Carina Vogt feierte ihr Debüt im Weltcup am 7. Januar 2012 © getty

Im neuen Wettbewerb landen die DSV-Adler knapp hinter Österreich. Freitag hat Lust auf mehr, Vogt genießt die Euphorie.

Cavalese - Richard Freitag lag jubelnd in den Armen von Carina Vogt und Ulrike Gräßler, daneben freute sich Severin Freund etwas schüchterner über die erlösende Medaille.

Die deutschen Skispringer haben bei der Weltmeisterschafts-Premiere des Mixed-Wettbewerbs in Val di Fiemme Bronze geholt und sich nach den unglücklich verlaufenden Einzelspringen selbst entschädigt.

"Das gibt ein bisschen Ruhe im Team und ist gut für das deutsche Skispringen", sagte Bundestrainer Werner Schuster, nachdem das deutsche Quartett mit 984,9 Punkten nur den überragenden Japanern (1011,0) und Österreich (986,7) unterlegen war.

Freund kann wieder lachen

Und auch Freund, 24 Stunden zuvor nach der knapp verpassten Einzel-Medaille noch sichtlich geknickt, konnte wieder lachen: "Der dritte Platz ist sehr, sehr schön. Vierter wollte ich nicht nochmal."

Um 1,7 Punkte hatte der 24-Jährige aus Rastbüchl am Samstag beim Sieg des Norwegers Anders Bardal Bronze und damit die erste deutsche Einzel-Medaille von der Normalschanze seit Martin Schmitts Gold 2001 in Lahti verpasst.

"Das ist richtig bitter. Ich hätte sehr gerne auf den Treppchen gestanden", sagte Freund, der Österreichs Superstar Gregor Schlierenzauer (Silber) und dem Slowenen Peter Prevc (Bronze) den Vortritt lassen musste.

Bronze als Trostpflaster

Auch Freitag, der im Einzel nach Platz vier im ersten Durchgang noch auf Platz sechs zurückgefallen war, war danach tief enttäuscht, nahm Mixed-Bronze aber als Trostpflaster: "Diese Medaille ist etwas Besonderes und macht Lust auf mehr. Wir können alle happy sein."

Dabei wäre am Sonntagabend im Schneetreiben von Predazzo sogar noch mehr als Platz drei möglich gewesen. Nach fünf von acht Sprüngen führten die DSV-Adler sogar, doch letztlich gaben ausgerechnet zwei schwächere Sprünge der deutschen Männer den Ausschlag:

15,6 Punkte vor Norwegen

Freitag zündete im ersten Versuch zwar mit 102,5 m "eine Granate" (Schuster), kam danach aber nur auf 97 m. Freund patzte in Durchgang eins mit 96 m, ehe er mit 99,5 m Platz drei endgültig sicherte - die viertplatzierten Norweger lagen letztlich 15,6 Punkte hinter Deutschland.

Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer war nach der packenden Konkurrenz sichtlich angeschlagen:

"Das ist unheimlich spannend gewesen, eine echte Zitterpartie, zeitweise ging es sogar um Gold. Jetzt aber ist die Freude riesig. Auf meine Mädels bin ich sehr stolz." Dies durfte Bauer mit Recht sein: Carina Vogt (95,5+98) und Ulrike Gräßler (96,5+97) zeigten vier blitzsaubere Sprünge.

Vogt genießt Euphorie

"Ich bin froh, dass ich meinen Teil erfüllt habe", sagte Vogt, die im Einzel am Freitag mit Platz fünf nicht gänzlich zufrieden gewesen war, nun aber die Mixed-Euphorie genoss: "Die Stimmung war toll - auch in der Umkleidekabine."

Gräßler gestand, "doch sehr nervös" gewesen zu sein: "Ich bin aber heilfroh, dass es so ausgegangen ist. Japan und Österreich schlafen schließlich auch nicht."

Takanashi überragend

Vor allem Japans Vorzeigespringerin Sara Takanashi war hellwach.

Der erst 16 Jahre alte Sprungzwerg, im Einzel Zweite, legte mit sensationellen Flügen auf 101,5 und 106,5 m den Grundstein für Japans Sieg und feierte damit eine gelungene Revanche gegen Weltmeisterin Sarah Hendrickson (99+104,5), die mit den USA nur Sechste wurde - Amerikas Männer waren schlicht zu schwach.

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