Maria Höfl-Riesch gewann in Lake Louise beide Abfahrtsrennen © getty

Trotz eines beeindruckenden Auftritts von Maria Höfl-Riesch gibt es nach dem letzten Rennen in Lake Louise Ärger im DSV-Team.

Lake Louise - Vielleicht war es ganz gut, dass Maria Höfl-Riesch nach dem "sehr ärgerlichen" Ende eines zuvor traumhaften Weltcup-Wochenendes einen langen Heimflug vor sich hatte.

Im Flieger von Kanada zurück nach Hause hatte die 29-Jährige genügend Zeit, ihr aufgebrachtes Gemüt zu kühlen.

"Ich bin ein bisschen angefressen", sagte sie nach dem Super-G in Lake Louise, bei dem sie nach ihren beiden Abfahrtssiegen den leicht möglichen Hattrick wegen eines einzigen Fehlers letztlich klar verpasste. (Bericht: Höfl-Riesch verpasst Hattrick)

Das Dumme aus Höfl-Rieschs Sicht: Sie selbst trug daran höchstens eine Teilschuld. Ausgerechnet einer ihrer Trainer soll für den Patzer verantwortlich gewesen sein.

Bodenwelle kostet 27. Weltcup-Sieg

"Ich habe da ein bisschen falsche Infos gehabt", sagte sie über das Malheur am letzten Übergang, das sie den 27. Sieg im Weltcup kostete und sie auf Platz 19 zurückwarf. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Bei der Besichtigung für das Rennen habe sie sich "schon gedacht: die Welle wird spannend, weil das Tor relativ schnell danach kam".

Kurz vor ihrer Fahrt, die sie mit Startnummer 19 aufnahm, habe sie dann aber von einem der Coaches die Information bekommen: "Über die Welle drüber und drauf." Sie sollte also erst nach der Bodenwelle wieder Druck auf den Ski geben. "Aber das war definitiv zu spät", sagte sie.

Kritik am Coach

Sie sei über besagte Welle hinweggeschossen und habe "gar keine Chance mehr gehabt, an das Tor hinzukommen".

Ein Ausflug in den Tiefschnee, der sie fast zwei Sekunden kostete, war die Folge. "Das ist wirklich sehr ärgerlich", schimpfte Höfl-Riesch und fand bald den Schuldigen: "Bei Nummer 19 sollte das eigentlich nicht mehr passieren, da sollte der Trainer genügend gesehen haben, dass er sagen kann, wie man das fahren muss."

Beispiel Rebensburg

Cheftrainer Tom Stauffer wies die Anschuldigung zurück.

Viktoria Rebensburg habe die gleiche Vorgabe gehabt wie Höfl-Riesch, sagte er. Rebensburg kam mit der Welle einigermaßen gut zurecht und belegte einen guten siebten Platz.

"Die Maria ist da mit einer ganz anderen Geschwindigkeit hingekommen, total schnell", sagte Stauffer: "Da wäre schnelles Reagieren notwendig gewesen." Doch Höfl-Riesch reagierte ja zu spät. Wegen falscher Informationen? "Ich weiß nicht, ob es mit einem anderen 'Course Report' anders ausgegangen wäre", meinte Stauffer: "Es ist schwierig zu sagen, was genau da los war, da müssen wir nochmal das Video studieren."

Höfl-Riesch dominiert

Stauffer rechnet bei Höfl-Riesch nach dem Knatsch von Lake Louise mit einer Trotzreaktion bei der Rückkehr nach Europa. In St. Moritz, wo am Wochenende gleich der nächste Super-G sowie ein Riesenslalom ausgetragen werden, "war die Maria immer schnell", sagte er.

Dass es erneut so kommen wird, daran glaubt auch Höfl-Riesch selbst. Zu gut hat sie sich in Lake Louise präsentiert.

Während sich ihre Rivalin Lindsey Vonn nach einer erneuten Knieverletzung ans Renntempo heranarbeitete ( 811156 DIASHOW: Lindsey Vonns Karriere in Bildern ), dominierte die Partenkirchnerin in den beiden Abfahrten die Konkurrenz.

Mit Blick auf Sotschi, wo in zwei Monaten die Olympia-Abfahrt ansteht, eine beruhigende Erkenntnis.

Grundsätzlich schnell

Und auch im Super-G war sie ja richtig gut unterwegs gewesen. "Es war gut zu sehen, dass ich schnell bin. Und das ist das Wichtigste." Insgesamt sei es "trotzdem ein super Wochenende" gewesen, betonte sie: "Ich weiß, dass ich gut in Form bin, dass ich den Grundspeed habe."

Da sollte der Zwist von Lake Louise doch schnell vergessen sein.

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