Der neue Skilanglauf-Bundestrainer Frank Ullrich hat seinem Vorgänger Jochen Behle widersprochen und gibt für seinen Sport keine düstere Prognose ab.

"Wenn man es schwarz sieht, dann wird es auch schwarz. Man muss jetzt offensiv an viele Dinge herangehen", sagte Ullrich in Oberhof: "Wir haben ein riesiges Potenzial in unserem Land. Wir haben so viele Leute, die auf den richtigen Weg mitgenommen werden müssen. Aber es wird ein knochenhartes Unternehmen."

Als Beispiel müssten die skandinavischen Länder dienen, ohne aber zu schnell zu hohe Erwartungen zu haben.

"Wir wollen die Leidenschaft für den Wintersport wecken und die Fans begeistern, so wie die Schweden oder Norweger das machen", sagte der 54 Jahre alte Ullrich, der die Langläufer erst seit diesem Sommer betreut.

Behle hatte davon gesprochen, dass er den Langlauf vor riesigen Problemen sieht. "Und zwar nicht erst in einigen Jahren, sondern jetzt. Und das liegt nicht etwa an Strukturen im Skisport, sondern an gesellschaftlichen Veränderungen", sagte der Willinger.

Konkret meinte Behle: "Alles, was zum Hochleistungssport dazugehört wie Fleiß, Verzicht, sich durchbeißen, das steht nicht mehr so im Vordergrund. Man mag es gerne bequemer, leichter."

Ullrich, der von 1998 bis 2010 als Biathlon-Bundestrainer arbeitete, will dem entgegenwirken und geht optimistisch an seine neue Aufgabe heran: "Wir werden unser Konzept konsequent weiterführen und an den Problemen arbeiten. Ich sehe positiv in die Zukunft."

Ein persönliches Problem zwischen Behle und Ullrich gebe es ohnehin nicht: "Wir werden den Blick für das große Ganze nicht verlieren."

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