Bei dieser Szene entschieden die Schiedsrichter nicht auf Treffer © SPORT1

Nürnberg muss beim Playoff-Viertelfinale in der DEL einen Dämpfer hinnehmen. Augsburgs Keeper erweist sich als Rückhalt. Eine Szene sorgt für Aufregung.

Die Nürnberg Ice Tigers haben zum Auftakt der Play-off-Viertelfinalspiele in der DEL einen Dämpfer erhalten.

Im ersten Spiel ihrer Serie "best of seven" unterlagen die favorisierten Franken, die sich nach einer starken Hauptrunde Hoffnungen auf ihren ersten Meistertitel machen, den Augsburger Panthern auf eigenem Eis mit 1:4 (1:1, 0:1, 0:2).

Zehn Tage nach Ende der Hauptrunde war beiden Teams im bayerischen Derby die Lust auf Eishockey anzumerken. Es entwickelte sich schnell ein rasantes Spiel mit hohem Tempo.

Den Torreigen vor über 7000 Zuschauern eröffneten die Ice Tigers. Nach einem Scheibengewinn im eigenen Drittel konterten die Nürnberger blitzschnell. Steven Reinprecht vollendete mit einem Schuss in den rechten oberen Winkel.

Nachdem die Augsburger kurz nach dem 0:1 eine 5:3-Überzahlsituation nicht nutzen konnten, machten sie es in der 16. Spielminute besser. Wiederum bei zwei Mann mehr auf dem Eis war es Trevor Parkes, der einen Schlagschuss von Braden Lamb ins von Andreas Jenike gehütete Tor der Ice Tigers abfälschte.

Trevelyan trifft und vergibt Penalty

Auch im zweiten Drittel gaben beide Teams von Beginn an Vollgas. In der 28. Spielminute stellte T.J. Trevelyan die erste Gästeführung her. Seinen ersten Schuss konnte Jenike noch abwehren, gegen den Nachschuss war er aber chancenlos.

Wenig später kam es erneut zum direkten Duell Jenike gegen Trevelyan. Der 33-Jährige scheiterte diesmal bei einem an ihm selbst verursachten Penalty am Nürnberger Keeper.

Davon beflügelt erspielte sich der Hauptrundendritte ein klares Übergewicht. Panther-Torwart Jonathan Boutin hatte alle Hände voll zu tun. Und war er einmal geschlagen, bereinigten seine Mitspieler die torgefährlichen Situationen der Ice Tigers. So schlug Verteidiger Gabe Guentzel kurz vor der letzten Drittelpause die Scheibe von der Linie.

Reimer hat den Ausgleich auf dem Stock

Im letzten Drittel setzten die Ice Tigers alles auf die Karte Offensive. Bis zur 50. Spielminute gaben sie alleine zehn Schüsse auf Boutin ab – ohne Erfolg. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Patrick Reimer. Der kürzlich zum besten Spieler der Saison gewählte Stürmer fuhr alleine auf Boutin zu, doch der 31-Jährige wehrte die Scheibe noch mit der Fanghand ab.

Wenige Minuten vor Spielende kam es zu einer strittigen Situation, bei der einem vermeintlichen Augsburger Treffer die Anerkennung verwehrt wurde. Die Schiedsrichter mussten dafür den Videobeweis heranziehen. Ob der von der Latte herunterfallende Puck die Linie überschritten hatte, oder nicht, konnte auch mit der modernen Technik nicht geklärt werden. 

Bei doppelter Überzahl für die Gäste erhöhte kurz vor dem Ende Benjamin Hanowski (59.) aus dem Gestocher vor dem Tor heraus aus der Luft auf 3:1, Aleksander Polaczek (60.) traf zum Endstand ins leere Tor.

Die Nürnberger Angreifer konnten sich im gesamten Spielverlauf gegen die flinken und clever spielenden Augsburger kaum entscheidend durchsetzen. Mit entscheidend waren auch die vielen Strafen der Ice Tigers - zwei Tore für Augsburg fielen bei 5:3-Überzahl. Dazu erwies sich Boutin als herausragender Rückhalt der Panther.

"Ich werde von Spiel zu Spiel besser. Wir haben hart gearbeitet und über 100 Prozent gegeben - das war Playoff-Eishockey", sagte Boutin zufrieden nach der Partie im Gespräch mit SPORT1

Spiel zwei der Serie steigt am Freitag in Augsburg (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER)

Das Spiel im Stenogramm:

Nürnberg Ice Tigers - Augsburger Panther 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)
Tore: 1:0 Reinprecht (5:12), 1:1 Parkes (15:52), 1:2 Trevelyan (27:33), 1:3 Hanowski (58:38), 1:4 Polaczek (59:47)
Zuschauer: 7026
Strafminuten: Nürnberg 12 - Augsburg 10
Play-off-Stand: 0:1 

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