Maria Höfl-Riesch erlebt beim WM-Slalom ein bitteres Deja-Vu und verpasst ihre persönliche Krönung. Shiffrin ringt nach Worten.

[kaltura id="0_g31sz0dj" class="full_size" title=""]

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Der Verstand sagte Maria Höfl-Riesch, dass sie mit dem Erreichten bei dieser WM zufrieden sein müsse.

Doch emotional überwog so kurz nach dem Rennen die Enttäuschung und die Emotionen setzten sich durch.

Im Gespräch mit den Journalisten im Zielraum hielt sie die Tränen noch zurück, doch kurz danach weinte sie hemmungslos ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM ).

"Wieder so kurz vor dem Ziel" - diesen Satz sagte sie gleich mehrmals in ihren Interviews, als wollte sie es nicht wahrhaben.

Letztes schwieriges Tor

Als Vierte nach dem ersten Durchgang lag Höfl-Riesch beim WM-Slalom auf Medaillenkurs, ehe sie kurz die Balance verlor und einfädelte.

Nur noch wenige Schwünge hätte sie vor sich gehabt, der Zielstrich war nah.

"Es war das letzte schwierige Tor", musste die Doppel-Olympiasiegerin traurig zugeben.

[image id="7124415e-63e2-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"War auf einem guten Weg"

Nach der verhängnisvollen Stelle folgte in der Tat nur noch eine Vertikale, die die Läuferinnen fast direkt durchfahren können und vier offene Tore.

Neun Hundertstelsekunden lag Höfl-Riesch zu diesem Zeitpunkt hinter der bis dato Führenden Michaela Kirchgasser.

Allerdings hatte die Partenkirchenerin im flachen Schlussteil schon in der Super-Kombination eine Top-Zeit hingelegt.

"Ich war auf einem guten Weg, ich wäre schon mitgefahren um Edelmetall", ist sie sich sicher.

Silber wäre auf jeden Fall drin gewesen für Höfl-Riesch.

Historisches verpasst

"Es wäre der krönende Abschluss gewesen", trauerte sie dem verpassten i-Tüpfelchen hinterher.

Es wäre Medaille Nummer vier in Schladming für sie gewesen, das hat noch nie eine deutsche Skifahrerin bei einer WM geschafft (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Das Ausscheiden war für die 28-Jährige dagegen kein Novum, sondern ein Deja-Vu. In Flachau im Januar war sie ebenfalls kurz vor dem Ziel ausgeschieden. Damals lag sie klar auf Siegkurs.

Es war insgesamt Höfl-Rieschs dritter Ausfall in Serie in einem Spezialslalom.

"Die erste Woche lief gottseidank gut für mich, so kann ich es verschmerzen", versuchte sie sich zu trösten.

So richtig wollte das nicht klappen.

Tee und Wärmflasche

Dabei kann die Partenkirchenerin in der Tat hochzufrieden sein mit ihrer WM.

Nach ihrem Aus im Super-G holte sie für viele überraschend Gold in der Super-Kombi und legte auch noch Bronze in der Abfahrt nach.

Mit dem Team konnte sie sich auch noch über Bronze freuen.

"Ich habe hier mehr erreicht als ich selbst und jeder andere von mir erwartet hat", lautete ihr Fazit, mit dem sie auch nochmal an die kritischen Worte von Experten wie Markus Wasmeier vor den Weltmeisterschaften erinnerte.

"Es war eine tolle WM für mich und ich kann stolz und erhobenen Hauptes nach Hause fahren", sagte sie als Schlusssatz, bevor sie tatsächlich ins heimische Kitzbühel fuhr.

Den Herren-Slalom mit Felix Neureuther will sie sich entspannt zu Hause anschauen (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM).

"Mit einer Tasse Tee und einer Wärmflasche im Rücken?, kündigte sie Wellness für Seele und Körper an.

Drittjüngste Slalom-Weltmeisterin

Die neue Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin hat das wohl nicht nötig.

Die erst 17-Jährige Amerikanerin sprüht vor Energie und fuhr mit dieser Power im zweiten Durchgang zu Gold.

Als sie den WM-Titel sicher in der Tasche hatte, kniete sie im Ziel kurz nieder und hielt inne.

Ihre Gefühle konnte sie aber nur schwer in Worte fassen: ?Es ist schwer zu beschreiben, was ich fühle. Es hat alles so funktioniert, wie ich es wollte?, sagte der Wunder-Teenie.

Nur zwei Slalom-Champions bei den Damen waren in der Skigeschichte noch jünger: die Liechtensteinerin Hanni Wenzel 1974 und die Britin Esme Mackinnon 1931.

Kirchgasser widerlegt ihr Image

Fast noch mehr als die neue Weltmeisterin freute sich Silbermedaillengewinnerin Michaela Kirchgasser.

In Österreich ist sie bereits als Nervenbündel verschrien, doch diesmal blieb sie cool und bescherte sich selbst die erste Einzelmedaille,.

"Immer wenn ich es mir beweisen wollte, ist es in die Hose gegangen, das wollte ich diesmal nicht machen. Erste WM-Medaille, noch dazu in Österreich. Es ist ein Wahnsinn", freute sie sich.

[image id="714618f8-63e2-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Weiterlesen