Martin Schmitt gehörte insbesondere von 1998 bis 2001 zur absoluten Weltspitze © getty

Martin Schmitt will sich über den Continentalcup zurück ins Weltcupteam kämpfen. Dafür ist er sich "für nichts zu schade".

München - Der Traum von seiner fünften Olympia-Teilnahme gibt Martin Schmitt Kraft.

Akribisch wie schon seit mehr als 15 Jahren hat sich der Skisprung-Routinier auf den Winter vorbereitet - auch ohne festen Platz im deutschen Eliteteam.

Während die Hoffnungsträger Richard Freitag und Severin Freund am Wochenende in Lillehammer in den Weltcup starten, muss sich der Olympiasieger von 2002 auf den Beginn im zweitklassigen Continentalcup vorbereiten.

Und dort soll es für den 34-Jährigen keine Abschiedstournee geben.

"Ich will in diesem Jahr bei der Vierschanzentournee dabei sein, das ist das nächste Ziel", sagt Schmitt.

Schmitts Anspruch noch immer hoch

Zumindest bei den Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen dürfte das klappen, denn dort haben die Adler des Deutschen Skiverbandes (DSV) aufgrund des Heimvorteils jeweils 13 Startplätze.

"Zu den 13 besten Deutschen gehört Martin allemal", sagte Bundestrainer Werner Schuster der "Sport Bild": "Aber sein Anspruch ist ja ein anderer. Wenn er im Weltcup startet, muss er schon die Aussicht auf einen Top-20-Platz haben. Sonst macht es wenig Sinn."

"Bin mir für nichts zu schade"

Der Weg dorthin scheint nach einem von Rückschlägen und einer Knieverletzung geprägten letzten Jahr allerdings weit.

"Ich bin mir für nichts zu schade und werde meinen Weg weiter gehen", sagt Schmitt.

Für diese Einstellung wird der ehemalige Weltmeister geschätzt, wie Schuster betont: "Er ist zum Glück nicht der Mann, der seine Ellbogen ausfährt, er ist total umgänglich. Die jungen Springer sind stolz, dass sie noch mit ihm in der Mannschaft springen."

Trainerschein in Arbeit

Der als harter Arbeiter bekannte Furtwanger wählt seine Worte vor dem Winter mit Bedacht.

Die Zeiten als gefeierter Popstar seiner Sportart zur Jahrtausendwende sind lange vorbei, Schmitts Alltag im Continentalcup dürfte grauer denn je werden.

Auch deswegen hat er sich schon mit Alternativen nach der Karriere beschäftigt und im Oktober an der Trainerakademie in Köln damit begonnen, seinen Diplom-Trainerschein zu machen.

"Das geht bis September 2015, jeden Monat vier Tage in Köln und zusätzlich verschiedene Praktika und Seminare", sagte Schmitt, der bereits im Besitz der A-Lizenz ist.

Schuster hält an Schmitt fest

Auch Schuster rät dem Oldie zu diesem Weg.

"Kaum ein Aktiver hat das Skispringen in all seinen Facetten so durchlebt wie Martin Schmitt", sagte der Österreicher: "Er ist darüber hinaus ein guter Beobachter und Analytiker. Martin hat daher alle Anlagen zu einem exzellenten Trainer, sofern er sich dafür entscheidet."

Deswegen forderte er den DSV auch offen auf, Schmitt an sich zu binden, "ob als Trainer oder in anderer Funktion."

"Das Feuer lodert noch in ihm"

Doch der frühere Weltmeister Schmitt will zunächst lieber selbst noch über den Bakken gehen, als den Youngstern ausschließlich Tipps zu geben.

"Ich hatte sehr gute Gespräche mit ihm, auch zum Thema Rücktritt", sagte Schuster: "Aber Martin hat mir versichert, dass er noch nicht durch ist mit dem Thema Skispringen. Er glaubt daran, die Lücke zur Weltspitze schließen zu können. Das respektiere ich. Das Feuer lodert noch in ihm."

Und im Hinterkopf sind da auch noch die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi.

"Es wäre eine tolle Sache, noch einmal dabei zu sein", sagte Schmitt. Allerdings nicht um jeden Preis. "Wenn ich dabei bin, dann will ich auch gut sein." Genau wie in diesem Jahr im Weltcup.

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