Der Weg zum Weltcup nach Garmisch ist nervtötend. Die Stimme aus dem Navigationsgerät ist nur mit Galgenhumor zu ertragen.

"Verkehrsmeldung: Störung im Nahbereich."

So geht das nun schon seit ca. 30 Minuten. Ich komme auf dem Weg zum Ski-Weltcup nach Garmisch-Partenkirchen nur noch schrittweise voran, wenn überhaupt.

Stau - die A95 geht am Autobahnende in Eschenlohe in die B2 über, von zwei Spuren auf eine, dazu noch Wochenende - das Verkehrschaos im Werdenfelser Land ist also vorprogrammiert.

Zu den Störungsmeldungen von meinem Navigationsgerät kommen Vorschläge, den Stau zu umgehen. Nur wie? Denn egal welche Variante man auswählt. Am Ende führt sie einen doch immer wieder auf die Bundesstraße zurück.

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Allerdings sorgt die Auswahl der Alternativroute auch für kurzfristige Erheiterung, wenn es auch mehr Galgenhumor ist.

"Verkehrsmeldung: Störung in 2 km", tönt es nun aus den Lautsprechern. Zwei Kilometer? Halloooo? Das ist eine einzige Störung.

Während ich vor mich hinzuckel, beginne ich bereits mit den Notizen für diese kleine Anekdote. Eine halbe DIN-A5-Seite ist bereits voll - da, man glaubt es kaum, es bewegt sich etwas.

Vor mir fahren sie richtig. 100 Meter, 200 Meter, 300 Meter, hochschalten bis in den vierten Gang.

Doch kaum im vierten Gang angekommen, geht es schon wieder runter. Abbremsen, dritter Gang, zweiter Gang, stehen. Anfahren, abbremsen, stehen. Es wird mehr oder weniger gemütlich weitergezuckelt.

So langsam schlägt meine anfangs gute Stimmung um. Als ich im Radio zum dritten Mal im Nachrichtensender den Beitrag zum Freitagabendspiel Frankfurt gegen Gladbach höre und ihn schon wortgenau mitsprechen kann, wird der Schaltknopf am Radio malträtiert.

Nächster Sender, nächster, nächster. Ich lande beim Oberland-Sender. Kenn ich nicht, mal hören, was die so bringen. Doch kaum erklingen nach ewigem Gerede die ersten musikähnlichen Töne, wird auch schon wieder unterbrochen.

"Staumeldung zwischen Wolfratshausen und Höhenrain. Auf Höhe der der Raststätte Höhenrain sind Rehe auf der Fahrbahn."

Ein kurzes Nelson'sches schadenfrohes Gelächter meinerseits: Ha ha!

Immerhin bleibt mir das erspart. Den Ort habe ich bereits vor eineinhalb Stunden hinter mir gelassen, wenn er auch nur 50 Kilometer entfernt ist.

Doch schon quakt es wieder aus den Lautsprechern: "Störung im Nahbereich."

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