Maria Höfl-Riesch gewann bei Olympia 2010 in Vancouver zwei Goldmedaillen © getty

Nach 15 Jahren feiert die Spanierin Ruiz Castillo ihren ersten Weltcup-Sieg - den sie der Deutschen vor der Nase wegschnappt.

Meribel - Maria Höfl-Riesch war sich ihrer Sache nicht sicher, ein wenig spektisch schaute sie die Piste "Roc de Fer" im französischen Meribel hinauf.

Und dann passierte es tatsächlich: Eine Spanierin, Carolina Ruiz-Castillo, war wesentlich schneller unterwegs auf der Olympia-Abfahrt von 1992.

Am Ende hatte die 31-Jährige aus Granada noch einen Vorsprung von 0,20 Sekunden und verhinderte damit den 25. Sieg im Weltcup von Höfl-Riesch.

Und trotzdem sagte die Doppel-Olympiasiegerin: "Ich bin überglücklich, speziell nach dem bisherigen Saisonverlauf in der Abfahrt."

Ruiz-Castillo nicht auf dem Zettel

Dass sie noch von Rang eins weggefahren wurde, das schien Höfl-Riesch nicht groß zu betrüben. (DATENCENTER: Wintersport)

"So lange die ersten 30 nicht unten sind, brauchst du dich nicht freuen", sagte sie und betonte: "Ich bin sehr zufrieden mit Platz zwei, auch wenn die Siegerin für einige überraschend ist. Mit der Carolina habe ich nicht gerechnet, schon eher noch mit der Regina Sterz."

Regina Sterz aus Österreich war im Training prima gefahren, wurde mit Nummer 30 aber nur Fünfte.

Erster Weltcup-Sieg

Ruiz-Castillo feierte mit der Nummer 28 ihren ersten Sieg im Weltcup, den ersten spanischen überhaupt in einer Abfahrt.

Sie hatte es bei bislang 226 Starts in 15 Jahren nur bei einem Riesenslalom im März 2000 in Sestriere/Italien aufs Podest geschafft.

Der letzte spanische Sieg war 2006 Maria-Jose Rienda-Contreras im Hafjell/Norwegen gelungen.

Daneben gewannen nur die Geschwister Blanca und Francisco Fernandez-Ochoa Weltcup-Rennen für Spanien, Letzterer wurde 1972 im Slalom Olympiasieger.

Höfl-Riesch freut sich über Podestplatz

Höfl-Riesch, bei strahlend blauem Himmel mit Startnummer 20 unterwegs, hatte sich zunächst mit einem Vorsprung von 0,01 Sekunden vor Marie Marchand-Arvier aus Frankreich an die Spitze gesetzt.

"Ich freue mich", versicherte sie nach dem Rennen, "dass ich endlich mal wieder auf dem Podium stehe."

Das war ihr in dieser Weltcup-Saison mit einem Sieg und einem dritten Platz zuvor nur zweimal gelungen - dafür aber dreimal bei der WM, mit Gold und zweimal Bronze.

Maze in Führung

Auf den Gesamtweltcup hat das Rennen kaum Auswirkungen. Die zweitplatzierte Höfl-Riesch erhielt 80 Punkte, die viertplatzierte Tina Maze 50 Punkte - damit führt die Slowenin vor den zehn noch ausstehenden Wettbewerben mit 858 Punkten Vorsprung.

Bereits in der Super-Kombination am Sonntag kann sie ihren erstmaligen Gesamtsieg perfekt machen.

Höfl-Riesch hat immerhin rein rechnerisch noch die Chance, den Abfahrtsweltcup zu gewinnen.

Rebensburg verschiebt Premiere

Viktoria Rebensburg erreichte nach respektablen Fahrten im Training nur Rang 20.

Wegen der Nachwirkungen ihrer Rippenprellung, die sie sich bei einem Trainingssturz während der WM in Schladming zugezogen hatte, wird sie ihre für Sonntag vorgesehene Premiere in der Super-Kombination verschieben.

"Schade, ich wäre schon gerne gefahren." Die Super-Kombination am Sonntag (ab 10 Uhr LIVE-TICKER) ist allerdings eine prima Chance von Höfl-Riesch auf Sieg Nummer 25.

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