Tobias Angerer (l.) gewann bei Olympia bereits zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze © imago

Angerer, Teichmann und Filbrich fühlen sich vor der WM in der Außenseiterrolle wohl. Fessel sieht sich auf dem richtigen Weg.

Cavalese - Gegen die Übermacht aus Norwegen und Russland haben die deutschen "Opas" wohl keine Chance.

Doch in der Außenseiterrolle und an der Stätte zahlreicher Erfolge fühlen sich die Skilangläufer Tobias Angerer (35), Axel Teichmann (33) und Jens Filbrich (33) vor dem WM-Start durchaus wohl. (DATENCENTER: WM Langlauf)

"Ich bin noch immer fit und habe das Selbstvertrauen. Mit dem nötigen Quäntchen Glück und der Tagesform ist hier eine Medaille drin", sagte Routinier Angerer vor den Wettkämpfen in Val di Fiemme, die am Donnerstag (ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) mit den Sprints beginnen.

Wie der Rest der "Rentner-Gang" hat Angerer gute Erinnerungen an die Loipen in Norditalien: 2007 sicherte er sich hier den Gewinn der Tour de Ski.

"Mir liegt die Strecke"

"Mir liegt die Strecke", sagt der zweimalige Olympia-Zweite Angerer.

Und auch Altmeister Teichmann weiß, wie ein Überraschungscoup im Fleimstal funktioniert. Bei der WM 2003 holte er über 15 Kilometer nach 29-jähriger Durststrecke wieder Langlauf-Gold für die deutschen Männer.

"An Val di Fiemme habe ich natürlich sehr gute Erinnerungen", sagt der frühere Gesamtweltcup-Sieger Teichmann, der "gesundheitlich wieder auf dem Dampfer" ist und dies bei der WM-Generalprobe in Davos mit Platz vier eindrucksvoll unterstrich.

Vor zu großen Erwartungen warnt er allerdings: "Jetzt von einer Medaille im Einzel zu reden, wäre vermessen."

Filbrich peilt Medaille an

Jens Filbrich geht es da offensiver an: "Mein Ziel bei Saison-Höhepunkten ist immer eine Medaille, egal in welcher Disziplin oder in welcher Farbe", sagt "Fibser", der 2003 Silber mit der Staffel holte und Sechster im Einzel wurde.

Doch zumindest im Einzel dürfte Edelmetall angesichts der übermächtigen Konkurrenz um Petter Northug (Norwegen) oder Alexander Legkow (Russland) nur schwer zu erreichen sein.

"Ich denke, in der Staffel werden wir die größten Chancen haben", sagt Filbrich.

Fessel ist zuversichtlich

Das gilt erst recht für die Frauen.

Ein einziger Podestplatz durch Nicole Fessel steht in diesem Winter auf der Habenseite - und der kam in Abwesenheit von Stars wie Marit Björgen und Therese Johaug (beide Norwegen) zustande.

Dennoch: "Das hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Für die WM stimmt mich das zuversichtlich", sagte die Oberstdorferin, die mit 29 Jahren bereits vor ihrer fünften WM steht: "Eine Medaille in der Staffel ist möglich."

Mit Teamwork zum Erfolg

Überhaupt, die Staffel. Schon bei der WM 2011 in Oslo holte das Männer-Team mit Bronze die einzige deutsche Langlauf-Medaille, auch in Italien setzt die DSV-Mannschaft auf Teamwork.

Zumal bei den Frauen Miriam Gössner direkt von der Biathlon-WM angereist ist. "Mit ihrer derzeitigen läuferischen Verfassung ist sie sicherlich eine Verstärkung für unser Team", sagt DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller.

Am Ende, so viel ist klar, sollen die deutschen Langläufer zumindest nicht gänzlich leer ausgehen.

Das war zuletzt 1997 in Trondheim der Fall. Und diese Zeiten hofft der DSV endgültig hinter sich gelassen zu haben.

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