Maria Höfl-Riesch gewann bei der Ski-WM einmal Gold und zwei Bronze-Medaillen © getty

Maria Höfl-Riesch kann im Slalom die nächste Medaillen holen. Bei SPORT1 spricht sie über die Vorbereitung und Schilds Rückkehr.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Maria Höfl-Riesch hat in Schladming schon ein strammes Programm hinter sich. Fünf Rennen, Siegerehrungen, Presse- und Sponsorentermine ? zum Ausruhen blieb da keine Zeit. (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM)

Mit drei Medaillen, darunter die Goldene aus der Super-Kombination, ist die sportliche Bilanz aber äußerst zufriedenstellend für die Doppel-Olympiasiegerin. ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM )

Da lässt sich Terminstress verschmerzen: "Ich habe hier schon drei Medaillen gewonnen, das gibt mir Lockerheit", sagte sie SPORT1 bei einem Sponsorentermin und wirkte dabei tatsächlich lässig und ausgeglichen.

Im Interview spricht sie über den Slalom (Sa., ab 10 Uhr im LIVE-TICKER), das Comeback von Marlies Schild und erklärt, wie sie sich mentale Power holt. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

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SPORT1: Frau Höfl-Riesch, fünf Ihrer sechs WM-Rennen haben Sie hinter sich, wie steht es um Ihren Energiehaushalt?

Höfl-Riesch: Nach dem ersten Riesenslalom-Durchgang war ich wirklich körperlich down, der gute zweite Lauf hat mir aber nochmal Auftrieb gegeben. Jetzt mache ich etwas regeneratives Training. Am Freitag versuche ich mir dann mit wenigen aber guten Trainingsläufen Sicherheit für den Slalom zu holen, damit ich am Samstag zwei Läufe mit genügend Kraft absolvieren kann.

SPORT1: Eine gewisse Sicherheit müsste durch den erfolgreichen Kombi-Slalom auf der gleichen Strecke schon da sein?

Höfl-Riesch: Ja, grundsätzlich weiß ich, dass ich im Slalom ganz vorne landen kann, wenn alles passt. Auf dem Papier habe ich nicht so viele gute Ergebnisse, nur den Sieg in Levi. Aber ohnehin muss alles zusammenpassen an so einem WM-Tag, die Konkurrenz ist wahnsinnig stark. Die Slalom-Spezialisten konnten sich besser vorbereiten als ich.

SPORT1: Sie aber haben Erfolgserlebnisse im Rücken.

Höfl-Riesch: Ja, ich habe hier schon drei Medaillen gewonnen, das gibt mir Lockerheit, ich kann mit vollem Risiko drauflosfahren, weil ich nichts zu verlieren habe. Und wenn ich noch was dazu gewinne, ist es umso schöner.

SPORT1: Rechnen Sie Marlies Schild nach Ihrem Blitz-Comeback auch zu den Medaillenkandidatinnen?

Höfl-Riesch: Ja, auf jeden Fall. Auch wenn die Marlies das selbst nicht so sagen würde. Aber sie würde gar nicht antreten, wenn sie sich nicht etwas ausrechnen würde. Sie hat im Training sicher schon wieder den richtigen Drive gefunden. Auch der Rest, Tina Maze, Mikaela Shiffrin, die Österreicherinnen Kirchgasser und Zettel, da sind schon einige heiße Eisen im Feuer.

SPORT1: Was haben Sie gemacht, um in den WM-Tagen mental auf der Höhe zu bleiben? Anna Fenninger zum Beispiel ist nach Hause geflüchtet.

Höfl-Riesch: Für die Anna war es bisschen härter als für mich, es war ihre Heim-WM, sie war Österreichs große Hoffnungsträgerin. Für mich lief es im ersten Rennen auch nicht, ich habe versucht mich nicht rausbringen zu lassen. Ich wusste, ich habe einige Chancen hier. Es wird schon irgendwann klappen, hab ich mir gedacht, und das war dann gleich im zweiten Rennen der Fall mit Gold in der Super-Kombi. Das war dann genug Mentaltraining.

SPORT1: Wie wichtig wäre es für das deutsche Team, dass auch noch Einzelmedaillen der Herren zur guten deutschen Bilanz hinzukommen?

Höfl-Riesch: Fürs Team, für den DSV wäre das super, ich drücke Fritz Dopfer und Felix Neureuther ganz fest die Daumen. Sie haben beide das Zeug dazu. Ich bin sicher, da geht noch was.

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