Maria Höfl-Riesch wurde in Vancouver 2010 Olympiasiegerin im Slalom © imago

Die Olympiasiegerin feiert einen Einstand nach Maß in die Slalom-Saison. Sie verweist mit einem starken 2. Lauf die Konkurrenz.

Levi/München - Das Adrenalin schoss durch ihren Körper, das war deutlich zu sehen.

Als Maria Höfl-Riesch im finnischen Levi die Ziellinie überquerte, da leuchtete in grüner Farbe ihr Name auf der Anzeigetafel auf, hieß: Platz eins.

Die Doppel-Olympiasiegerin warf den Kopf in den Nacken, schrie ungehemmt ihre Freude heraus, stieß dann den rechten Arm in die eiskalte Luft am Polarkreis.

Platz zwei war Höfl-Riesch in dem Moment sicher, schon davon war sie offensichtlich begeistert - und es wurde noch mehr.

Höfl-Riesch vor Poutiainen

Die Deutsche blieb Erste, weil die Finnin Tanja Poutiainen ihre Führung vor Höfl-Riesch von 0,30 Sekunden aus dem ersten Durchgang nicht behaupten konnte und am Ende 0,55 Sekunden langsamer war als die Partenkirchnerin. Dritte wurde die 17 Jahre alte Amerikanerin Mikaela Shiffrin (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender 2012/13).

Maria Höfl-Riesch wirkte nun nicht so, als könne sie ihr Glück kaum fassen, doch es war offensichtlich, dass die Freude über ihren 24. Sieg in einem Weltcup-Wettbewerb aus vollem Herzen kam.

"Es ist wunderbar, die Saison mit einem Sieg zu beginnen", sagte sie - und lachte.

Gelungener Start in den Weltcup

Die Saison hatte genau genommen zwei Wochen zuvor begonnen, beim Riesenslalom in Sölden war Höfl-Riesch Elfte geworden (BERICHT: Enttäuschung in Sölden: DSV-Asse im Nebel verfahren).

Allerdings: Maria Höfl-Riesch ist in der Tat bemerkenswert gut in diesen Winter gestartet, das ist nicht zu bestreiten. Sölden hat ihr noch nie gut gelegen, das Resultat dort war deshalb nicht schlecht. In Levi wiederum, da war sie schon immer ziemlich gut.

"Ich bin sehr glücklich, ich mag diesen Berg, ich mag Levi, ich bin so gerne hier", sagte sie. Da störte auch ein blauer Daumen nicht.

Von Hüftbeschwerden gehandicapt

Der Sieg ist auch deswegen beachtlich, weil Höfl-Riesch derzeit von Hüftbeschwerden gehandicapt wird, am Montag und Dienstag musste sie deswegen mit dem Training aussetzen. Im Rennen allerdings beißt sie auf die Zähne.

In Levi gewann sie bereits zum dritten Mal nach 2004 und 2010. Der Erfolg 2004 war ihr dritter im Weltcup gewesen, der erste von nunmehr neun Slalom-Siegen.

Schild scheidet aus

Es war eindrucksvoll mitanzusehen, wie Höfl-Riesch in beiden Läufen mit großer Geschmeidigkeit erst den oberen Teil der Piste in Levi bewältigte, dann den Übergang in einen steileren Teil scheinbar mühelos hinbekam und schließlich im Flachen Tempo machte.

Dagegen schied die favorisierte Marlies Schild (Österreich) schon im ersten Lauf aus. Lindsey Vonn (USA) hatte auf den Start verzichtet.

Geiger schrammt an Top Ten vorbei

Neben Höfl-Riesch holten drei weitere deutsche Läuferinnen Weltcup-Punkte: Christina Geiger (Oberstdorf) belegte Rang elf, Barbara Wirth (Lenggries) kämpfte sich mit der hohen Startnummer 51 auf Rang 20.

Und Fanny Chmelar (Partenkirchen), die sich nach einem nicht sonderlich guten verlaufenen Winter in Eigenregie im Sommer auf die Saison hatte vorbereiten müssen, erreichte Rang 24.

Dürrs verpassen Finale

Fünf deutsche Läuferinnen hatten sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren können, darunter die Schwestern Lena und Katharina Dürr.

Für die ältere Katharina, die nach einem starken Olympiawinter 2009/10 in der vergangenen Saison zunehmend aus der erweiterten Weltspitze nach hinten durchgereicht wurde, bedeutet dies, dass sie nun vorübergehend im Europacup starten muss.

Nicht dabei im zweiten Durchgang waren zudem Andrea Filser (Wildsteig), Veronika Staber (Samerberg-Törwang) und Monica Hübner (Garmisch).

Am Sonntag gehen die Herren mit Fritz Dopfer und Felix Neureuther an den Start (ab 10 Uhr im LIVE-TICKER).

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