Isabella Laböck mit SPORT1-Reporter Andreas Kloo © getty

Im SPORT1-Interview spricht Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck über ihre Ziele, Olympia und Fotos im Playboy.

München - Isabella Laböck war eine der Überraschungen des vergangenen Sport-Winters.

Nach ihrem WM-Titel steht sie bei SPORT1 zur Wahl der Sportlerin der Jahres 2013 (stimmen Sie hier ab für Isabella Laböck).

Auch für die am Freitag beginnende Saison hat sich Laböck viel vorgenommen. Zuletzt plagten sie immer wieder Verletzungssorgen.

Im SPORT1-Interview spricht die 27-Jährige über ihre Ziele, die Unwägbarkeiten des Sports, Olympia und das Fotoshooting mit dem Playboy.

SPORT1: Frau Laböck, im Sommer haben Ihnen Rückenschmerzen stark zu schaffen gemacht. Haben Sie die Probleme in den Griff bekommen?

Isabella Laböck: Die Rückenschmerzen haben mich die letzten eineinhalb Jahre ziemlich geplagt. Meine Saisonvorbereitung musste ich deshalb anders gestalten als die Teamkolleginnen. Ich bin ein bisschen später ins Krafttraining eingestiegen, aber es geht mir gut, ich kann wieder befreit durchatmen.

SPORT1: Wie lautete denn die Diagnose genau?

Laböck: Es handelt sich letztlich um körperlichen Verschleiß im Bereich der Wirbelsäule als Folge des jahrelangen Hochleistungssports. Durch ein spezielles Rückentraining und eine Bandage, die stützt und entlastet, fühle ich mich sicher. Ich weiß jetzt, dass nichts passieren kann.

SPORT1: Trotz dieser Schwierigkeiten in der Vorbereitung: Die persönliche Erwartungshaltung vor dem Olympia-Winter ist durch Ihren WM-Titel mit Sicherheit gestiegen.

Laböck: Klar, ich bin heiß auf mehr. Ich weiß jetzt, dass ich ganz nach vorne fahren kann. Auch wenn ich vorher keinen Weltcup-Sieg hatte, war der WM-Titel für mich keine Überraschung. Ich wusste, dass ich wahnsinnig stark bin. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich es rauslassen konnte. Ich versuche, es jetzt ähnlich locker anzugehen wie bei der WM. Da profitiere ich mittlerweile auch von der Erfahrung, die ich bei verschiedenen Großereignissen gesammelt habe. Wichtig ist immer der Weg bis zum Großereignis hin, da muss alles stimmen. Am Tag X selbst ist nichts planbar, aber man muss sich auf sein Können verlassen können.

SPORT1: Der Tag X ist für Sie der 19. Februar 2014. Da findet der Parallelriesenslalom bei den Olympischen Spielen in Sotschi statt. Wie sehr spukt dieses Datum schon in Ihrem Kopf?

Laböck: Natürlich habe ich Olympia im Hinterkopf. Schon beim Gedanken daran spüre ich ein Kribbeln. Und es spricht einen ja auch jeder darauf an. Zunächst aber muss ich die Qualifikation schaffen. Das ist mein Hauptziel für die Dezember-Rennen. Ich will mit der Olympia-Quali in der Tasche ins Jahr 2014 starten.

SPORT1: Ist Olympia für Sie als Snowboarder erst recht etwas Besonderes, weil Ihre Disziplin teilweise noch ein Schattendasein führt im Vergleich zum Ski Alpin?

Laböck: Na ja, wir gehören jetzt auch schon seit 1998 zur olympischen Familie mit dazu. Aber ich denke, Olympia ist für jeden Sportler etwas ganz Besonderes. Es gibt nur alle vier Jahre die Möglichkeit, um diese besondere Medaille kämpfen zu können. Ich kann mir nichts Größeres vorstellen als Olympia. Wobei ich auf den Weltmeistertitel schon auch stolz bin. Den kann mir keiner mehr nehmen.

SPORT1: Was hat sich durch den Weltmeistertitel bei Ihnen persönlich verändert? Wie stark merken Sie den gestiegenen Bekanntheitsgrad?

Laböck: Es gibt mehr mediale Anfragen. Ich merke, dass die Leute an mir interessiert sind. Sie wollen auch die Person Isabella Laböck kennenlernen, die in den vergangenen Jahren im Schatten einer Amelie Kober stand. Jetzt können wir zeigen: "Hey, da gibt's noch mehr Mädels in unserem Team!"

SPORT1: Und wie ist es allgemein um das Interesse am Snowboardsport bestellt? Merken Sie da einen Aufwärtstrend?

Laböck: Ja, es geht aufwärts. Unsere Leistungen und Erfolge, die wir am laufenden Band erbringen, werden schon wahrgenommen. Die Präsenz im Fernsehen zum Beispiel ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Dabei haben wir, im Gegensatz zu anderen Wintersportarten, nicht einmal an jedem Wochenende einen Wettkampf.

SPORT1: Sie haben neben dem sportlichen Erfolg auch durch Fotoaufnahmen für das Playboy-Magazin auf sich aufmerksam gemacht. War das etwas, was Sie ohnehin schon immer machen wollten oder war das eine Folge des WM-Titels und des gesteigerten Interesses an ihrer Person?

Laböck: Das war ein schöner Nebeneffekt, das Shooting fand aber schon vor meinem WM-Sieg statt. Jeder kennt einen als Sportler. Da ist es dann schön zu zeigen, wie man ohne Helm und Skibrille aussieht. Wenn man im Wettkampfmodus ist, sieht man am Ende eines Wettkampftages oft erschöpft aus. Das sieht man dann auch ein wenig in meinem Gesicht. Generell macht es jeder Frau Spaß, schöne Bilder zu machen, geschminkt und gestylt zu werden.

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