Felix Neureuther fuhr am 12. Januar in Adelboden erstmals aufs Riesenslalom-Podest © getty

Als Führender patzt Neureuther im Riesenslalom von Garmisch, fällt weit zurück. Riesch verpasst bei Mazes Krönung das Podest.

Garmisch-Partenkirchen/Meribel - Felix Neureuther und Fritz Dopfer vergaben die große Chance auf einen historischen Triumph und Maria Höfl-Riesch fuhr gleich zweimal knapp an ihrem 25. Weltcup-Sieg vorbei:

Eine Woche nach der erfolgreichen WM in Schladming/Österreich erlebten die deutschen Ski-Rennläufer ein Wochenende der verpassten Gelegenheiten.

Höfl-Riesch konnte im französischen Meribel mit Platz zwei in der Abfahrt immerhin noch ihre dritte Podestplatzierung einfahren, scheiterte aber in der Super-Kombi, in der sie bei der WM noch Gold gewonnen hatte.

Mit einem Sieg in diesem Rennen sicherte sich Tina Maze (Slowenien) verzeitig den Gesamtweltcup.

"Ein kleiner, blöder Fehler"

Neureuther und Dopfer konnten derweil in Garmisch-Partenkirchen die Gunst der Stunde nicht zum ersten deutschen Riesenslalom-Sieg im Weltcup seit 40 Jahren nutzen.

Während Dopfer, nach dem ersten Lauf Dritter, bei einem Sturz am vierten Tor eine Schienbeinprellung erlitt, wurde Neureuther Zwölfter.

Dabei hatte der Vize-Weltmeister im Slalom vor dem Finale sogar geführt. Dort unterlief ihm, auf Kurs Bestzeit liegend, "ein kleiner, blöder Fehler", wie er sagte. Der Sieg ging an Alexis Pinturault (Frankreich), Neureuther schlug im Ziel verärgert seinen Skistock auf eine Werbebande.

Legende Rieger vor Ort

Dass Tina Turner für ihn "Simply the best" sang, klang in seinen Ohren wie Hohn. "Das schmerzt sehr", sagte er.

Trost fand Neureuther bei Max Rieger. Der 66-Jährige, ein guter Freund der Familie Neureuther, hatte am 2. März 1973 in Mont St. Anne bei Quebec/Kanada den einzigen deutschen Riesenslalom-Sieg im Weltcup geholt.

Als er erfuhr, dass Neureuther und Dopfer sich anschickten, ihm nachzufolgen, setzte er sich in Mittenwald ins Auto und fuhr die 20 km nach "GAP". Doch statt des erhofften Sieges erlebten er und die 5000 Zuschauer ein sportliches Drama.

"Erster in einem Riesenslalom, halleluja"

Erst fädelte Dopfer ein, sein linkes Bein wurde dabei nach hinten gerissen, er knallte mit Rücken und Hinterkopf auf die harte Piste, im Zielraum schrien die Menschen auf.

Dopfer rappelte sich bald auf, in die Klinik musste er dennoch: Diagnose Schienbeinprellung. Dann fuhr Pinturault die Bestzeit. Neureuther bekam all das im Starthaus mit, eine Rolle habe es aber nicht gespielt, sagte er.

"Erster in einem Riesenslalom, halleluja", hatte er vor dem Finale gesagt. Jetzt wollte er den Sieg. Neureuther attackierte, riskierte. Er wusste, dass Pinturault schnell war.

Und er hielt mit, bei der vorletzten Zwischenzeit lag er noch gleichauf - dann der Fehler. Vorbei. "Eine blödere Stelle hätte ich nicht erwischen können", sagte er.

Achter Saisonsieg für Maze

Höfl-Riesch reiste am Sonntag traurig aus Meribel ab. In der Abfahrt am Samstag hatte sie noch den zweiten Rang belegt und sich über ihre erst dritte Podestplatzierung in diesem Weltcup-Winter gefreut, doch nach ihrem Ausscheiden im Slalom der Super-Kombi war sie enttäuscht.

"Es ist echt hart, wenn du am Ende eines so langen Tages mit null Punkten dastehst", sagte sie.

Erwartungsgemäß nicht mehr verhindern konnte Höfl-Riesch den vorzeitigen Sieg im Gesamtweltcup von Maze. Die Slowenin fuhr in der Super-Kombi zu ihrem achten Saisonsieg und ist bei neun noch ausstehenden Rennen nicht mehr einzuholen.

Rein rechnerisch wäre dies allein noch Höfl-Riesch möglich gewesen.

Maze nimmt Anlauf auf die 2000

Beachtlich in der Super-Kombi war die Leistung von Veronique Hronek (Unterwössen): Sie stellte mit Rang sechs ihre beste Weltcup-Platzierung ein.

Maze egalisierte mit ihrem Sieg den Rekord von 18 Platzierungen auf dem Siegertreppchen in einer Saison, gehalten bislang von Hanni Wenzel aus Liechtenstein (1979/80) und Pernilla Wiberg aus Schweden (1996/97).

In Garmisch-Partenkirchen kann sie außerdem ab kommendem Freitag (Super-G, Abfahrt, Super-G) einen weiteren neue Bestmarke aufstellen: Maze fehlen nur noch 156 Punkte, um die 2000 Punkte im Gesamtweltcup zu durchbrechen, gehalten seit 2000 von Hermann maier (Österreich).

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