Andreas Wank gewann 2010 Silber bei Olympia mit der Mannschaft © getty

Die deutschen Skispringer gehen als Mitfavorit in den Teamwettbewerb. Severin Freund und Co. hoffen auf ein gutes WM-Ende.

Predazzo - Nur gemeinsam sind sie stark: Ohne die erträumte Einzelmedaille, aber mit der großen Hoffnung auf Team-Gold gehen die deutschen Skispringer am Samstag in ihre letzte WM-Mission.

"Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass wir eine Medaille machen und um den Titel springen. In meiner Zeit als Bundestrainer sind wir noch nie mit einer so starken Mannschaft bei einer WM gewesen", sagt Werner Schuster vor dem Team-Wettbewerb am Samstag (ab 16.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Stark in der Summe

Die Zahlen geben ihm recht - und lassen einen echten Krimi erwarten. Denn im Einzel flogen die vier DSV-Adler am Donnerstag zwar klar am Podest vorbei, sammelten in der Summe aber stolze 1108,5 Punkte.

Damit lag das von Richard Freitag und Severin Freund angeführte Quartett quasi gleichauf mit Österreich (1108,6) und Norwegen (1108,0). Polen mit Weltmeister Kamil Stoch (1087,9) folgte erst auf Rang vier. "Wir können endlich aus einer richtigen Breite schöpfen", sagt Schuster.

Wissen, wie es geht

Wie es geht, haben die "Schuster-Jungen" in diesem Winter schon gezeigt. Ende November in Kuusamo ertönte nach dem Teamspringen die deutsche Nationalhymne, bei der WM-Generalprobe vor drei Wochen in Willingen stand am Ende immerhin der dritte Platz.

"Wenn wir auf dieser Welle weitermachen, dürfen wir uns Hoffnungen machen", sagt Schuster: "Ich möchte hier seriös um Gold springen. Das ist mein Traum. Ob wir es dann schaffen, steht auf einem anderen Blatt Papier."

Schuster-Schützlinge sind motiviert

Der Ehrgeiz seiner Schützlinge ist nach den eher unglücklichen Einzel-Entscheidungen groß. "Wir werden alles geben. Wir haben schließlich sehr gute Chancen", sagt Freund, der am Donnerstag zum wiederholten Male nur einen guten Sprung ins Tal brachte und sich mit Rang neun begnügen musste.

"Leider war es nicht das, was ich mir vorgestellt habe", sagte der Niederbayer und gelobte Besserung: "Am Samstag möchte ich zeigen, dass ich es besser kann."

Wank ist Teamspringer

Um doch noch für ein versöhnliches Ende der Titelkämpfe in Val di Fieme zu sorgen, wird es nicht zuletzt auf die Leistungen von Andreas Wank und Michael Neumayer ankommen.

Mit den Plätzen 11 und 13 von der Großschanze zeigten beide, dass mit ihnen zu rechnen ist. "Andi kann mit seinem Willen Berge versetzen. Es ist ein wertvoller Teamspringer", sagt Schuster, der auch Neumayer als "enorm wichtigen Baustein" seiner Mannschaft lobt.

Österreich in der Favoritenrolle

Fast schon unter Siegzwang stehen in Predazzo die erfolgsverwöhnten Austria-Adler. Bei den vergangenen vier Weltmeisterschaften gab es sechs Teamspringen, immer ging Gold an Österreich.

In Val di Fiemme droht dem Team um Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer nun eine WM ohne einen einzigen Titel - das gab es zuletzt 2003. Schauplatz der WM damals: Val di Fiemme.(DATENCENTER: Der Weltcup)

Neumayer mit dem Medaillenrezept

Die deutsche Bilanz ist nicht ganz so beeindruckend: Zum Titel reichte es zuletzt 2001 in Lahti mit Sven Hannawald und Martin Schmitt, vor zwei Jahren gab es immerhin Bronze. In Oslo ebenfalls zum deutschen Team gehörte Michael Neumayer.

Der 34-Jährige weiß also, wie es geht mit der WM-Medaille. Sein Rezept verriet er am Donnerstag nach dem Einzel: "Cool bleiben, seine sieben Zwetschgen beieinander haben, da runter hupfen und acht geile Sprünge zeigen."

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