Viktoria Rebensburg gewann bei Olympia 2010 in Vancouver Gold im Riesenslalom © getty

Gehandicapt von einem Trainingssturz geht Rebensburg im Riesenslalom leer aus. Höfl-Riesch denkt kurzzeitig gar ans Aufgeben.

Von der Ski-WM berichtet Andreas Kloo

Schladming - Als Viktoria Rebensburg im Ziel abschwang, fasste sie sich an den Rücken und warf sich dann in den Schnee, wo sie kurz schmerzverkrümmt liegen blieb.

"Ich habe beim Abschwingen einen Schlag erwischt, da spürte ich dann kurzzeitig einen Stich und musste mich hinlegen", erklärte sie die Szene.

Spätestens nach dem 2. Durchgang wurde deutlich, welche Leiden die Olympiasiegerin auf sich genommen hatte, um beim WM-Riesenslalom an den Start zu gehen.

Sturz bereits am Dienstag

Doch das Handicap war einfach zu groß. Bereits beim Training am Dienstag war die Tegernseerin schwer gestürzt und hatte sich dabei eine Rippenprellung zugezogen.

Bekannt geworden war der Unfall erst kurz vor dem Rennen. ( 671737 DIASHOW: Die Bilder der Ski-WM )

Rebensburg biss auf die Zähne: "Aber es ist auf alle Fälle so, dass es im Unterbewusstsein drin ist."

Nicht bei Hundert Prozent

Auf der schwierigen Piste in Schladming brauchten die Läuferinnen aber hundert Prozent ihrer Leistungsfähigkeit, um ganz vorne mitzumischen. (DATENCENTER: die Ergebnisse der Ski-WM)

Bei Rebensburg war das nicht der Fall und so war sie schon nach dem ersten Durchgang mit über zwei Sekunden Rückstand auf die spätere Weltmeisterin Tessa Worley aus dem Medaillenrennen.

Auch im zweiten Lauf gelang ihr keine Verbesserung, sie wurde Elfte. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

"Ich kann's nicht ändern"

Ihren Ärger über den geplatzten WM-Traum versuchte sie hinunterzuschlucken:

"Ich habe versucht das Beste draus zu machen. Ich habe alles gegeben, ich kann's nicht ändern", sagte sie sichtlich enttäuscht.

Hoffnung auf die Zukunft

Schon bei der WM in Garmisch hatte sie kein Glück.

Ebenfalls als Mitfavoritin an den Start gegangen, wurde sie damals wenige Tage vor dem Start von einer Grippe ans Bett gefesselt.

Geschwächt fuhr sie 2011 dann nur auf Rang neun.

"Ich hoffe, dass ich noch einige Weltmeisterschaften erleben werde und es dann auch mal anders läuft", blickte sie auf SPORT1-Nachfrage in die Zukunft.

Spreu von Weizen getrennt

Maria Höfl-Riesch hatte in ihrer Karriere mit zwei Titeln schon weitaus mehr WM-Glück als ihre jüngere Teamkollegin.

Doch diesmal war es auch nicht der Tag der Partenkirchenerin. In Durchgang eins tat sie sich vor allem im Schlussabschnitt wahnsinnig schwer mit der steilen und eisigen Piste.

"Es war das Schwerste, das wir in dieser Saison gefahren sind, da hat sich die Spreu vom Weizen getrennt", gab die Weltmeisterin in der Super-Kombi zu.

Höfl-Riesch denkt ans Aufgeben

"Es war außerdem sehr kräfteraubend, vor allem wenn man wie ich ein solches Programm in den Beinen hat", schnaufte Höfl-Riesch nach dem 1. Durchgang, den sie auf Platz 14 beendete, durch.

Kurzzeitig dachte sie sogar daran, zum 2. Lauf nicht mehr anzutreten. Aber sie verwarf den Gedanken und arbeitete sich auf Rang neun vor.

Das stimmte sie einigermaßen versöhnlich: "Alle Chancen auf eine Medaille waren eh schon nach dem ersten Lauf dahin, die drei da vorne waren ohnehin einfach zu stark heute."

Worley als Eisprinzessin

Das galt vor allem für die Französin Worley, die in einer eigenen Liga fuhr und am Ende mit über eine Sekunde Vorsprung Gold gewann.

Höfl-Riesch war davon nicht überrascht: "Dass das wirklich ihre Bedingungen sind, wenn es eisig und schwierig ist, wusste jeder."

Sie freute sich für das kleine Kraftpaket: "Ich gönn's ihr total, sie ist eine Nette. Sie hatte schon viel Pech, ist zweimal um die Kugel mitgefahren und hat den Kampf dann durch Ausfälle verloren."

Happy End für Fenninger

Auch die Bronzemedaillengewinnerin hatte bei dieser WM viel Pech. Doch Anna Fenninger verschaffte sich bei ihrem letzten Rennen in Schladming doch noch ein Happy End und dem österreichischen Gastgeber die nächste Medaille.

"Es war wirklich eine schwierige WM für mich", sagte sie in Anspielung auf den großen Druck, der auf ihr lastete. "Aber am Morgen habe ich gespürt: heute könnte es klappen", führte sie weiter aus.

Fenninger war nach drei enttäuschenden WM-Rennen für einen Tag nach Hause geflüchtet, um dem WM-Trubel zu entgehen und wieder zu sich zu finden. Das funktionierte perfekt.

"Die besten drei im Riesenslalom stehen auch auf dem Podest", lautete Fenningers Gesamtfazit bei der Pressekonferenz mit Blick auf die neben ihr sitzende Tina Maze. Rebensburg hätte allerdings auch gut auf dieses Podest gepasst.

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