Lindsey Vonn gewann 2010 in Vancouver Olympisches Gold in der Abfahrt © getty

Lindsey Vonn bestreitet nach ihrer Verletzung wieder eine Abfahrt. Höfl-Riesch hält ihre Freundin für keine Normalsterbliche.

Lake Louise/München - Als sich Lindsey Vonn am Mittwoch in ihr "Wohnzimmer" stürzte, war für die Abfahrts-Olympiasiegerin alles ganz anders als sonst.

Es muss ihr ein bisschen so vorgekommen sein, als hätte da jemand umgeräumt auf der Piste "Olympic" in Lake Louise in der kanadischen Provinz Alberta.

Obwohl Vonn in "Lake Lindsey" die vergangenen sieben Weltcup-Rennen gewonnen hat, war diese Fahrt für sie eine ins Ungewisse - aber eine mit glücklichem Ende.

Stabiles Knie

Vonn, die sich Mitte November erneut am Knie verletzt hatte, ist zurück. Noch nicht ganz so schnell wie gewohnt, aber ohne Probleme.

"Das Knie war ganz gut, ich habe ein gutes Gefühl gehabt, es war stabil", berichtete sie nach ihrem ersten Abfahrtstraining seit dem schlimmen Sturz beim WM-Super-G am 5. Februar in Schladming, wo sie sich schwer am rechten Knie verletzt hatte.

Olympia statt OP

Vonn kämpfte sich zurück und hatte eigentlich spätestens in der vergangenen Woche wieder an den Start gehen wollen. Doch am 19. November riss das im Frühjahr gerissene Kreuzband bei einer Trainingsfahrt an - zweieinhalb Monate vor Olympia ( 811156 DIASHOW: Lindsey Vonns Karriere in Bildern ).

Wegen des Saisonhöhepunkts entschied sich Vonn wider alle Vernunft gegen eine abermalige Operation - und für Lake Louise, wo sie in der Abfahrt (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) nun ihr Comeback gibt.

Nur Platz 22

Es scheint der ideale Ort für Vonns Rückkehr. 14 Mal hat sie hier schon gewonnen, bei jedem Rennen in Lake Louise seit Dezember 2009 stand sie mindestens als Zweitschnellste auf dem Podium.

Die letzte Niederlage in ihrem "Wohnzimmer" fügte Maria Höfl-Riesch ihr vor drei Jahren zu. "Ich war ein bisschen nervös", bekannte Vonn nun nach der ersten Fahrt auf ihrer Lieblingsstrecke, schließlich sei sie seit Februar kein Rennen mehr gefahren.

Platz 22, 2,13 Sekunden hinter der Tagesbesten Carolina Ruiz Castillo (Spanien), fand sie "nicht perfekt, aber das macht nichts, es war ja nur Training".

Ein "schönes Gefühl" habe sie bei der Rückkehr dennoch verspürt.

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Keine Normalsterbliche

Die Konkurrenz traut Vonn ohnehin alles zu, auch Maria Höfl-Riesch, die beim ersten Training als starke Zweite aufzeigte. "Die Lindsey ist ein Renntier", sagte sie anerkennend.

Ein solches Renntier könne "über eventuelle Überwindungsängste", wie sie eine normalsterbliche Läuferin nach schweren Verletzungen empfinde, "drübergehen", führte Höfl-Riesch aus: "Bis Freitag ist sie sicher wieder in der Spur. Die Lindsey wird Gas geben, man muss sie immer auf der Rechnung haben."

Ein letztes Mal?

Höfl-Riesch (29) selbst hat nach dem durchwachsenen Auftakt der Speed-Saison in Beaver Creek mit den Plätzen sieben und acht auch einiges vor. Sie will "mein Bestes versuchen", um ihren vierten Sieg in Lake Louise zu erreichen.

Bejubeln könnten den auch ihre Eltern Monika und Sigi, die sie zum ersten Mal nach Kanada begleitet haben. "Es ist möglicherweise das letzte Mal für mich hier", sagte sie mit Blick auf das nahende Karriereende, "da müssen sie einfach dabei sein."

Kleine Feier

Eine "kleine Feier" (Höfl-Riesch) gab es schon am Dienstag zum 40. Geburtstag ihres Mannes Marcus Höfl.

Nachts um Zwölf wurde auf Wunsch der Kleinfamilie Höfl-Riesch im Hotel der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros ("Schifoan") gespielt, für "ein bisschen Heimatgefühl", wie Höfl-Riesch berichtete.

Und das im "Wohnzimmer" von Lindsey Vonn...

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