Ted Ligety wurde 2006 in Turin Olympiasieger in der Super-Kombination © getty

Der Amerikaner schreibt mit seinem dritten WM-Gold Geschichte. Dopfer hadert, Neureuther fährt unter die Top Ten.

Schladming - Beim dritten Gold-Triumph von "Super"-Ted Ligety standen Fritz Dopfer und Felix Neureuther am Ende mit leeren Händen und zerknirschten Mienen da.

Dopfer haute wütend seinen Skistock gegen einen Luftsack im Zielraum, Neureuther quälte sich unter Schmerzen zu einem Lächeln.

Die Plätze sieben und zehn im WM-Riesenslalom von Schladming waren nicht das, was sich die beiden erhofft hatten (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM).

"Ich ärgere mich brutal", sagte Dopfer. Neureuther meinte: "Eine Medaille wäre drin gewesen, aber ich war nicht gut genug."

Immerhin: Am Sonntag im Slalom hat das Duo erneut Chancen auf Medaillen.

Zweitbeste Zeit im zweiten Lauf

Neureuther richtete sofort den Blick nach vorne. "Da habe ich bessere Chancen", sagte er.

Den zweiten Durchgang, in dem er sich mit der zweitbesten Zeit von Platz 14 noch nach vorne schob, sei er "mit sehr viel mehr Mut gefahren", meinte der 28 Jahre alte Partenkirchner, "diesen Elan nehme ich mit in den Slalom. Es war mir sehr wichtig, hier noch mal einen guten Lauf zu zeigen."

Dopfer "sehr enttäuscht"

Dopfer allerdings war untröstlich. Als Fünfter des ersten Laufs hatte er nur 0,28 Sekunden Rückstand auf Silber. "Ich weiß, was ich zu tun habe", sagte er vor dem Finale - doch er konnte es schlicht nicht umsetzen.

Am Ende fehlten 0,44 Sekunden zu Bronze. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der Garmischer.

Erstmals drei Titel seit 1958

35.000 Zuschauer bejubelten derweil Platz zwei ihres Ski-Helden Marcel Hirscher, Bronze ging an Manfred Mölgg (Italien).

Deutlich über allen anderen thronte jedoch Ligety. Nach Gold im Super-G und in der Super-Kombination sicherte sich der 28 Jahre alte Amerikaner seinen dritten Titel.

Dreimal Gold bei einer WM - das war zuletzt dem legendären Toni Sailer (Österreich) 1958 gelungen. Zehn Jahre später gewann Jean-Claude Killy aus Frankreich bei Olympia in Grenoble auch drei Wettbewerbe.

Stolz auf "so etwas Großes"

"Ich bin so stolz darauf, meinen Namen unter den Größten in dieser Sportart zu sehen", sagte Ligety, dessen blonde Freundin Mia Pascoe auf der Tribüne mitfeierte.

Auch Glück habe er gehabt in diesen goldenen Tagen von Schladming, sagte Ligety, "aber ich habe mich auch wirklich reingehängt. Das ist so etwas Großes, so großartig, dass ich das erreicht habe."

Blick geht auf den Slalom

Großes wollte auch Dopfer leisten - und zunächst schien es, als sei er auf dem Weg dorthin. "Zu passiv und verhalten" sei er im ersten Lauf zwar gefahren, sagte er. Dennoch hatte er "ein cooles Gefühl", denn er lag "in Schlagdistanz", wie er sagte, und wusste: "Da geht noch was."

Doch dann ging nichts mehr, Dopfer machte "die gleichen Fehler" wieder. "Bei der WM will man seine Top-Leistung bringen, das ist mir in beiden Läufen nicht gelungen."

Doch noch ist die WM für den 25-Jährigen nicht zu Ende. "Es heißt weiter arbeiten und weiter Gas geben", sagte Dopfer trotzig mit Blick auf den Slalom.

Von Verletzung behindert

Dann will auch Neureuther noch einmal angreifen - trotz seiner Verletzung am rechten Bein, die ihn zumindest im ersten Lauf noch deutlich zu behindern schien.

"Im ersten Durchgang war es eine von oben bis unten extrem verkorkste Fahrt. Das war mir eine Lehre", meinte Neureuther.

Im Slalom werde er angreifen.

Auch Hirscher angeschlagen

Zumal Hirscher, sein wohl gefährlichster Kontrahent, ebenfalls gesundheitliche Probleme hat. Der Österreicher laboriert seit einer Schrecksekunde im Training am Donnerstag an Rückenproblemen. "Schon ärgerlich", nannte er das.

Zwischen den Läufen musste er sich eine Stunde lang behandeln lassen - und fuhr dann mit Laufbestzeit zu Silber. "Vier Stunden Schlaf waren zu wenig, aber das ist wurscht. Ted hätte ich auch mit einem gesunden Kreuz nicht schlagen können."

Und Neureuther? Oder Dopfer? Die Antwort gibt es am Sonntag.

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