Martin Schmitt gewann bei Olympia 2002 in Salt Lake City Gold mit der Mannschaft © imago

Die deutschen Skispringer enttäuschen beim Heim-Weltcup bei der Team-Tour und fallen zurück. Martin Schmitt verpasst die WM.

Klingenthal - Martin Schmitt ließ enttäuscht die Schultern hängen.

Sekunden nach seinem "Hüpfer" auf 105 Meter hakte der deutsche Skisprung-Oldie sein großes Ziel WM ab.

"Die WM steht für mich nicht zur Diskussion. Dafür habe ich einfach keinen ordentlichen Eindruck hinterlassen", sagte der 35-Jährige nach der vergebenen letzten Chance auf seine neunte WM-Teilnahme in Folge.

Wenig später kam dann die Gewissheit: Bundestrainer Werner Schuster verzichtete wie erwartet auf den 35-Jährigen und nominierte Severin Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger, Michael Neumayer und Andreas Wank

Schuster begründet Entscheidung

"Diese Fünf waren die stärksten Springer in diesem Winter, deshalb werde ich sie dem DSV vorschlagen. Martin wusste um seine Ausgangsposition, er ist eine tolle Tournee gesprungen, in den letzten Wochen waren seine Leistungen allerdings etwas rückläufig", sagte Schuster.

Nur Platz 49 und damit der vorletzte Rang beim Heim-Weltcup in Klingenthal - viel zu wenig für Schmitt.

Für die Titelkämpfe in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März) hätte es schon der Sprung aufs Podium sein müssen.

Schmitt selbstkritisch

Doch am Ende hatte selbst der Wetter-Gott kein Einsehen mit Schmitt. Der Altmeister wurde von einer Windböe erwischt, stürzte förmlich ab und musste vorzeitig die Koffer packen.

Nichts wird es mit der WM, nichts mit der erhofften Reise nach Italien.

"Ich hätte stabiler im Training sein müssen", sagte Schmitt selbstkritisch.

Freitag enttäuscht

Einen guten Eindruck hinterließen allerdings auch die WM-Fahrer nicht.

Bester DSV-Adler bei der Sieg-Premiere des Slowenen Jaka Hvala war Michael Neumayer auf Rang 13. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Lokalmatador Richard Freitag, der am Dienstag die Qualifikation gewonnen hatte, verpasste als 32. sogar erstmals in diesem Winter den zweiten Durchgang.

"Das war insgesamt schon sehr, sehr enttäuschend. Man brauchte auch ein wenig Glück, das hatten wir am Anfang nicht. Hinzu kamen große technische Fehler", sagte Schuster.

Lob für Freund

Hinter Neumayer schafften es nur noch Severin Freund und Andreas Wellinger auf den Rängen 18 und 29 in die Punkte.

"Bei Severin habe ich das Gefühl, dass er knapp dran ist. Er ist ein Klasse-Mann", sagte Schuster, der auch dem enttäuschten Freitag Mut für die WM machte.

"Richard wird das gut hinkriegen. Auch wenn das eine bittere Erfahrung für ihn war."

Freitag wird gefeiert

Freitag, dessen Geburtsort Erlabrunn nur 50 Kilometer von Klingenthal entfernt liegt, war schon vor dem Springen von den zahlreichen Fans gefeiert worden - darunter auch seine Mutter Diana.

Doch der erhoffte Sprung auf das Podium oder gar der zweite Weltcup-Sieg seiner Karriere wollte am Ende nicht gelingen.

"Leider hat es nicht geklappt. Der Sprung war einfach nicht so gut. Es hat trotzdem Spaß gemacht", sagte Freitag.

Hlava gewinnt

Feiern durfte dagegen der frisch gebackene Junioren-Weltmeister Hlava.

Mit Flügen auf 142,5 und 133,0 Meter verbuchte der 19-Jährige seinen ersten Weltcup-Sieg.

Hinter dem Shootingstar schafften es bei schwierigen Windverhältnissen der Japaner Taku Takeuchi (254,6 Punkte) und Vierschanzentournee-Sieger Gregor Schlierenzauer (Österreich/253,1) auf das Podest.

Wie Freitag und Schmitt mussten zur Halbzeit auch Andreas Wank und Karl Geiger auf den Rängen 38 und 42 die Koffer packen.

Deutschland fällt zurück

In der Gesamtwertung der Team-Tour fiel die deutsche Mannschaft mit 1422,3 Punkten vom dritten auf den vierten Platz zurück.

Platz eins verteidigte Slowenien (1498,6) vor Titelverteidiger Österreich (1454,4) und Norwegen (1445,4).

Die zehntägige Serie wird ab Freitag in Oberstdorf (ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) fortgesetzt. Am letzten Wochenende vor der WM stehen dort ein Einzel- und ein Teamwettbewerb auf dem Programm.

Die siegreiche Nation erhält eine Prämie von 100.000 Euro.

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