Maria Höfl-Riesch holte bei Olympia 2010 zwei Goldmedaillen © getty

Am WM-Schauplatz haben die Deutschen Probleme. Höfl-Riesch findet den Kurs zu schwierig, schließt aber versöhnlich ab.

Beaver Creek/Lake Louise - Das letzte Rennen in Beaver Creek war noch gar nicht gefahren, da hatte Maria Höfl-Riesch mit dem Ort der nächsten WM gedanklich schon abgeschlossen.

Zu früh, wie sich später herausstellte.

"Das ist nicht mein Anspruch", sagte die 29-Jährige über die Plätze sieben und acht bei Abfahrt und Super-G auf der schwierigen "Raptor"-Piste, auf der die Schweizerin Lara Gut ihre Saisonsiege Nummer zwei und drei feierte: "Ich hoffe, dass ich es in Lake Louise besser zeigen kann."

Besser wurde es dann aber erstaunlicherweise schon im letzten Rennen im Nobelörtchen im US-Bundesstaat Colorado.

Höfl-Riesch fuhr im Riesenslalom im zweiten Durchgang vom elften auf einen guten fünften Rang - und lächelte.

Rebensburg scheidet aus

Während die zunächst viertplatzierte Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg vom Tegernsee im Finallauf ausschied, feierte Jessica Lindell-Vikarby aus Schweden nach einer Unterbrechung von beinahe fünf Jahren ihren zweiten Weltcup-Sieg.

Kanada ist nun die nächste Station für den Frauen-Weltcup, dort stehen ab dem kommenden Freitag drei weitere Speed-Rennen an.

Riesch blickt voraus

Trotz des versöhnlichen Abschlusses für Höfl-Riesch: Der "Men's Olympic Downhill" in Lake Louise, da ist sie sich sicher, "kommt mir um einiges mehr entgegen".

Die neugeschaffene Strecke am Biberbach, Austragungsort der WM 2015, war jedenfalls bei Abfahrt und Super-G nicht ihr Ding.

"Das ist ein steiler Hang mit schwierigen Kurven", sagte sie.

Teamleistung dürftig

Auch der Rest der von Verletzungen und Krankheiten geschwächten deutschen Mannschaft blieb unter seinen Möglichkeiten.

Rebensburg, die noch immer mit den Nachwirkungen einer Virusgrippe zu kämpfen hatte, belegte im Super-G Rang 13, Veronique Hronek Platz 16.

"Die Teamleistung war nicht das, was wir uns versprochen haben. Wir sehen das schon kritisch", sagte ein zerknirschter DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier: "Wir müssen bei den nächsten Rennen zulegen, das ist uns bewusst."

"Abhaken - weiter geht's"

Höfl-Riesch hatte sich derweil eine dicke, schwarze Sonnenbrille tief ins Gesicht gedrückt und versuchte zu lächeln.

"Da ist sicher noch Luft nach oben. Aber ich versuche, es positiv zu sehen", sagte sie: "Es waren keine guten Fahrten, trotzdem bin ich einigermaßen dabei. Abhaken - und weiter geht's."

Immerhin: Der fünfte Rang im Riesenslalom versöhnte vor dem Aufbruch nach Kanada ein wenig.

Stechert als Elfter

Dort hatten die deutschen Männer beim Auftakt der Speed-Saison in Lake Louise einen kleinen Lichtblick: Rang elf von Tobias Stechert bei der Abfahrt war "sehr anerkennenswert", sagte Maier.

"Das war kein leichtes Rennen", ergänzte er angesichts der schwierigen Verhältnisse mit Schneefall und sehr schlechter Sicht, "deshalb war es ein sehr gutes Comeback von Tobi".

Das Rennen gewann Dominik Paris aus Italien.

Maier erleichtert

Stechert hatte vor einem Jahr, kurz nach Rang fünf und dem besten Weltcup-Resultat seiner Karriere in Lake Louise, eine schwere Knieverletzung erlitten.

Überhaupt war die gesamte deutsche Speed-Mannschaft nach einem verheißungsvollen Start 2012 bald arg von Verletzungen gebeutelt.

"Ich bin froh, dass die Jungs den Abfahrtssport überhaupt wieder in Angriff nehmen können", sagte Maier deshalb.

Svindal: Bester Norweger

Auf einen Start im Super-G verzichtete Stechert, bester Deutscher beim ersten Saisonsieg von Olympiasieger Aksel Lund Svindal war Josef Ferstl.

Er belegte Rang 27 und holte damit immerhin zum erst vierten Mal in seiner Karriere Punkte im Weltcup.

Abfahrts-Weltmeister Svindal ist mit 22 Weltcup-Siegen nun bester Norweger vor seinem nicht mehr aktiven Landsmann Kjetil-Andre Aamodt.

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