Felix Neureuther fährt seit Januar 2003 im Weltcup © getty

Der angeschlagene Neureuther landet beim Slalom in Val d'Isere nach Chaostrip auf Platz zehn. Höfl-Riesch vermisst Konstanz.

St. Moritz - Es war nicht zu übersehen, dass Felix Neureuther Schmerzen hatte. Doch er biss auf die Zähne.

Und dann biss er sich durch. Nach einem fürchterlichen Trainingssturz und einer Aktion der Sorte "Harakiri" erkämpfte sich Neureuther beim Weltcup im französischen Val d'Isere den zehnten Rang im Slalom (SERVICE: Alle Rennergebnisse) .

Das war aller Ehren wert.

Höfl-Riesch bemängelt fehlende Konstanz

Ein paar hundert Kilometer weiter westlich im Schweizer Nobelort St. Moritz blickte Maria Höfl-Riesch nicht ganz so zufrieden drein.

Rang acht im Super-G, Rang elf im Riesenslalom - das hatte sich die Doppel-Olympiasiegerin anders vorgestellt. "Ich weiß, dass ich wahnsinnig schnell sein kann", sagte Höfl-Riesch mit einer eher nachdenklichen Miene, "aber die letzte Konstanz fehlt mit derzeit noch."

Sprach's und hetzte weiter ins etwa 600 Kilometer entfernte französische Courchevel zum Slalom am Dienstag.

Zu viele Fehler in St. Moritz

Vom vorangegangenen Weltcup-Wochenende im kanadischen Lake Louise hatte Höfl-Riesch zwei Siege in der Abfahrt mitgebracht und trotz eines missratenen Super-G auch die Gewissheit, dass die Form knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen stimmt. Eigentlich.

Doch in St. Moritz unterliefen ihr bei den Siegen von Tina Weirather (Liechtenstein/Super-G) und Tessa Worley (Frankreich/Riesenslalom) zu viele Fehler.

"Aber bis Olympia ist ja noch ein bisschen Zeit", betonte sie.

Neureuther beißt sich zu Rang fünf

Felix Neureuther dagegen war mit seinem Abschneiden "extrem" zufrieden.

"Es war ein Wunder, dass ich hier überhaupt an den Start gehen konnte", sagte er nach dem sehr schwierigen Rennen, das Mario Matt (Österreich) gewann.

Vize-Weltmeister Neureuther fiel im Finale von Rang fünf zurück, verfehlte das Siegertreppchen aber nur um 0,33 Sekunden.

"Ich habe im zweiten Lauf nicht so Gas geben können, da hat mir die Stabilität im Rücken gefehlt."

Anreise wird zur Nacht-und Nebelaktion

Letzteres war allerdings auch kein Wunder. Bei seinem Sturz in der vergangenen Woche hatte Neureuther eine Rückenprellung erlitten und den rechten Daumen ramponiert.

Den Riesenslalom am Samstag ließ er aus, doch dabei überkam es ihn: "Ich hab das Rennen im Fernsehen gesehen. Aber ich konnte nicht einfach auf dem Sofa rumsitzen", sagte er.

Also raste er zum Flughafen, flog nach Genf und erreichte Val d'Isere abends um halb zehn: "Das war schon ein bisschen eine Harakiri-Aktion."

Luitz und Dopfer mit Problemen

Für Fritz Dopfer und Stefan Luitz, der am Vortag noch Dritter im Riesenslalom war, lief es im Slalom gar nicht rund. Luitz belegte Rang 37, verpasste daher den Finallauf.

Dopfer erreichte Rang 22. "Der Riesenslalom war ein Schritt in die richtige Richtung, im Slalom sollte ich besser sein", sagte er selbstkritisch.

Hronek auf Formsuche

"Ich kann auf jeden Fall mehr", war auch die Erkenntnis von Höfl-Riesch. Noch enttäuschender verlief das Wochenende freilich für die anderen Deutschen. Veronique Hronek (Unterwössen), die seit ihrem elften Platz beim Saisonauftakt im österreichischen Sölden der zweiten Hälfte des Olympia-Tickets hinterherfährt, erreichte nur Rang 19 im Super-G und schied im Riesenslalom aus. Die erkrankte Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (Kreuth) wurde schmerzlich vermisst.

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