Daniel Albrecht gewann bei der WM 2007 in Are Gold in der Kombi und Silber im Riesenslalom © imago

Beim ersten Versuch nach seinem Horrorsturz von Kitzbühel wieder bei einer Abfahrt zu starten, stürzt Daniel Albrecht schwer.

Lake Louise/München - Am 22. Januar 2009 erlangte Daniel Albrecht traurige Berühmtheit.

Der Schweizer, immerhin Weltmeister in der Super-Kombination von 2007, stürzte im letzten Trainingslauf für die Weltcup-Abfahrt auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel so schwer, dass er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und drei Wochen lang in einem künstlichen Koma gehalten werden musste.

Die Bilder seines Horror-Sturzes gingen damals um die Welt ( 58160 DIASHOW: Albrechts Horrorsturz auf der Streif ).

Innenbandriss im Knie

Albrecht hat seitdem um seine Rückkehr in den Weltcup gekämpft, dreimal gelang ihm seit Dezember 2010 sogar eine Platzierung unter den ersten 30, dafür gibt es Weltcuppunkte.

Am Donnerstag erlitten seine Bemühungen aber einen Rückschlag. Albrecht hat sich bei seinem Sturz einen Innenbandriss im linken Knie und eine Kniescheibenluxation zugezogen. Das ergab eine Untersuchung im Krankenhaus in Calgary.

Wie lange der frühere Kombinations-Weltmeister pausieren muss, ist offen. Albrecht wird in den nächsten Tagen zu weiteren Untersuchungen nach Bern verlegt.

Immerhin gab es aber auch Grund zum Aufatmen. "Er hat keine Kopfverletzungen, er war jederzeit ansprechbar und man konnte mit ihm kommunizieren", teilte der Schweizer Cheftrainer Inglin mit.

Halsbrecherische Aktionen

Albrecht, mit der hohen Nummer 67 gestartet, kam im obersten Streckenabschnitt an einer vermeintlich harmlosen und flachen Stelle zu Fall.

"Plötzlich hat es Dani den einen Ski weggezogen und er flog mit einem doppelten Salto von der Piste", beschrieb Augenzeuge Ante Kostelic, Vater von des kroatischen Ski-Stars Ivica, den Sturz.

Der 29-Jährige war in Lake Louise mit dem Ziel angetreten, erstmals seit seinem Horror-Sturz auf der Streif wieder eine Abfahrt bestreiten zu können. Weil er im Sommertraining in Argentinien mit halsbrecherischen Aktionen aufgefallen war, hatten ihm die Trainer lange davon abgeraten.

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Albrecht droht Startplatz zu verlieren

Doch Albrecht wollte seine letzte Chance ergreifen, sich im Weltcup zu behaupten. Am 5. Dezember 2010 war er in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado beinahe sensationell auf Rang 21 gefahren - ein schnell verblassender Hoffnungsschimmer.

Im März erreichte er in Kranjska Gora noch einmal Rang 30. Klar war: Holt er einschließlich des Riesenslaloms in Beaver Creek am 2. Dezember keine Punkte, ist sein Startplatz futsch.

Zeit des Mitleids ist vorbei

"Zwei Jahre nach der Rückkehr in den Weltcup ist der Tag gekommen, wo wir bei Dani denselben Maßstab anwenden müssen wie bei den anderen. Das sind wir auch Dani schuldig. Denn auf seinem Weg hilft es nicht, wenn man ihm zu lange Mitleid entgegenbringt", hatte Urs Lehmann, Präsident von Swiss Ski, vergangenes Wochenende gesagt.

Schweizer Sorgenkinder

Albrecht ist nicht der einzige Sorgenfall der Schweizer. Da ist vor allem auch Beat Feuz, Zweiter im Gesamtweltcup.

Er hat wegen hartnäckiger Kniebeschwerden bereits den gesamten Winter inklusive der WM drangeben müssen.

Auch nicht so recht auf die Beine kam im vergangenen Winter Carlo Janka, Gesamtweltcupsieger und Riesenslalom-Olympiasieger 2010. Janka twitterte am Donnerstag: "Das sind schlechte Tage, wenn das Bett des Zimmerkollegen leer ist."

Gemeint war Zimmerkollege Albrecht.

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