Severin Freund (M.) gewann vier Weltcup-Springen, drei davon auf der Großschanze © getty

Nach Rang drei im Mixed gehen Severin Freund und Richard Freitag mit Rückenwind in die Wettbewerbe auf der Großschanze.

Predazzo - Mit der ersehnten WM-Medaille in der Schublade durfte Severin Freund endlich vom Skispringen abschalten.

Kein Training, keine Schanze, stattdessen Ausschlafen und die Seele baumeln lassen.

"So ein Ruhetag tut richtig gut, das gibt Kraft. In den nächsten Tagen haben wir schließlich noch viel vor", sagte der 24-Jährige, der wie Richard Freitag nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Mixed (Bericht) einen freien Tag von Bundestrainer Werner Schuster geschenkt bekam.

Platz vier als Motivation

Erst am Donnerstag steht das Springen von der Großschanze an, mit dem frischen Aufwind soll es dann endlich auch mit einer Einzelmedaille klappen.

"Bronze ist für uns ein Ansporn, dass wir auch dort was leisten können", sagte Freund, der von der Normalschanze als Vierter denkbar knapp am Podest vorbeigeflogen war.

Ein Dämpfer, den der Bayer inzwischen abgehakt hat: "Für mich ist der vierte Platz im Nachhinein Motivation. Wenn man oft genug Vierter wird, steht man irgendwann ganz oben."

Warten auf "Predazzo-Bedingungen"

Möglicherweise schon am Donnerstag.

"Vielleicht geht da noch was für uns", sagt Freund, der die Großschanze in Predazzo "sehr gerne mag".

Einzig der ständige Schneefall, der auch am Ruhetag jeden Schritt vor die Tür zu einem ungemütlichen Erlebnis werden ließ, missfällt dem DSV-Adler.

"Mal schauen, ob es noch richtige Predazzo-Bedingungen gibt. Es kann ja nicht jeden Tag schneien", sagte Freund angesichts der weißen Massen, die gerade in den Abendstunden pausenlos vom Himmel fallen.

"Zwei Chancen haben wir noch"

Neue Motivation durch die Bronzemedaille erhofft sich auch Werner Schuster.

"Natürlich gibt das Auftrieb. Wir wollen jetzt im Einzel eine Medaille machen, die haben wir beim ersten Versuch verfehlt", sagt der Bundestrainer, der auch das Teamspringen am Samstag auf der Rechnung hat: "Zwei Chancen haben wir noch, und die wollen wir nutzen. Wir haben die kleine Schanze zwar ganz gut im Griff gehabt, aber nicht gut genug, um den großen Wurf zu landen."

Freitag lobt Springerinnen

Ganz vorne sieht Schuster besonders Richard Freitag, der im Mixed auf starke 102,5 Meter geflogen war und Deutschland kurzzeitig in Führung gebracht hatte.

"Das war eine Granate. Der Richie wäre heute wahrscheinlich Weltmeister geworden", so Schuster. Noch weiter als Freitag sprangen nur zwei Teenager: Die 18 Jahre alte Sarah Hendrickson (USA/104,5 m) und die 16-jährige Sara Takanashi (Japan/106,5).

"Die springen gewaltig, das muss man sagen. Aber wir wissen natürlich, dass sie mehr Anlauf haben", sagte Freitag.

Bauer "wahnsinnig stolz"

Überhaupt war das Frauen-Skispringen der große Gewinner des Tages. Die ab 2014 olympische Sportart nutzte die seltene Aufmerksamkeit und betrieb kräftig Werbung in eigener Sache.

"Das war ein spannender Wettkampf. Man sieht ja auch im Biathlon oder Ski alpin, dass Mixed-Wettbewerbe im Kommen sind. Ich hoffe, das wird fortgesetzt", sagte Schuster.

Frauen-Trainer Andreas Bauer war derweil "wahnsinnig stolz auf meine Mädels. Schade, dass 2014 nur das Einzel zum Programm gehören wird."

Mehr Party für die Damen

Einzig mit der Gleichberechtigung haperte es noch - allerdings zum Nachteil der Männer.

"Die Damen können heute ein bisschen fester feiern als wir", sagte Freitag, für den die WM anders als für Carina Vogt und Ulrike Gräßler noch nicht beendet ist.

Der Ruhetag war zumindest ein kleines Trostpflaster.

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