Maria Höfl-Riesch holte 2010 Slalom-Gold bei Olympia in Vancouver © getty

Die Deutsche profitiert in Lienz von den Abflügen der Konkurrenz. Marlies Schild siegt in der Heimat und stellt eine neue Bestmarke auf.

Lienz/München - Maria Höfl-Riesch steht an der Weltcup-Spitze. Entsprechend erleichtert war sie nach ihrem dritten Platz im Nebel-Slalom von Lienz.

"Super, mit so einem Ergebnis das Jahr abzuschließen", sagte die 29-Jährige mit einem gelösten Lächeln, als sie von der letzten Siegerehrung eines Weltcup-Rennens im Jahr 2013 kam.

Nach einem enttäuschenden 15. Rang im Riesenslalom am Vortag (Bericht), nutzte sie in ihrer Paradedisziplin den Ausfall gleich mehrerer Konkurrentinnen, um nach dem vierten Rang im ersten Lauf und Fehlern im zweiten Durchgang doch noch aufs Podest zu fahren.

Den Sieg-Rekord von Marlies Schild aus Österreich, die mit ihrem 35. Erfolg bei einem Weltcup-Slalom Vreni Schneider aus der Schweiz überholte, vermochte Höfl-Riesch nicht zu verzögern ? sie lag 0,63 Sekunden zurück.

Dichter Nebel

Doch ihr bisher vierter Podestplatz im Olympia-Winter hinter Schild sowie Weltmeisterin Mikaela Shiffrin aus den USA war der gelungene Jahresabschluss nach mehreren Rückschlägen.

Ihr Vater Sigi fieberte in Österreich auf der Tribüne mit und sah, wie seine Tochter mit zwei soliden Läufen auf der in dichten Nebel gehüllten Piste auf den ersten Platz des Gesamtweltcups fuhr (DATENCENTER: Gesamtweltcup).

"Ich habe gemerkt, dass es unten nicht mehr so gut ging und war einfach nur noch glücklich, als Zweite im Ziel zu sein und habe gehofft, dass es fürs Podium reicht", sagte sie nach einem energischen Lauf auf der ruppigen Strecke bei der "ARD".

Dennoch relativierte sie ihre neue Ausgangslage im Weltcup: "Schade, dass das im Dezember noch nicht so viel zählt."

"Slalom extrem wichtig"

Für sie sei der Slalom extrem wichtig, weil in diesem ihre drei schärfsten Konkurrentinnen nicht fahren würden.

Gemeint sind Tina Weirather aus Liechtenstein, die nun zwei Punkte hinter Riesch liegt, die Österreicherin Anna Fenninger (14 Punkte zurück) und Laura Gut aus der Schweiz (43 Punkte).

Fenninger hatte am Vortag noch den Riesenslalom gewonnen. Höfl-Riesch sieht ihre Grenzen indes noch nicht voll ausgelotet: "Das war noch nicht das Limit."

Dass der für den 4. Januar in Zagreb abgesagte Slalom nun tags darauf im italienischen Bormio ausgetragen wird, dürfte ihr sehr gelegen kommen.

Geiger wird Achte

Sportdirektor Wolfgang Maier nannte das Ergebnis im Slalom "ganz ordentlich", nachdem die schon für Olympia qualifizierte Christina Geiger auf Rang acht gefahren war.

Die 23-Jährige verlor im zweiten Lauf zwar ein paar Zehntel, machte dank ihrer Fitness im Zielhang aber nochmal Zeit gut. Der Nebel habe sie nicht beeinträchtigt, sagte sie hinterher der "ARD": "Es gab schon schlimmere Rennen."

Weltcup-Punkte holten zudem Barbara Wirth (Lenggries/20.) - und Höfl-Rieschs Schwester Susanne Riesch (22.). Für Letztere war das Ergebnis ein Erfolg: Zwei Jahre hatte sie vor dem Weltcup-Winter verletzt gefehlt.

In Lienz wäre ihr nun beinahe die halbe Olympia-Quali gelungen - zur Halbzeit lag sie noch auf dem 16. Platz. Trotzdem herrschte allgemeine Zufriedenheit.

"Lebenszeichen des Teams"

"Das war seit längerer Zeit mal wieder ein gutes Lebenszeichen des Teams", sagte Maier.

Nach dem Riesenslalom am Vortag hatte der Sportdirektor fast schon deprimiert geklungen. Höfl-Riesch auf Rang 15, die allerdings gerade erst genesene Viktoria Rebensburg nur auf Rang 24 - das gefiel Maier gar nicht: "Das war in keinster Weise zufriedenstellend, da waren wir zu weit weg von der Weltspitze." (SERVICE: Alle Rennergebnisse)

Sonntags jubelte am Ende vor allem Marlies Schild - mit ihrem sechsten Sieg in Lienz stellte sie die neue Slalom-Bestmarke auf.

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