem Tag aber auf ihr Überzahlspiel verlassen. In der 12. Minute stand Scott Timmins bei "Lupfer" von Michael Connolly goldrichtig, von seiner Hose segelte der Puck ins Tor.

Entscheidung in Triple-Overtime

Die Berliner, ohne Charles Linglet und Kai Wissmann - dafür kamen Kapitän Andre Rankel und Micki DuPont zurück in die Mannschaft - taten sich auch im zweiten Abschnitt schwer. Climie nagelte seinen Kasten regelrecht zu. Mit zahlreichen Saves hielt er sein Team auf Kurs - bis zur 31. Minute. Denn dann schlugen auch die Hauptstädter in ihrem ersten Überzahlspiel eiskalt zu. Spencer Machacek verwertete den Abpraller nach Bruno Gervais' Schuss.

Im Schlussdrittel erwischten die Eisbären den besseren Start. Straubing merkte man die Angst vor einem Gegentor regelrecht an. Die Zuschauer im Eisstadion am Pulverturm merkten der Mannschaft ihre Verunsicherung an und sorgten für lautstarke Unterstützung. Knapp vier Minuten vor dem Ende hätten die Hausherren in Überzahl alles klarmachen können. Mike Hedden vergab allerdings die Riesenchance zur Führung.

Folglich ging es in die Overtime. Doch auch hier konnte zunächst kein Sieger ermittelt werden. Erst in der Triple-Overtime erzielte Jamie MacQueen für die Eisbären Berlin den goldenen Treffer. Die Berliner hatten zwischenzeitlich zweimal den Pfosten getroffen. Tigers-Goalie Climie hatte nach einem Zusammenprall mit einem Berliner Stürmer in der zweiten Overtime im weiteren Spielverlauf immer wieder mit Schmerzen in der Leistengegend zu kämpfen – biss aber bis zum Ende auf die Zähne.

"Können stolz auf uns sein"

"Was für ein Spiel! Beide Goalies waren sensationell, beide Teams hätten gewinnen können", sagte Matchwinner MacQueen im SPORT1-Interview nach der Schlusssirene. "Alle sind müde, man kämpft mit sich selbst und dem Spiel und versucht alles bisschen langsamer zu machen und Scheiben aufs Tor zu bringen. Wir sind auch echt froh, dass wir jetzt am Sonntag Pause haben – die brauchen wir nach diesem Spiel auch."

"Das war wahrscheinlich das längste Spiel, was ich je gespielt habe. Es war einfach sehr unglücklich für uns, der Schuss zum Siegtreffer wird abgefälscht und fällt dann unglücklich rein. Wir hätten den Sieg auch verdient gehabt. Aber es hatte nicht sollen sein. Wir können denke ich trotz der Niederlage stolz auf uns sein", sagte Stefan Loibl von den Straubing Tigers nach der Partie bei SPORT1.

Im Parallel-Spiel setzten sich die Fischtown Pinguins in einem echten Krimi mit 6:5 gegen den ERC Ingolstadt durch. Damit sicherte sich der DEL-Neuling ebenfalls den Einzug ins Viertelfinale. Dort treffen das Team aus Bremerhaven auf den amtierenden Meister EHC Red Bull München. Berlin trifft im Viertelfinale auf die Adler Mannheim.

Das Viertelfinale der DEL-Playoffs startet in der kommenden Woche. SPORT1 überträgt die Partie Nürnberg - Augsburg am Mittwoch ab 19.15 Uhr LIVE im TV.

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