Doch zwei Jahre später bei der WM in Schladming holt er mit Silber die ersehnte Medaille
Felix Neureuther gewann bei der WM in Schladming Silber im Slalom © getty

Der Silbermedaillen-Gewinner aus Schladming will den WM-Schwung auf die Kandahar-Piste mitnehmen. Zwei Ausfälle tun aber weh.

Garmisch-Partenkirchen - Felix Neureuther hat es rechtzeitig zurück nach Garmisch-Partenkirchen geschafft.

Er selbst hatte da ja Zweifel nach der wilden Silber-Feier in Schladming am vergangenen Sonntag.

Mittlerweile wurde er aber schon wieder beim Training auf "seinem" Gudiberg gesichtet.

Wenn am Wochenende der Ski-Weltcup in Neureuthers Heimatgemeinde gastiert, steht der WM-Zweite mehr denn je im Fokus - und Neureuther weiß, was er seinen Tausenden Fans schuldig ist.

"Heim-Weltcup ist immer etwas Spezielles"

"Ein Heim-Weltcup ist immer etwas ganz Spezielles. Das wird eine ziemlich coole Show", sagt er: "Wir haben eine extrem schlagkräftige Truppe am Start und werden unser Bestes geben."

Schlagkräftig ist diese "Truppe" vor allem dank Neureuther, der am Sonntag (ab 10 Uhr im LIVE-TICKER) zum ersten Mal im Weltcup einen Riesenslalom auf der "Kandahar" bestreiten wird. Und dank Fritz Dopfer, dem zweimaligen WM-Siebten.

Aber: Im Vorfeld des ersten Weltcups nach der WM hat die Mannschaft um das Spitzenduo erneut einen Teil ihrer Schlagkraft eingebüßt.

Kreuzbandriss bei Luitz

Stefan Luitz, im vergangenen Dezember Zweiter im Riesenslalom von Val d'Isere, hat sich am Mittwoch beim Training am Gudiberg in Partenkirchen das Kreuzband im linken Knie gerissen. (DATENCENTER: Wintersport)

Dem Techniker-Team um Neureuther fehlt damit für ein halbes Jahr seine dritte Kraft, und auch die arg gebeutelte Speed-Gruppe muss mal wieder einen Ausfall verkraften.

Andreas Sander hat sich, wie erst jetzt bemerkt wurde, bei einem Sturz in Kitzbühel Ende Januar ebenfalls das Kreuzband im linken Knie gerissen, dazu einen Knorpelschaden erlitten. "Zwei Ausfälle aus beiden Teams - das ist bitter", sagt Männer-Cheftrainer Charly Waibel, der Leid gewohnt ist.

Mit Tobias Stechert fehlt dem Speed-Team derzeit zudem ein Anwärter auf Top-Platzierungen verletzungsbedingt.

Keppler will starten

Überdies ist Stephan Keppler nach seiner bei der WM erlittenen Knorpelverletzung nicht fit, starten will der 30 Jahre Ebinger in der Abfahrt am Samstag (11.45 Uhr im LIVE-TICKER) dennoch. Immerhin hat sich mit Josef Ferstl aus Hammer ein Hoffnungsträger zurückgemeldet.

Neben Keppler und Ferstl sollen die jungen Marvin Ackermann und Philipp Zepnik Erfahrung sammeln auf der schwierigen Kandahar. "Für die Jungen gilt es, sich mit engagierten Fahrten in Szene zu setzen", sagt Waibel.

Großer Empfang für Neureuther

Größer sind die Erwartungen an Neureuther. Einen Vorgeschmack auf die Euphorie bekam der bereits am Mittwoch.

Rund 200 Mitglieder des Skiclubs Partenkirchen empfingen ihren WM-Helden, der Bürgermeister gab sich die Ehre, die Dorfjugend führte einen WM-Schuhplattler auf.

"Der Skiclub ist wie eine große Familie, einzigartig. Das macht mich stolz", sagt der 28-Jährige über den Abend unter Freunden: "Ich bin einer, der sich eher im Hintergrund hält, aber es tut extrem gut, wenn man so eine Freude erreichen kann bei den Menschen."

Siebtes "GAP"-Rennen

Diese Menschen werden am Sonntag zu Tausenden zur Kandahar-Piste pilgern. "Die erwarten, dass er gut Ski fährt - WM hin oder her", sagt Alpindirektor Wolfgang Maier. Neureuther fährt in "GAP" sein siebtes Rennen im Weltcup.

"Die Strecke ist extrem fordernd, aber ich möchte den Schwung von der WM mitnehmen", sagt er.

Beim Slalom im März 2010, seinem bisher letzten Auftritt in der Heimat, hat er die Freunde beglückt: Er feierte damals seinen zweiten Weltcup-Sieg.

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