Ligety greift im Riesenslalom nach dem Gold-Triple. Bei SPORT1 freut er sich über Neureuthers SMS. Hirscher ist der große Rivale.

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Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Glückwünsche und Gratulationen hat Ted Ligety in den Tagen von Schladming jede Menge bekommen.

Beim Gewinn von gleich zwei WM-Goldmedaillen muss man viele Hände schütteln. Eine Gratulation war ihm aber besonders wichtig, die von Felix Neureuther.

"Ich habe mit ihm ein paar Mal gesimst, er hat mir nach beiden Goldmedaillen gratuliert und mir gesagt, dass er stolz auf mich ist", erzählte der US-Amerikaner SPORT1.

Auch auf Facebook hatte Neureuther seinen Stolz zum Ausdruck gebracht: "Yeah Shred! You made it!", war da nach Ligetys Gold im Super-G zu lesen. ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM )

Mit dem Namen "Shred" spielt Neureuther auf Ligetys eigene Skibrillenmarke an.

Waghalsiger Abenteuerurlaub

Der Partenkirchener und Ligety sind seit Jahren beste Kumpels. Im Sommer fahren sie ab und zu gemeinsam in den Urlaub.

Einst verschlug es sie nach Australien, wo sie sich ein altes Auto kauften, es ausschlachteten und damit über selbst gebaute Sprungschanzen flogen.

Neureuther: Ligety zu stark

Die beiden haben auch sportlich größten Respekt voreinander: "Es wird eng. Im Riesenslalom wird er ein harter Konkurrent sein und im Slalom ist er einer der ganz großen Favoriten auf Gold", sagt Ligety über das Duell mit Neureuther vor dem Riesenslalom (Fr., ab 10 Uhr im LIVE-TICKER).

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Neureuther selbst sieht sich bei SPORT1 nicht als Kontrahent von Ligety: "Der Ted ist im Riesenslalom ein gutes Stück weit weg. Er ist ein großer Freund von mir und wenn ich mich mit ihm im Riesenslalom mal duellieren könnte, dann wäre das ein Riesenerfolg für mich."

Hirscher größter Rivale

In der Tat wird wohl eher Marcel Hischer Ligetys Hauptrivale sein.

Der Österreicher war in dieser Saison der einzige, der außer Ligety einen Riesenslalom gewann und fuhr beim Teamwettbewerb laut österreichischer Presse wie ein "Außerirdischer".

Ligety will "wichtigste Goldmedaille"

Bei vier von fünf Rennen stand aber der Doppel-Weltmeister von Schladming ganz oben auf dem Podest. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Diese Überlegenheit will Ligety am Freitag untermauern und ruht sich deshalb nicht auf seinen beiden Goldmedaille aus.

"Natürlich will ich den Riesenslalom-Titel gewinnen. Das ist für mich die wichtigste Goldmedaille", stellt Ligety klar.

Auf Sailers Spuren

Er würde damit seinen Titel aus Garmisch verteidigen und vor allem Geschichte schreiben. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Ski-WM)

Drei Goldmedaillen bei einer WM, das gelang als letztem männlichen Skifahrer Legende Toni Sailer 1958. Jean-Claude Killy holte sich 1968 bei Olympia in Grenoble sogar vier WM-Titel.

Damals durften sich Olympiasieger gleichzeitig auch Weltmeister nennen.

Kein Erfolgsgeheimnis

Hirscher zeigt gehörigen Respekt vor Ligety: "Er ist fast schon unheimlich."

Der 28-Jährige selbst betont aber: "Ich habe kein Erfolgsgeheimnis. Ich versuche einfach, so aggressiv wie möglich zu fahren."

Beim Interviewtermin wirkt Allrounder Ligety trotz seines Mammutprogramms in Schladming nach wie vor locker. Doch auch fürs Entspannen oder Krafttanken macht er nichts Besonderes.

An der Playstation Zocken - so wie es einige deutsche Fußball-Nationalspieler machen - das ist nichts für ihn: "Ich bin kein Spieler, ich hänge einfach nur rum und versuche zu relaxen."

Großes Lob für Dopfer

Ausgeglichen wirkt in diesen Tagen auch DSV-Hoffnung Fritz Dopfer.

Mit seiner starken Leistung im Teamwettbewerb sicherte er der deutschen Mannschaft Bronze und fuhr sich in den Kreis der Medaillenkandidaten für den Riesenslalom.

"Er hat klare Akzente gesetzt und gezeigt, dass er sehr gut vorbereitet zur WM gekommen ist", lobt Sportdirektor Wolfgang Maier seinen Schützling.

Kontinuierliche Steigerung

Dopfer selbst spricht von einem "idealen Einstieg in die WM".

Der 25-Jährige steigerte sich in dieser Saison im Riesenslalom kontinuierlich. Erst 7., dann 4. und schließlich 2. in Adelboden.

Rechtzeitig zur WM scheint der trainingsfleißige Dopfer nun seine Topform erreicht zu haben.

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