Lindsey Vonn gewann bisher vier Mal den Gesamt-Weltcup © getty

Lindsey Vonn ist wieder gesund und steht in Aspen auf der Startliste. Höfl-Riesch will sich selbst ein Geburtstagsgeschenk machen.

Von Rainer Nachtwey

München/Aspen - Sie fährt also doch.

Nach dem wochenlangen Rätselraten um ihren Gesundheitszustand steht Lindsey Vonn bei ihren Heimrennen in Aspen auf der Starterliste, sowohl für den Riesenslalom am Samstagabend mitteleuropäischer Zeit (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) als auch am Sonntag für den Slalom.

"Ich bin sehr aufgeregt. Es waren definitiv sehr harte Wochen, aber ich habe hart gearbeitet, um meine Stärke zurückzugewinnen", erklärte Vonn: "Ich weiß nicht was mich erwartet, aber ich bin aufgeregt vor meinem Heimpublikum fahren zu können."

Zuvor meldete sie sich mit der von ihr sonst gewohnten Heiterkeit auf Twitter zu Wort, nachdem sie sich zuletzt rar gemacht hatte.

"Happy Thanksgiving an alle. Ich bin dankbar für meine Gesundheit, meine Familie und meine Lieben. Das Leben ist gut. Lasst Euch den Truthahn schmecken!", zwitscherte sie am amerikanischen Erntedankfest.

Vonns Start noch offen

Ob sie beim Riesenslalom nach der Darmerkrankung, durch die sie angeblich bis zu sechs Kilogramm Gewicht verloren haben soll, tatsächlich an den Start gehen wird, dazu äußerte sich Vonn nicht (BERICHT: "Ernsthaftes Darmleiden": Sorgen um Vonn).

Ihr Coach meint nur, dass sie von Tag zu Tag entscheiden werden. Immerhin kehrte sie am Sonntag nach vier Wochen ohne Training auf die Skipiste zurück.

"Sie trainiert wieder und jetzt geht es darum, dass sie wieder Kraft sammelt", sagt der österreichische US-Cheftrainer Alex Hödlmoser.

Der für die technischen Disziplinen verantwortliche Coach Roland Pfeifer ist von Vonns Trainingseindrücken angetan. "Sie hat nichts von ihrem Skifahrerischen Können eingebüßt", meint der Hödlmosers Landsmann.

US-Alpindirektor Riml zweifelt noch

Während Vonn der Auftritt vor heimischem Publikum noch zusätzlichen Auftrieb und Kraft geben dürfte, kommen US-Alpindirektor Patrick Riml die beiden Rennen in Aspen nicht entgegen.

"Auf einem leichteren Hang wäre die Entscheidung sicher leichter", sagt der Österreicher. "Entscheidend wird sein, wie sie sich fühlt. Wenn sie genug Energie hat, um von oben bis unten Gas geben zu können, schaut es gut aus."

Gas geben wollen auch die deutschen Hoffnungen Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg.

An ihrem 28. Geburtstag will Höfl-Riesch in ihrer vermeintlich schwächsten Disziplin an die guten Ergebnisse der ersten beiden Rennen mit Platz 11 in Sölden und dem Slalom-Sieg in Levi anknüpfen.

Riesch in Topform

Die Garmischerin fühlt sich nach "vielen guten Trainingseinheiten in Vail und Copper Mountain" in Topform. Für den Slalom am Sonntag gibt Cheftrainer Thomas Stauffer auch das Podest als Ziel aus.

Allerdings hat Höfl-Riesch an Aspen nicht die besten Erinnerungen. An ihrem Schicksalshang zog sie sich 2005 die zweite schwere Knieverletzung binnen zehn Monaten zu.

Rebensburg freut sich auf das Rennen

Olympiasiegerin Rebensburg hat dagegen nur positive Eindrücke im Skimekka der USA sammeln dürfen. Zumal sie die Enttäuschung zum Auftakt in Sölden mit dem Aus in ihrer Paradedisziplin längst vergessen hat.

"Für meine Begriffe ist das der anspruchvollste Riesenslalomhang im Weltcup", sagt Rebensburg über den Hang, auf dem sie in ihrem Debütjahr 2008 mit Platz 12 das schlechteste Ergebnis eingefahren hatte.

2009 folgte Rang 10, 2010 mit Platz zwei der erste Podestplatz in Aspen und 2011 der erste Sieg.

"Die Erinnerungen an das letztjährige Rennen sind natürlich noch sehr präsent und positiv. Nach dem großen Fehler im ersten Durchgang trotzdem noch gewonnen zu haben, war eine sehr schöne Erfahrung", sagt Rebensburg.

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