Severin Freund (l. mit Freitag) gewann bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 Bronze © imago

Bundestrainer Schuster verordnet seinen Springern vor der WM eine Pause. Für den Saisonhöhepunkt fühlt sich das Team gewappnet.

Oberstdorf - Trautes Heim statt Hatz durch die Hotelbetten: Kurz vor dem Saisonhöhepunkt verordnete Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster seinen Schützlingen noch einmal Balsam für die Seele.

"Wir werden jetzt nach Hause fahren, damit die Jungs in ihrem eigenen Bett schlafen. Und das insgesamt dreimal. Am Mittwoch fahren wir dann nach Predazzo", sagte Schuster nach der WM-Generalprobe in Oberstdorf.

Er schickte Richard Freitag, Severin Freund und Co. noch am Sonntagabend auf die Heimreise. Körperlich und seelisch ausgeruht sollen die DSV-Adler bei den Titelkämpfen in Val di Fiemme die Jagd auf die Medaillen in Angriff nehmen.

Schuster zuversichtlich

Die Erwartungen sind hoch: Alle fünf WM-Fahrer schafften in dieser Saison bereits den Sprung auf das Podest. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Siege gelangen Freund in Lillehammer und Kuusamo, Freitag sprang am Samstag mit seinem Erfolg beim letzten Weltcup vor der WM in den Favoritenkreis.

"Ich bin zuversichtlich für Predazzo. Wir haben in Oberstdorf mehr Positives als Negatives gesehen", sagte Schuster, der mindestens eine Medaille als Ziel ausgegeben hat - wenn möglich sogar zwei.

DSV-Adler auf Augenhöhe

Besonders für den Teamwettbewerb sind die Erwartungen hoch, auch wenn es auf der Heini-Klopfer-Schanze nur zum undankbaren vierten Platz reichte.

Mit Ausnahme der überragenden Norweger sieht Schuster seine Mannschaft aber auf Augenhöhe.

"Wir haben lange um den zweiten Platz gekämpft. Wir waren in einer guten Position, haben den Kampf dann aber knapp verloren."

Wank hat gute Karten

Freund, Freitag und der zuletzt im Fliegen starke Michael Neumayer dürften für das Teamspringen bei der WM gesetzt sein.

Für den problematischen vierten Platz scheint Andreas Wank gegenüber Andreas Wellinger die besseren Karten zu haben, zumal Wank den zuletzt beachtlichen Rückstand auf das Top-Trio verkürzt hat.

"Wenn wir im Team etwas gewinnen wollen, brauchen wir vier Top-Springer. Das haben wir heute gesehen", sagte Schuster mit Blick auf Wank: "Daher war das für Andreas ein wichtiger Tag."

Freitag braucht Erholung

Die Ruhepause im heimischen Sachsen dürfte vor allem Freitag zu Gute kommen.

"Die geistige und körperliche Frische war bei ihm im Team nicht mehr vorhanden, um die Topleistung herauszukitzeln", sagte Schuster nach dem verunglückten zweiten Durchgang des 21-Jährigen, der tags zuvor noch den zweiten Sieg seiner Karriere gefeiert hatte:

"In Summe bin ich mit seiner Form zufrieden und froh, mit so einem Springer nach Predazzo zu fahren."

Freund stabilisiert sich

Neben Freitag ist Severin Freund größter Hoffnungsträger auf eine WM-Medaille in einem der beiden Einzel-Wettbewerbe.

Nach einer Schwächephase zu Jahresanfang hat sich der 23-Jährige wieder auf hohem Niveau stabilisiert und sprüht vor Tatendrang.

"Es geht vorwärts", sagte Freund, packte seine sieben Sachen und verabschiedete sich in die Heimat: "Da wird jetzt noch einmal richtig Kraft getankt. Ich freue mich auf mein Bett."

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