Die Skispringerinnen um Olympiasiegerin Carina Vogt mussten sich dem Wind beugen
Carina Vogt schloss den Weltcup in der vergangenen Saison auf Platz 27 ab © getty

Carina Vogt verpasst im Skspringen die erste WM-Medaille, ist aber zufrieden. An "Sarah und Sara" gibt es kein Vorbeikommen.

Predazzo - Als die neue Weltmeisterin Sarah Hendrickson auf den Schultern ihrer Teamkolleginnen durch das Stadion getragen wurde, hatte auch Carina Vogt ihr Lächeln wiedergefunden.

"Ich war zuerst etwas enttäuscht. Aber es ist ein guter fünfter Platz geworden. Die ersten Drei haben es verdient", sagte Deutschlands beste Skispringerin, nachdem sie das Podest bei der WM in Val di Fiemme knapp verpasst hatte.

Nach Flügen auf 99,5 und 96,0 Meter fehlten am Ende mit 225,4 Punkten nur 11,8 Zähler zu Rang drei und einem echten WM-Coup.

Ärger über den zweiten Sprung

Besonders mit dem zweiten Sprung haderte die 21-Jährige, die vor zwei Wochen in Japan als Dritte erstmals auf einem Weltcup-Podium gestanden hatte.

"Der Sprung war leider zu spät, und ich konnte nicht mehr angreifen. Ich habe da einige Meter liegen lassen", sagte die 21-Jährige, die gleich das nächste Ziel in Angriff nahm:

"Ich freue mich jetzt auf den Mixed-Wettbewerb am Sonntag. Ich möchte Lillehammer wiedergutmachen." Beim bislang einzigen Mixed-Weltcup hatte Vogt zu Saisonbeginn gepatzt, ihretwegen hatte das DSV-Team einen Podestplatz verpasst.

18-Jährige vor 16-Jährigen

Kein Kraut gewachsen war wie schon im gesamten Winter gegen "Sarah und Sara": Die 18 Jahre alte Amerikanerin Sarah Hendrickson gewann mit Flügen auf 106,0 und 103,0 Meter mit 253,7 Punkten knapp vor der 16-jährigen Sara Takanashi (Japan/251,0).

Bronze in der ab 2014 olympischen Sportart holte sich mit deutlichem Rückstand Jacqueline Seifriedsberger aus Österreich (237,2).

"Ich kann es gar nicht glauben, nach allem, was wir erlebt haben", sagte Hendrickson. Die US-Springerin hatte 2012 wegen einer Knieverletzung fast sechs Monate pausiert, zudem war zwei Wochen vor der WM die Mutter von US-Coach Paolo Bernardi gestorben.

Gutes deutsches Ergebnis

Das gute deutsche Ergebnis komplettierten die ehemalige Vize-Weltmeisterin Ulrike Gräßler (201,9) und Svenja Würth (193,9) auf den Rängen 11 und 21.

"Ich habe zumindest einen guten Sprung gezeigt. Nach dem Saisonverlauf kann ich mehr als zufrieden sein", sagte Gräßler, die erst spät zu ihrer alten Form gefunden hatte: "Vor vier Wochen hätte ich das nicht für möglich gehalten". Nicht in den zweiten Durchgang schafft es Katharina Althaus, die Platz 32 belegte.

Bundestrainer Andreas Bauer war mit dem Resultat dann auch mehr als zufrieden: "Carina ist mit der Schanze vom ersten Training an sehr gut zurechtgekommen. Wir sind froh, dass wir hier um die Medaillen mitspringen konnten."

Würth macht das Knie zu schaffen

Zumindest für Würth war sogar noch mehr drin gewesen, nach dem ersten Durchgang lag die 19-Jährige auf Rang elf. "Das Knie macht mir ab und zu noch Probleme. Nach der Saison hab ich noch genug Zeit, das auszukurieren", sagte Würth.

Als nächster Höhepunkt steht nun das Mixed am Sonntag an. Die beiden Startplätze dürften wohl Vogt und Gräßler in der Tasche haben, auch wenn Bauer das noch nicht bestätigen wollte.

"Das heutige Springen war natürlich ein Fingerzeig. Ich werde mich beraten und dann bekannt geben, welche beiden Mädels am Sonntag springen werden. Wir freuen uns schon, wir haben leistungsstarke Mädels", sagte der Coach lächelnd: "Wenn uns im Vorfeld einer gesagt hätte, das wir um Medaille mitspringen, hätte ich das nicht geglaubt."

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