Richard Freitag-Zakopane
Richard Freitag bejubelt den zweiten Weltcup-Sieg seiner Karriere © getty

Richard Freitag gewinnt die WM-Generalprobe mit zwei Sprüngen über die magische Marke. Der Weltcup-Führende hat das Nachsehen.

Oberstdorf - Richard Freitag ließ vor Freude den rechten Ski aus der Hand fallen, dann begruben ihn seine Teamkollegen in einer Jubel-Traube:

Mit seinem ersten Saisonsieg und den zweiten seiner Karriere hat sich der 21-Jährige in Oberstdorf viel Selbstvertrauen für die am Mittwoch beginnende WM geholt (DATENCENTER: Der Weltcup).

"Das fühlt sich richtig gut an. Ich habe mein Bestes versucht, und am Ende hat es gereicht. Ich sehe, dass der Weg der richtige ist", sagte der Sachse nach seinem überraschenden Sieg beim Skifliegen.

"Das Fliegen ging heute einfach gut", sagte Freitag, ehe über seinem Kopf ein krachendes Feuerwerk den Nachthimmel erhellte.

Hauchdünner Vorsprung

Mit Sätzen auf 209,0 und 206,5 Meter verwies der DSV-Adler mit 409,8 Punkten denkbar knapp den Norweger Andreas Stjernen (409,5) und dem Weltcup-Führenden Gregor Schlierenzauer (Österreich/409,0) auf die Plätze. Ganz oben auf dem Treppchen hatte Freitag bislang nur im Dezember 2011 in Harrachov gestanden.

Mit dem Sieg sprang Freitag zudem aus dem Schatten seines Vaters: Holger Freitag hatte 1983 ebenfalls im tschechischen Harrachov seinen ersten Weltcup gewonnen - anders als bei Sohn Richard blieb es der einzige seiner Karriere.

"Richard hat super trainiert"

"Das freut mich riesig für ihn und für die ganze Mannschaft", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Richard hat super trainiert und das zum ersten Mal auch im Wettkampf gezeigt." Schon in der Vorwoche hatte Freitag in Willingen und Klingenthal mit Siegen in der Qualifikation ein Ausrufezeichen gesetzt.

In die Top 10 schafften es kurz vor den Titelkämpfen in Val di Fiemme auch Severin Freund (Rastbüchl/395,1) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/392,5) auf den Plätzen neun und zehn.

Weltcup-Punkte sammelten zudem Lokalmatador Karl Geiger (Oberstdorf/372,5) und Andreas Wank (Oberhof/367,2), die auf den Rängen 20 und 23 landeten.

Geiger erlebt höchstes Gefühl

"Das war einfach nur geil", sagte Geiger, der im zweiten Durchgang mit 195,0 Metern eine persönliche Bestmarke aufstellte: "Das ist das höchste der Gefühle und macht einfach nur Spaß. Ich würde am liebsten noch einmal springen."

Nach dem ersten Durchgang ausgeschieden waren dagegen Andreas Wellinger (Ruhpolding) und Maximilian Mechler (Isny). Der erst 17 Jahre Wellinger musste sich mit Rang 35 begnügen und sucht weiter seine WM-Form, der nicht für die Titelkämpfe qualifizierte Mechler landete auf dem 38. Platz.

Kein Sprung nach vorn

In der Gesamtwertung der Team-Tour bleibt Deutschland dennoch nur Vierter hinter den führenden Slowenen. Am Sonntag steht in Oberstdorf zum Abschluss das Mannschaftsspringen (ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Programm.

Die siegreiche Nation erhält einen Scheck über 100.000 Euro, zuletzt ging der Titel dreimal an die erfolgsverwöhnten Österreicher.

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