Felix Neureuther macht beim Weltcup in Beaver Creek alles klar für Olympia. Die Schlagzeilen gehören einem Rückkehrer.

Beaver Creek/München - Die Schlagzeilen gehörten Bode Miller nach seinem starken Comeback in den Weltcup-Zirkus. Nach fast drei Jahren Abstinenz holte der US-Star beim Riesenslalom in Beaver Creek auf Anhieb eine Podiumsplatzierung. (DATENCENTER: Ergebnisse Beaver Creek)

Doch aus deutscher Sicht war natürlich ein anderes Ereignis wesentlich wichtiger: Felix Neureuther sicherte sich nach langer Leidenszeit das Olympia-Ticket. (News)

Dass er sich in Beaver Creek nach zwei unglücklichen Auftritten in diesem Winter mit Platz sieben für Sotschi qualifizierte, "hat mir gut getan", meinte der Vorzeigefahrer anschließend recht nüchtern.

"Gott sei Dank"

Er habe "gewusst, dass ich schnell bin, das ist die Bestätigung für mich".

Die schwierige Vorbereitung mit den Problemen am Knöchel sei vergessen und vorbei, "Gott sei Dank".

Jetzt, fügte er lächelnd an, "merke ich, dass meine Form immer besser und besser wird. Ich brauche noch ein bisschen Zeit, dann kann ich wieder so Gas geben wie letztes Jahr." (SERVICE: Der Rennkalender)

Und natürlich will auch Stefan Luitz, noch so ein Rückkehrer (nach einem Kreuzbandriss), ab sofort wieder "g'scheit Gas geben".

In Beaver Creek schrammte der Allgäuer als Neunter hauchdünn an der Olympia-Norm vorbei.

Erlösung für Miller

Im Fokus des allgemeinen Interesses stand bei seinem Heim-Weltcup jedoch Superstar Miller.

Bode is back! Das Comeback rührte sogar eine Weltmeisterin zu Tränen. "Ich weine gerade", twitterte Slalom-Ass Mikaela Shiffrin nach dem überraschendem Coup ihres Landsmanns ( 647718 DIASHOW: Die Schönen des Winters ). Dass dieser dem mit 36 Jahren zweitältesten Fahrer im Feld einen Tag vor der gerichtlichen Fortsetzung des Sorgerechtsstreits um Sohn Nate glückte, machte es für Miller nur noch schöner.

"Es fühlt sich großartig an, ein bisschen wie eine Erlösung", sagte Miller. Zu Saisonbeginn war er nach über eineinhalbjähriger Wettkampfpause in den Weltcup zurückgekehrt, das große Ziel Olympia im Blick. Das Knie und der Rücken, Baustellen über Jahre, machten keine Probleme mehr. "Die Fitness wieder zu haben, hilft sehr", sagte Miller in Beaver Creek. Aber wie schnell er sein kann, wusste er nicht. Allerdings: "Mangelndes Selbstvertrauen war noch nie ein Thema bei mir."

Vom 31. auf den zweiten Platz

Und genau so fuhr er dann auch. Mit Startnummer 31 auf Rang zwei im ersten Durchgang. Mit erneut zweitbester Laufzeit im Finale hielt er diese Position, 1,32 Sekunden war er am Ende langsamer als Kumpel Ligety - aber 0,50 Sekunden schneller als Vize-Weltmeister Marcel Hirscher.

"Ich bin total aufgedreht", sagte Miller nach dem Rennen. Es muss sich für ihn ein bisschen so angefühlt haben wie bei seinem ersten Weltcup-Podium vor 13 Jahren. Seine bis dato letzte Fahrt aufs "Stockerl" war ihm als Abfahrts-Zweiter in Chamonix im Februar 2011 geglückt.

Im Riesenslalom war er letztmals im März 2007 in der Lenzerheide unter den besten Drei.

Vorfreude auf Europa-Rennen

Weltmeister Ligety, in Beaver Creek in einer eigenen Liga, war "beeindruckt" von der Vorstellung seines Teamkollegen. SHOP: Jetzt Snowboard-Artikel kaufen

Und der sagte dem Riesenslalom-Dominator den Kampf an: "Ted ist sehr nahe dran an der Perfektion. Aber wenn ich mein Maximum heraushole, kann ich ihn schlagen."

Jetzt aber freue er sich erstmal auf "die schwierigeren Berge" in Europa.

Der erste ist der in Val d'Isere, wo am kommenden Wochenende ein Riesenslalom und ein Slalom gefahren werden.

Felix Neureuther hat "gute Erinnerungen" an den "super Hang" in Frankreich. Im letzten Jahr war er dort Zweiter und Vierter.

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